Ergänzend zum Artikel von gestern muss ich mal sagen: der Herr Hermann scheint sein Handwerk meisterhaft zu beherrschen. Ich bin ja ganz überrascht, so schafft es der neue Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg doch tatsächlich innerhalb eines einzelnen Tages den Gegnern sowohl ein sinnvolles Abholzen von Bäumen im Stuttgarter Schloßpark, als auch die dem Land die durch die Verzögerungen des politischen Widerstands entstehenden Mehrkosten aufzuschwätzen und niemand von denen scheint das zu bemerken. Ich find das gut. Wenn die Bahn die selben Tatsachen zuvor geäußert hat, wurde sie mit Häme und Haß beworfen. Auf einmal geht das alles. Es kommt halt immer drauf an wem man zuhören will, nicht wahr?
Archive for the ‘politik’ Category
Stuttgart 21: Eskaliert die neue Regierung den Streit um den Bahnhof?
Ein unabhängiger Minister äußert seine Zugehörigkeit zur S-21 Gegnerschaft direkt per retuschiertem Button auf der offiziellen Ministeriumshomepage:
Ich zitiere hierzu einen treffenden Kommentar aus einem Artikel:
Es ist eigenartig
Die Grünrote Landesregierung, die angetreten ist, gegen die Spaltung der Bevölkerung in Stuttgart in Gegner und Befürworter vorzugehen und als Integrator zu wirken, erreicht innerhalb einer Woche im Amt das genaue Gegenteil. Der neue Verkehrsminister polarisiert mit seinen Äußerungen wie kein anderer vor ihm, man kann schon annehmen, er ist angetreten um dem Bayern Söder Konkurrenz zu machen. Kretschman — und selbst Kühnast pfeifen ihn zurück, mit dem Erfolg, dass er dem weggemobbten Projektleiter Azer auch noch hinterherwirft “hätte er sich eben nicht für das Projekt engagiert”. Hermann hat innerhalb von ein paar Tagen klar gemacht, dass er als Integrationsfigur, und damit als Minister in der aktuellen Situation in Stuttgart ungeeignet ist. Will man den Konflikt befrieden, muss ein Integrator her, und Hermann weg. Read the rest of this entry »
Stuttgart 21: Hany Azer geht. Eine Analyse und eine Empörung
Berühmt, berüchtigt ist er, der Hany Azer (61), so ziemlich der bekannteste Projektleiter bei der Bahn.
Viele Stimmen gibt und gab es, die einen vor einem direkten Umgang mit Azer gewarnt haben. Hohe Fluktuationen, schlechte Stimmung, personelle Probleme, usw. usf.
Als ich im letzten Jahr eher zufällig auf die Idee kam, mich freiwillig bei diesem Projekt zu bewerben, klangen mir diese ganzen Sprüche und Floskeln in den Ohren. Ich ging trotzdem.
Obama ready for next level after success in Osama Kill
Hatte der Präsident der USA in der “Operation Geronimo” vielleicht mehr seine Hände im Spiel, als viele es sich vorstellen können? Aus gut informierten Insiderkreisen wurde uns das unbearbeitete Originalbild der Sitzung im Weißen Haus zugespielt:
Obama: “Well, how do I…?“
Clinton (manual reading): “Press X, Obama, X!!“
Obama: “Damn, the heli dropped, I did not get the stealth workin´!“
Clinton: “who cares, there he is, shoot! Shoot, dammit!“
Obama: “What the f…, oh well, look, whow all the blood and brains: great effects! Love those physX-effects!“
Clinton: “Yeah! The russians create great software!“
Marshall B. Webb: “Damn, I did not git my Sony Account login runnin‘, what happened?“
Biden: “Chief did finish the level, now we´re up to level 2, great job Mr. President!”
Wir hoffen mit diesen Fakten die laufende Verunsicherung in der Berichterstattung ausgeräumt zu haben.
Stuttgart 21: Grüne Versprechen und grüne Realitäten
Nachdem die Grünen die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen haben sind sie nun in der Realität der Regierung angekommen: was vorher noch in jedem Falle dem Wähler versprochen wurde, dafür zu sorgen, dass Stuttgart 21 nicht gebaut würde, wird schnell wieder abgemildert:
Was nun während der Koalitionsgespräche mit der SPD nach außen dringt, hört sich ganz anders an. “Grundsätzlich” stehe er zu seinem Versprechen, orakelt Kretschmann. Doch lässt der designierte Ministerpräsident keinen Zweifel daran, dass er die endgültige Entscheidung über die Bürgerbefragung gern so lange ruhen lassen würde, bis der während der Schlichtung verabredete Stresstest die zusätzlichen Kosten des Bahnprojekts ermittelt hat. Wenn das Projekt zu teuer würde, müsse man nicht mehr abstimmen, deutet Kretschmann an. Read the rest of this entry »
Schwarmintelligenz reloaded: Koch-Mehrin (und andere) unter der Lupe
Gegen Silvana Koch-Mehrin sei am Montag von Amts wegen ein Vorprüfungsverfahren wegen Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen eingeleitet worden.
Über diese Dame hatte ich bereits geschrieben. Auch andere Blogs hatten sich mit Ihr beschäftigt. Insgesamt ergibt sich kein sehr angenehmes Bild.
Waren die Regimewechsel im nahen Osten von langer Hand geplant?
Der amerikanische General Wesley Clark hat im März 2007 im Fernsehsender Democracy Now behauptet, dass es wohl Pläne für mehrere von den USA inszenierte Regimewechsel in Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalien, Sudan und Iran gegeben habe. Leider ist ab der Hälfte des Films ein ziemlich verworrener Verschwörungstheoriemist über angebliche Zusammenhänge mit dem jeweiligen Datum (19. März) zu sehen, was der ganzen Sache an sich den ganzen schönen Schwung nimmt.
Man ist natürlich immer gerne gewillt solchen Leuten in ihren Aussagen zu glauben. Es muss nicht unbedingt bedeuten, dass an Clarks Aussagen auch nur irgendwas dran ist. Der Sender hat seinen Vorteil, die Verschwörungstheoretiker und er vielleicht auch. Wer weiß? Read the rest of this entry »
Alternativlos: Neuer Ministerpräsident in Baden-Württemberg: made in Japan
Die Bürger Baden-Württembergs haben gewählt. Wir können froh sein, immerhin gab es nur eine klitzekleine Randale am Stuttgarter Bahnhof, was da wohl los gewesen wäre, wenn Mappus noch ein paar Stimmen mehr bekommen hätte. Ich will ja gern an ein vor Japan noch angedachtes Schwarz-Rot im Ländle glauben, aber das scheint nun alles vorbei zu sein. Feynsinn hat es gut erklärt:
Mein Pustefix reicht aus für eine mehrstündige Rede und zwei Dutzend Interviews. Fragen Sie, was Sie wollen, wir haben immer recht, wir haben immer Erfolg, und wenn sich der politische Konkurs so gar nicht mehr verschleppen lässt, sind die widrigen Umstände daran schuld. Wir wissen alle, dass die anderen auch nicht besser sind und warten einfach ab, bis die Wähler von den anderen so angeekelt sind, dass sie wieder uns wählen. Bis dahin halten wir obszön dotierte Vorträge und sammeln Parteispenden. In der bittersten Not schmeckt der teure alte Wein auch ohne Regierungsamt oder Abgeordnetenstatus.
Zwischenzeitlich ist der Multiplikator Gandolf Stocker zurückgetreten, die Wahlkampfpropaganda der Grünen wird medial auf einmal auch thematisiert, und der Bundesverkehrsminister bietet schonmal eine elegante Steilvorlage für den neuen MP Kretschmann an: zum einen dürfen die Grünen jetzt Gas geben, weil sonst die ganze Kohle weg ist, zum andern dürfen sie sich — um bei Feynsinns Worten zu bleiben — mit den “widrigen Umständen” der Vorgänger herauslavieren. Read the rest of this entry »
Libyen: historische Zusammenhänge und mögliche Strategien
Ein Kommentar von Hans Hütt bei weissgarnix.de hat mich auf eine Idee gebracht. Bei Jens Berger läuft ein “open thread” zu dem Thema, und der Herr Strobl verlinkt das auch des Öfteren mal, also hab ich mir erlaubt meinen Kommentar dort hier zu einem separaten Artikel aufzubereiten:
Erläuternd will ich dazu erklären, dass ich 1976 arbeitsbedingt durch meinen Vater in Libyen gelebt habe und dort in Benghazi eingeschult wurde.
Aus meinen sehr deutlichen Erinnerungen weiss ich, dass Ghaddafi sehr wohl gefürchtet war und sein Polizeisystem auch verdammt schnell reagierte: mein kindlicher Kommentar “Ghaddafi mush quois” in einem öffentlichen Bus führte zu schwerer Schelte des ägyptischen Fahrers, der erläuterte dass auch Kinder “mal eben eingebuchtet würden”, und fotografische Aktionen Infrastruktureller Bauwerke (in dem Fall einer Brücke) führten unweigerlich zur Abgabe des Fotomaterials bei den innerhalb weniger Minuten erschienenen Polizisten (am Arsch der Welt, wo man nicht ansatzweise erkennen konnte, ob da überhaupt jemand war). Dennoch wurde meine Verletzung fachgerecht durch eine Ostdeutsche Ärztin in Benghazi versorgt.
Alles in allem haben Libyer nicht sonderlich gearbeitet sondern dies durch Ausländer erledigen lassen, Ägypter, Palästinenser usw.; Nebenbei wurden wir als blonde Europäer sowohl mit Steinen beworfen, als auch sehr freundlich behandelt. Dass Europa und das islamische Libyen der 70er ein Kulturschock waren wurde deutlich, wenn man sah, wie Libysche Männer auf den Nachbardächern masturbierend in die hinter Mauern liegenden Gärten glotzten und dort die sich dämlicherweise bräunende Europäerinnen anschauten. Nachdem man das den Frauen klargemacht hatte, kamen solche Peinlichkeiten nicht mehr vor. Immerhin waren wir da die Gäste.
Um die Situation — vielleicht — besser zu verstehen sollte man sich — nicht nur hier — immer den historischen Hintergrund ansehen. Auch geographische Ungenauigkeiten können zur Verwirrung führen, und deswegen ist es auch schon ein Unterschied, wenn man Libyen mit der Cyrenaika gleichsetzt. Die Cyrenaika ist der östliche Teil und Benghazi knappe 1000 Kilometer von Tripolitaniens Tripolis entfernt. Read the rest of this entry »
Bedingungsloses Grundeinkommen: Themenwoche bei 3Sat
Zur Zeit läuft eine Themenwoche über das BGE in 3Sat. Ich recherchiere immer mal wieder dieses Thema, aber meine Zeit ist begrenzt und man kann sich ja nicht um alles kümmern (obwohl man vielleicht sollte, wer weiß).
Die im Film genannte Susanne Wiest hat im Bundestag im letzten Jahr eine Petition zum Bedingungslosen Grundeinkommen eingereicht und der Film am Freitag den 18.03.2011 in 3Sat hatte sich als Beginn der Themenwoche damit beschäftigt.
Die Dokumentation “Bedingungslos glücklich” von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach beleuchtet die aktuelle Diskussion mit prominenten Befürwortern und Gegnern und zeigt, wie aus einer utopischen Idee ein sehr reales, neues Lebensgefühl heranwächst.
“Bedingungslos glücklich? Freiheit und Grundeinkommen” ist der Auftakt der Themenwoche “Sein oder Haben”, die danach fragt, welche Wirtschaftsordnung wir in Zukunft brauchen. Als nächste Beiträge dieser Themenwoche zeigt 3sat um 21.30 Uhr “makro: China — Rivale oder Partner?”. Um 22.25 Uhr folgt der französische Spielfilm “Auszeit” von Laurent Cantet. ”
Die weiterführenden Links auf der Seite von Susanne Wiest sind sehr umfänglich. Das Thema wird zwar von vielen Seiten schräg beäugt und belächelt, aber wenn sich Leute wie Götz Werner damit befassen, meine ich — macht es Sinn sich etwas Zeit dafür zu nehmen. Der Mann sollte wissen wovon er spricht.



