alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

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Guttenberg wird Europaexperte für Internetfreiheit?

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Aus­ge­rech­net Gut­ten­berg, der bis­lang nur für Vor­stöße zur Ein­schrän­kung der Netz­frei­heit zu haben war, und auch das augen­schein­lich nicht auf­grund von Sach­kom­pe­tenz, son­dern von Oppor­tu­nis­mus, soll nun qua­li­fi­ziert sein, sich für das Netz als Frei­heits­werk­zeug in Unterdrücker-Regimes ein­zu­set­zen? Kom­mis­sa­rin Kroes erklärte fast ent­schul­di­gend, sie brau­che ja “Talente, keine Heiligen”.

Bleibt die Frage: Talent wozu?

Absur­di­tät hat eine neue Dimen­sion erreicht. Nicht nur, dass man KTFVUZG damals per “Schwar­min­tel­li­genz” völ­lig demon­tiert hat, nein, er hat sich durch seine “starke Hand”-Äußerung und sein — nun auch aus­sen­wirk­sa­mes — unsym­pa­thi­sches Auf­tre­ten (damals war es nur Schmiere im Haar, heute wirkt der ganze Kerl “gefal­len”) — für mich — soweit ins rechte Lager ver­setzt, dass mir schon fast Angst und Bange wird bei all dem “Wahr­neh­mungs­wirk­sa­men” Auf­tre­ten und dem damit zusam­men­hän­gen­den öffent­li­chen Ein­druck und Erfolg.

Es sollte mitt­ler­weile ein­deu­tig sein, dass Gut­ten­berg, nach­dem er Mist als Wirt­schafts­mi­nis­ter (Externe Fach­leute bewer­ten Inhalte minis­te­ri­ums­frem­der Sach­ver­halte), als Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter (Bild-Skandal der Gorch-Fock, Bom­ben­an­griff auf Zivi­lis­ten) und vor allem aus sei­nem pri­va­ten Umfeld (geklaute Dok­tor­ar­beit), egal für was, inkom­pe­tent ist. Das Dumme ist nur, dass wäh­rend­des­sen sich die­ser Typ nun in der Bun­des­po­li­tik nicht mehr bli­cken las­sen kann, er es geschafft hat über die Euro­pa­schiene wie­der rein­zu­kom­men. Das Erschre­ckende ist: da hat er noch mehr Machteinfluß!

Begon­nen hat die ganze Sache “Cause Gut­ten­berg” damals ja mit sei­nen Anfech­tun­gen der Netz­ge­meinde gegen die Zen­sur­ge­setze (suche hier im Blog oder im oben ver­link­ten FAZ-Artikel). Da ver­höhnte er schon — wahr­neh­mungs­kon­form — den Unsinn der Zen­sur­ge­setze GEGEN Kin­der­por­no­gra­phie mit dem Vor­wurf aus­ge­rech­net diese Leute wür­den den “Sach­ver­halt Kin­der­por­no­gra­phie” VERHINDERN, bzw. GUTHEISSEN!

Das tat er wohl wis­send, dass er eine Lüge verbreitete.

Ich frage mich: was ist denn nun, wenn aus­ge­rech­net solch ein “Hunds­fott” im The­men­be­reich “Inter­net­frei­heit” schal­meien darf? Da hat man doch mut­wil­lig den Bock zum Gärt­ner gemacht! Das ist doch eine offene Kriegs­er­klä­rung an die Netz­ge­meinde! Das ist so unglaub­lich absurd!

Edit: Die Dame, die sich öffent­lich für Gut­ten­berg als “Talent” ein­setzt, hat ein Blog. Liest sich inkl. der Kom­men­tare ganz interessant.

Written by Oliver Mark

Dezember 14th, 2011 at 11:12 am

#CDU Merkel: das Internet macht Politik schwerer

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Mer­kel gefällt es nicht, wenn sich Bür­ger infor­mie­ren ohne die vor­ge­fer­tigte Mei­nung der Mas­sen­me­dien fres­sen zu müs­sen. Hier ein Arti­kel bei Heise.

Written by admin

Juli 21st, 2010 at 6:23 pm

#pdn, #Netzpolitik und #Innenminister einfach Unglaublich!

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Hier mein Senf zum Thema “gemein­same Netz­po­li­tik” und Inter­net wie es der Innen­mi­nis­ter meint und wie es auch hier dis­ku­tiert wird. Mich wun­dert es, dass es die Netz­ge­meinde (?) so über­rascht und wohl­wol­lend auf­nimmt. Die­ses Schäuble-Abziehbild argu­men­tiert da unver­hoh­len über Zen­sur, Regu­la­tion, Staats­mo­no­pole, Markt­ein­schrän­kun­gen, Steu­er­hin­ter­zie­hung und Wahl­fäl­schun­gen. Mas­sen­ent­las­sun­gen nicht zu ver­ges­sen. Aber wir sind ja schon froh, wenn man sich, zumin­dest dem Ein­druck nach, mit uns beschäf­tigt. Ich kann dazu nur sagen:

Seid ihr alle besof­fen, oder glotzt ihr zuviel WM?”

Ich streich ein­fach mal die Sätze, die ich für über­flüs­si­ges Geplän­kel halte, unter­strei­che die guten und fasse dann die Sub­stanz zusammen:

14 The­sen zu den Grund­la­gen einer gemein­sa­men Netz­po­li­tik der Zukunft

These 1 – Bewusst­sein für gemein­same Werte schär­fen
Gemein­same Werte sind das Fun­da­ment unse­res Zusam­men­le­bens – je stär­ker sie
unser Bewusst­sein und Han­deln bestim­men, desto weni­ger brau­chen wir staat­li­che Ein­fluss­nahme und Regle­men­tie­rung.
Unser Men­schen­bild und unsere Werte prä­gen auch die Ein­stel­lung zum Inter­net. Wir soll­ten uns an den Wer­ten der Frei­heit, Selbst­be­stim­mung und Eigen­ver­ant­wor­tung, dem Gebot des gegen­sei­ti­gen Respekts und der Rück­sicht­nahme sowie der Chan­cen­gleich­heit und Soli­da­ri­tät orientieren.

Ja. Genau. Also schon­mal eine eigent­lich unnö­tige These. (Da waren es nur noch 13)

These 2 – Rechts­ord­nung mit Augen­maß wei­ter­ent­wi­ckeln
Bei der Gestal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung der Ord­nung im Netz sind fol­gende Prin­zi­pien zu beach­ten:

Wir soll­ten – soweit als mög­lich – auf das beste­hende Recht zurück­grei­fen und
Selbst­re­gu­lie­rungs­kräfte stärken.

D..h.: wir brau­chen mehr Gesetze für das Netz.

Bei der dar­über hin­aus not­wen­di­gen Wei­ter­ent­wick­lung des Rechts ist dar­auf zu achten,dass die Rechts­ord­nung ent­wick­lungs­of­fen für Inno­va­tion und Fort­schritt bleibt, tech­nik­neu­tral aus­ge­stal­tet wird und Gesetze auf­grund von Ein­zel­fäl­len ver­mie­den wer­den. Die Ent­wick­lung von natio­na­lem, supra­na­tio­na­lem und inter­na­tio­na­lem Recht muss Hand in Hand gehen.

D.h. z.B. die inter­na­tio­nale Firma Apple darf kein Geld für die Apps des iPad ver­die­nen, denn dann ver­die­nen unsere Freunde vom Ber­tels­mann und Sprin­ger nix mehr. Google darf nicht alles dar­stel­len, son­dern nur das, was wir wol­len. Das Netz war immer tech­nik­neu­tral. Erin­nert Euch an Net­scape? Einst Qua­si­mo­no­pol, heute Geschichte. Weil das Netz selbst für Offen­heit gesorgt hat. Dazu braucht es kei­nen Staat.

These 3 – Freie Ent­fal­tung im Netz und Aus­gleich zwi­schen kol­li­die­ren­den
Frei­heits­rech­ten Pri­va­ter ermög­li­chen
Jeder hat das Recht auf freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit im Inter­net. Es ist auf
Wis­sens­ver­meh­rung und soziale Teil­habe gerich­tet
. Durch die freie Ent­fal­tung im
Inter­net ist das Phä­no­men „per­sön­li­cher“ Daten­macht ent­stan­den. Sie muss daher stär­ker mit den Per­sön­lich­keits­rech­ten ande­rer zum Aus­gleich gebracht wer­den. Die freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit im
Inter­net lässt sich jedoch nicht durch das klas­si­sche Daten­schutz­recht im Sinne eines Ver­bots mit Erlaub­nis­vor­be­halt begren­zen. Für den gebo­te­nen Aus­gleich müs­sen wir zuvör­derst soziale Regeln ent­wi­ckeln. Der Staat sollte zur Ergän­zung in ers­ter Linie sein zivil­recht­li­ches Instru­men­ta­rium zur Ver­fü­gung stellen.

D.h.: wir brau­chen mehr Gesetze zur Regu­lie­rung des Inter­nets, da sein zivil­recht­li­ches Instru­men­ta­rium ja (s.o.) nicht aus­reicht. Eine über­flüs­sige These mehr (nun sinds noch 11).

These 4 –Selbst­be­stim­mung und Eigen­ver­ant­wor­tung stär­ken
Selbst­be­stim­mung und Eigen­ver­ant­wor­tung der Nut­zer müs­sen gestärkt wer­den. Die Kon­trolle des Ein­zel­nen über sein Han­deln in der digi­ta­len Welt muss gewahrt blei­ben. Wir brau­chen hierzu mehr Auf­klä­rung über die Abläufe im Inter­net, Mög­lich­kei­ten der eigen­ver­ant­wort­li­chen Selbst­kon­trolle und die daten­schüt­zende Qua­li­tät von Diens­ten. Dies gilt etwa beim Cloud-Computing, dem Umgang mit elek­tro­ni­schen Iden­ti­tä­ten und bei der Steue­rung eige­ner IT-Systeme sowie ver­netz­ter Alltagsgegenstände.

D.h. Wir müs­sen staat­li­che tech­ni­sche Struk­tu­ren ent­wi­ckeln, die Teile des Inter­nets in unse­rem Inter­esse regu­lie­ren und ggf. zen­sie­ren kön­nen. Außer­dem haben wir das Thema Tech­nik über­haupt nicht ver­stan­den und wol­len es mal erklärt bekommen.

Mehr Wett­be­werb im Netz stärkt Selbst­be­stim­mung und Eigen­ver­ant­wor­tung der Nutzer.

das ist ein völ­lig sinn­freier Satz. Der Mann oder seine Bera­ter haben echt über­haupt keine Ahnung wovon sie da reden.

Dafür brau­chen wir mehr Ver­fü­gungs­ge­walt über unse­ren vir­tu­el­len Hausrat.

Ah! Die Erklä­rung: “wir wol­len alles/Geschichte/Fakten/Entscheidungen/Prozesse/Wahrheiten was wir im Netz haben selbst löschen kön­nen, damit ihr es spä­ter nicht dum­mer­weise wie­der fin­det und es gegen uns ver­wen­den könnt. Oder bes­ser: unsere Such­ma­schine CD-GUgle.de zeigt nur das, was Ihr sehen sollt. Wel­come back to TV.

Dies ist gegen­wär­tig in vie­len Berei­chen nicht gege­ben, etwa weil Dienste von einer bestimm­ten Platt­form abhän­gig sind oder weil es beim Umzug zwi­schen sozia­len Netz­wer­ken keine Mög­lich­keit gibt, „sei­nen Daten­be­stand mitzunehmen“.

Ich schreib auf “Wer kennt wen” nur dass rein, was ich dort rein­schrei­ben will. Ich schreib bei “Xing” nur das rein, was dort ste­hen soll und ins Blog ebenso. Wovon reden die hier zum Kuckuck eigent­lich schon wie­der. Das ist so ein Pseudo-ich weiss Bescheid-Geschreibsel was den Ein­druck von Wis­sen ver­mit­teln soll,  um dem dum­men Inter­net­aus­dru­cker die Sicher­heit vor­zu­täu­schen, die hät­ten diese böse Sache Inter­net auch wirk­lich ver­stan­den. Wäh­ler­stim­men, Quote, nix anderes.

Wir soll­ten die Aus­übung der beste­hen­den Betrof­fe­nen­rechte, wie z. B. das Recht auf Aus­kunft oder das Recht auf Wider­spruch, ins­ge­samt ver­ein­fa­chen, indem wir hier­für bes­sere Online-Möglichkeiten schaffen.

bes­sere Online-Möglichkeiten”? Was ist das denn? Ne Home­page wo man sich beschwe­ren kann, oder was?

These 5 – Anony­mi­tät und Iden­ti­fi­zier­bar­keit abwä­gen
Der freie Bür­ger zeigt sein Gesicht, nennt sei­nen Namen, hat eine Adresse.

Also zum einen ist das Netz ja nicht anonym. Zum ande­ren kann das Netz anonym sein. Der Stan­dar­du­ser ist aber nicht anonym, selbst wen er es meint. Die Frei­heit anonym zu blei­ben ist eine der her­aus­ra­gen­den Grund­ei­gen­schaf­ten des Net­zes und damit etwas was es bei­zu­be­hal­ten gilt. Das will unser Minis­ter aber nicht.

Gleich­zei­tig sind wir es gewohnt, im All­tag grund­sätz­lich unbe­ob­ach­tet zu han­deln. Bei­des muss auch im Inter­net nor­mal blei­ben. Eine schran­ken­lose Anony­mi­tät kann es jedoch im Inter­net nicht geben.
Es muss sicher­ge­stellt sein, dass die Anfor­de­run­gen an die Iden­ti­fi­zie­rung unter
Wah­rung des
Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­sat­zes danach aus­ge­stal­tet sind, wel­chem Zweck sie dient, wel­che Grund­rechte betrof­fen sind, ob der Betrof­fene sich im pri­va­ten, sozia­len oder öffent­li­chen Berei­chen des Inter­nets bewegt und ob er einen Anlass für die Iden­ti­fi­zie­rung gege­ben hat. Wich­tige Rechts­ge­schäfte brau­chen immer bekannte Gläu­bi­ger und Schuld­ner.

D.h. Böse Jungs müs­sen zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. Wir bestim­men, wer die bösen Jungs sind.

These 6 – Ver­ant­wor­tung zwi­schen Anbie­tern und Nut­zern gerecht auf­tei­len
Neben den Nut­zern haben auch Anbie­ter eine eigene Ver­ant­wor­tung, zur Sicher­heit des Net­zes. Die jewei­lige Ver­ant­wor­tung rich­tet sich nach den jewei­li­gen Risi­ken und der Zumut­bar­keit für den Ein­zel­nen und die Anbie­ter.
Für gefahr­ge­neigte Ange­bote und Dienste sollte nicht in Bezug auf Inhalte, aber in Bezug auf die „Ver­kehrs­si­cher­heit“ eine Gefähr­dungshaf­tung mit
Exkul­pa­ti­ons­mög­lich­keit oder Beweis­last­um­kehr in Betracht gezo­gen wer­den. Bei
Berück­sich­ti­gung aner­kann­ter Sicher­heits­stan­dards oder zer­ti­fi­zier­ter Ver­fah­ren, etwa bei elek­tro­ni­schen Iden­ti­tä­ten, könnte diese Haf­tung redu­ziert werden.

Gut, gut. Also das ist mal eine These, die ganz cle­ver gemacht ist. Sie täuscht “Befrei­ung” vor und meint “Über­wa­chung”. Denn hier will der Staat sicher “nach Augen­maß exkul­pie­ren”. Außer­dem ent­schei­det der Staat über “Zumut­bar­keit” und “Ver­kehrs­si­cher­heit”, was auch nix ande­res als Zen­sur­struk­tu­ren bedeutet.

Ver­bo­tene Sei­ten sind inhalt­lich nicht “ent­haft­bar”, wohl aber deren Ver­kehrs­si­cher­heit. Bedeu­tet das kon­kret: Pro­vi­der sind nicht haft­bar für die Inhalte der User? Nutzt ein User ver­bo­tene Sei­ten, bei denen er sich iden­ti­fi­ziert hat, haf­tet der Pro­vi­der nicht? Das bedeu­tet: das Inter­net braucht einen Iden­ti­fi­zie­rungs­zu­gang (der vom Staat — natür­lich — über­wacht wird. Hm, klingt für mich nicht sehr Netzpolitisch).

These 7 – Staat­li­che Grund­ver­sor­gung sicher­stel­len
Das Inter­net ist eine Basis­in­fra­struk­tur unse­res Zusam­men­le­bens gewor­den. Der Staat hat eine Ver­ant­wor­tung dafür, dass das Inter­net flä­chen­de­ckend zur Ver­fü­gung steht und sichere Basisdienste bereit­ge­stellt wer­den. Daten­si­cher­heit ist eine zen­trale Her­aus­for­de­rung für die Zukunft. Bei der Wahl der regu­la­to­ri­schen Mit­tel und der Fest­le­gung der kon­kre­ten Anfor­de­run­gen sollte der Staat aller­dings mit Augen­maß agie­ren, um die Inno­va­tion und Ent­wick­lungs­of­fen­heit des Inter­nets nicht zu gefährden.

da fällt mir nur ein ech­tes *lol* ein: Zugang zum Inter­net ist ein “Grund­recht”. Soweit in Ord­nung. “Augen­maß” heisst immer “wir schrän­ken Frei­hei­ten ein, denn wir ent­schei­den was gut für Euch ist”. Gleich­zei­tig haben wir Schiss, dass die Mega-Kohle, die man mit dem Netz ver­die­nen kann, unse­ren Wirt­schafts­lob­by­is­ten, für die wir es jetzt gerade regu­lie­ren müs­sen, flö­ten geht. Geh wei­ter, Minister!

These 8 – Die gesamte Band­breite des Ord­nungs­rechts nut­zen
Der Staat hat das Recht und in man­chen Fäl­len auch die Pflicht, in Inter­net­dienste und Inter­net­nut­zun­gen, wie auch außer­halb des Inter­nets steu­ernd ein­zu­grei­fen. Klas­si­sche ord­nungs­recht­li­che Maß­nah­men kön­nen durch neue, „wei­che“ Steue­rungs­in­stru­mente ergänzt wer­den. Bei­spiele sind behörd­li­che War­nun­gen oder Ver­öf­fent­li­chun­gen von Ergeb­nis­sen ord­nungs­be­hörd­li­cher Kon­trol­len. Diese dür­fen jedoch nicht einem
mit­tel­al­ter­li­chen Pran­ger gleich­kom­men. Auch Trans­pa­renz unter­liegt dem Gebot der Verhältnismäßigkeit.

Was soll diese These? Staat=mehr Ein­griff ins Netz. Nix Neues zum Rest, These ent­fällt. (10). Inklu­sive die­ser These hebt der Minis­ter jetzt rich­tig ab, wahr­schein­lich hat er sich zuviel und zu lange mit lee­ren Geblö­del abge­ben müssen:

These 9 – Auf bewährte Ein­griffs­be­fug­nisse zurück­grei­fen
Die Ein­griffs­rechte des Staa­tes zur Abwehr von Gefah­ren und Bekämp­fung der
Kri­mi­na­li­tät im Inter­net bestim­men sich nach den her­kömm­li­chen Maß­stä­ben – wir dür­fen das Inter­net weder als rechts­freien noch in ers­ter Linie als „kri­mi­nel­len“ Raum betrach­ten. Der Staat muss sich dabei am mil­de­ren Mit­tel und den Ein­griffs­be­fug­nis­sen der rea­len Welt orientieren.

Der Staat zen­siert. Der Staat schaut — nur so neben­bei — auch noch Deine Fest­platte an. Du gehst in den Knast!

These 10 – Rea­lis­ti­sche Erwar­tun­gen an die Sicher­heits­be­hör­den for­mu­lie­ren und ihre IT-Kompetenz verbessern

Wo der Staat im Inter­net hoheit­lich han­deln will, muss er den damit ver­bun­de­nen Anspruch tat­säch­lich erfül­len kön­nen. Er sollte sich daher auf Maß­nah­men kon­zen­trie­ren, die in der digi­ta­len Welt wirk­lich umge­setzt wer­den kön­nen. Hierzu ist die Qua­li­fi­ka­tion und Aus­stat­tung von Ord­nungs– und Sicher­heits­be­hör­den zu über­prü­fen und zu ergän­zen.

Was ist das für ne These? Sollte eher eine Mit­tei­lung an den Haus­halt sein: kauft uns Com­pu­ter und lie­fert uns Fach­leute die das wis­sen, was wir nicht wis­sen. (ver­blei­ben noch 9).

These 11 – Tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät wah­ren
Für die Wah­rung der tech­no­lo­gi­schen Sou­ve­rä­ni­tät des Staa­tes ist es erfor­der­lich, dass er natio­nale Kern
kom­pe­ten­zen erhält und för­dert. Hierzu braucht unser Land For­scher und Unter­neh­mer, die stra­te­gi­sche IT– und Inter­net­kom­pe­ten­zen erhal­ten und aus­bauen.
Ohne eine starke eigene IT-Industrie gera­ten wir in Abhän­gig­kei­ten, die unsere
Frei­hei­ten und unsere Ver­fas­sungs­iden­ti­tät gefähr­den kön­nen.

Die Frei­heit wird am Hin­du­kusch aus­län­di­schen Com­pu­ter­ex­per­ten ver­tei­digt. Das Weiß­buch der Bun­des­wehr des Jah­res 2011 wird um die “Wah­rung der Han­dels­rechte auch im Inter­net” ergänzt. Bun­des­prä­si­dent Wes­ter­welle wird es in einem Anfall von Men­schen­güte einem ARD-Reporter im Jahre 2018 auf dem Weg von Sili­con Val­ley nach St. Peters­burg erwäh­nen und tritt aus Empö­rung über die Reak­tio­nen der Poli­tik und der Medien zurück. Was für Spacken!

These 12 – Online-Angebote nut­zer­ori­en­tiert und kos­ten­ge­recht aus­bauen
Staat­li­che Ange­bote und Inno­va­tio­nen im Netz müs­sen unse­rem all­ge­mei­nen
Staats­ver­ständ­nis
folgen.

Wenn wir mal das Netz regu­liert haben, kriegt ihr das was wir wollen.

Bei der Frage, ob eine staat­li­che Auf­gabe im Inter­net erfüllt wer­den soll, müs­sen wir uns am Nut­zen für Bür­ger und Wirt­schaft ori­en­tie­ren.

Gesund­heits– und Bil­dungs­sys­tem kos­tet nur unnö­tig Geld. Unsere Lobby will, dass Ihr euch selbst ver­arz­tet und sel­ber schult. Auf Eure Kosten!

Der Nut­zen kann auch in der Teil­habe an der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung beste­hen. Online-Konsultationen kön­nen Betei­li­gun­gen von Ver­bän­den und Inter­es­sen­grup­pen im kom­mu­na­len und staat­li­chen Rechts­set­zungs­ver­fah­ren durch eine zusätz­li­che Form der Bür­ger­be­tei­li­gung ergänzen.

Unsere Wahl­au­to­ma­ten machen für Euch das rich­tige Kreuz. Peti­tio­nen macht ihr bei uns. Ihr inter­es­siert uns immer noch nicht.

Die klas­si­schen Staats­auf­ga­ben, wie der Kul­tur– und Bil­dungs­auf­trag müs­sen beim Aus­bau der Ange­bote gebüh­rend berück­sich­tigt werden.

Bildungsauftrag…hab ich doch gesagt…Gesundheit fehlt noch…

Wir müs­sen bei allen staat­li­chen Ange­bo­ten auf eine gerechte Kos­tentei­lung ach­ten und von Fall zu Fall ent­schei­den, ob und in wel­chem Maße die Kos­ten für ein Online-Angebot vom Nut­zer oder von der All­ge­mein­heit getra­gen wer­den soll.

Also ent­we­der zahl ich, oder…moment…ich?

These 13 – Elek­tro­ni­sche Behör­den­dienste am Nut­zen aus­rich­ten
Elek­tro­ni­sche Behör­den­dienste sind aus­zu­bauen – sie die­nen einer effi­zi­en­ten,
wirt­schaft­li­chen und bür­ger­na­hen Ver­wal­tung. Bür­ger und Unter­neh­men erwar­ten von der öffent­li­chen Ver­wal­tung eine rasche, ein­fa­che und effek­tive Abwick­lung ihrer Behör­den­an­ge­le­gen­hei­ten. In Zei­ten knap­per öffent­li­cher Kas­sen muss die Ver­wal­tung noch wirt­schaft­li­cher arbei­ten. Der wei­tere
Aus­bau elek­tro­ni­scher Behör­den­dienste muss genutzt wer­den, um Ein­spar– und
Opti­mie­rungs­po­ten­ziale aus­zu­schöp­fen. Der elek­tro­ni­sche Zugang des Bür­gers zur Ver­wal­tung muss als zusätz­li­ches Ange­bot aus­ge­stal­tet wer­den.
Der her­kömm­li­che Zugang zur Ver­wal­tung muss dane­ben beste­hen blei­ben. Für Unter­neh­men kann eine Pflicht zum elek­tro­ni­schen Daten­aus­tausch mit der Ver­wal­tung begrün­det wer­den, soweit die elek­tro­ni­sche Abwick­lung sinn­voll und vor­teil­haft ist

Heisst: solange uns noch die Inter­net­aus­dru­cker­ge­ne­ra­tion — haupt­säch­lich — wählt, behal­ten wir ein paar Ange­stellte in den Bür­ger­äm­tern. Ansons­ten läuft alles über unser Netz. Unter­neh­men von denen wir Spen­den erhal­ten, oder in deren Auf­sichts­rä­ten wir sit­zen dür­fen ihre Steu­ern über unsere Spe­zi­al­ka­näle völ­lig unbe­ob­ach­tet abwickeln.

These 14 – Staat­li­che IT-Systeme attrak­tiv und sicher aus­ge­stal­ten
Staat­li­che IT-Systeme und Internet-Dienste müs­sen ange­sichts der
Abhän­gig­keit der Bür­ger und der Ver­wal­tung von ihnen sicher und unge­stört funk­tio­nie­ren, auf offe­nen Stan­dards basie­ren, von allen Men­schen platt­for­mu­n­ab­hän­gig genutzt wer­den kön­nen und größt­mög­li­che Trans­pa­renz bieten.

Genau: Ihr müsst unsere Com­pu­ter und unser Netz ver­wen­den. Eure Abhän­gig­keit muss gewahrt wer­den. Nur wir bli­cken dann noch durch. Kein anderer!

Staatliche IT-Systeme müs­sen so aus­ge­stal­tet sein, dass die Inte­gri­tät und
Geset­zes­bin­dung der Ver­wal­tung ebenso gewahrt bleibt wie das Ver­trauen des in das staat­li­che Ange­bot. Bürgers

Wir wer­den Euch nach­dem wir das Netz regu­lie­ren wie­der so lange gequirlte Pro­pa­gan­da­scheisse in Eure Hirne quet­schen, dass Ihr uns alles glau­ben wer­det. so wie Eure Väter und Groß­vä­ter auch schon!

Die Infor­ma­ti­ons­tech­nik muss den Anfor­de­run­gen der Ver­wal­tung und der Bür­ger fol­gen und nicht umge­kehrt. Es darf z.B. nicht sein, dass bei einer Ermes­sens­ent­schei­dung ein bestimm­tes Kri­te­rium nur des­halb nicht berück­sich­tigt wird, weil das IT-System dies nicht anbietet.

Wir wer­den _alle_ Eure Bür­ger­rechte in Fet­zen reissen!

Ber­lin, den 22. Juni 1933 2010
Dr.
Tho­mas de Mai­zière
Bun­des­mi­nis­ter des Innern”

Zusam­men­fas­sung im L33tspeech:

14 The­sen:

4 The­sen: blabla

10 The­sen: Zen­sur, Regu­la­tion, Staats­mo­no­pol Internet

3 The­sen: Wir ent­las­sen die Ver­wal­tung, Schule über PC, Thea­ter kann man auch als Spiel bei uns runterladen.

Ein kata­stro­pha­les Armuts­zeug­nis unse­rer momen­ta­nen demo­kra­ti­schen Situa­tion. Der Text vom Minis­ter ist eine Kriegs­er­klä­rung an die Frei­heit aller Bür­ger, denn es geht nicht nur um die Regu­lie­rung des beste­hen­den Inter­nets, es geht auch um die Ein­schrän­kung des Bür­gers in Rich­tung Staat. Hier ver­deut­licht eine poli­ti­sche Klasse, dass sie mit dem Bür­ger nichts mehr zu tun haben will, außer des­sen Arbeits– und Finanz­kraft. Es ist un..glaub…lich!

Dokumentierter Kindesmissbrauch ist also kein Film”!

2 comments

Ja, genau verdammt:

Ich finde, schon der Begriff selbst ist ein Pro­blem, weil er fal­sche Kon­no­ta­tio­nen her­vor­ruft.

Por­no­gra­fie (also die legale Vari­ante mit Erwach­se­nen, die frei­wil­lig und auf Bezah­lungs­ba­sis agie­ren) ist fik­tiv. Es ist ein nar­ra­ti­ves Film­genre, das ganz vie­len Fak­to­ren der Film­pro­duk­tion unter­wor­fen ist und das man als Film­wis­sen­schaft­ler ana­ly­sie­ren kann. Die koer­per­li­chen Rea­li­tae­ten im Por­no­film sind unge­fa­ehr so “echt” wie der Film­kuss zwi­schen Scar­lett O’Hara und Rhett But­ler, und die Kon­su­men­ten wis­sen, dass sie einem insze­nier­ten Sexu­alakt zuse­hen. Der Por­no­in­dus­trie wird seit Jahr­zehn­ten ein Millionen/Milliardengewinn unter­ge­scho­ben, ohne jemals Zah­len zu nen­nen. Es gibt schon hier­fuer keine Quel­len, und das sind alles legale Unter­neh­men.

Doku­men­tier­ter Kin­des­miss­brauch (ich wei­gere mich, das ‘Por­no­gra­fie’ zu nen­nen) ist dem dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt. Es ist authen­tisch und echt, wie Herr Vet­ter das schon beschrieb. Es ist ein Bei­pro­dukt eines rea­len Ver­bre­chens und die Kon­su­men­ten die­ser Filme sind sich des­sen bewusst. Die Filme sind nicht nar­ra­tiv, sie spie­len nicht in einer erfun­de­nen Welt. Doku­men­tier­ter Kin­des­miss­brauch ist also kein Film. Und somit auch keine Por­no­gra­fie. Es ist die Doku­men­ta­tion eines Ver­bre­chens zum Zwe­cke der Erre­gung. Nicht alles was erregt, ist Por­no­gra­fie. Dazu bedarf es der oben genann­ten Kom­po­nen­ten.

Ich per­so­en­lich finde, dass der Begriff ‘Por­no­gra­fie’ in Ver­bin­dung mit Kin­des­miss­brauch unglaub­lich zynisch ist, weil es eine frei­wil­lige Betei­li­gung der Dar­stel­ler impli­ziert. Das ist sehr grau­sam gege­nu­e­ber den Opfern von Kin­des­miss­brauch. Des­we­gen finde ich den Begriff ‘Kin­der­por­no­gra­fie’ nicht nur unzu­tref­fend, son­dern auch abwer­tend den Opfern gegenueber.”

Written by admin

September 14th, 2009 at 11:10 pm

#fsa09 Die Demo, das Ergebnis und ein gutes Statement.

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So, Demo ist rum, Welt­ar­ti­kel sagt eigent­lich auch schon alles aus:

Anstatt Infor­ma­ti­ons– und Mei­nungs­frei­heit ein­zu­schrän­ken, müsse die Straf­ver­fol­gung pro­fes­sio­nel­ler werden.”

und bei Netzpolitik.org heisst es:

Die 19:00 Uhr Pres­se­mit­tei­lung des “Frei­heit statt Angst”-Demobündnis:

* Ins­ge­samt 25.000 Bür­ger pro­tes­tier­ten gegen den Überwachungswahn

* “Frei­heit statt Angst” Demons­tra­tion ein vol­ler Erfolg”

Lei­der konnte ich nicht dabei sein. Zwar hatte die­ser hier mal die Frage nach der Anzahl der Demons­tran­ten gestellt, aber meine Ant­wort an ihn, halte ich für extrem plau­si­bel. Und außer­dem ein wei­te­res Bei­spiel dafür, warum #Zen­sur­sula das Eltern­geld ein­ge­führt hat:

Tweet an den, der sich über die Anzahl der Demonstranten wundertekönnte man mei­nen und war tat­säch­lich auch mein Grund nicht nach Ber­lin zu fahren.

Anhand der Bericht­er­stat­tung und vor allem der Tweets über #fsa09 konnte ich gut dabei sein und habe meine following-Liste etwas ergän­zen kön­nen. Der Live-Ticker der taz war dann der aus­schlag­ge­bende Link zu der Aus­sage von Johnny Haeusler:

Auch wenn Johnny der Betrei­ber des Spree­blick ist und somit einer der Mit­un­ter­zeich­ner des “Inter­net Mani­fests” (ja, ich kanns nicht sein las­sen und muss Trolle füt­tern), so sind seine Worte wohl auch für die “alten Leut” mal ver­ständ­lich. Viel­leicht nutzt es ja was.

Ich bin mir aber sicher, dass die “geringe” Anzahl der Teil­neh­mer noch von den eta­blier­ten Par­teien und vor allem von den Concrete-Heads Schäu­ble und von der Leyen als “unter fer­ner lie­fen”, bzw. “lächer­lich” abge­wun­ken werden.

Lei­der machen mir die Jungs von der Pira­ten­par­tei in ihren Inter­views nicht gerade die kom­pe­ten­tes­ten Ein­drü­cke. Gut, die müs­sen das Poli­ti­sie­ren und Quat­schen noch ler­nen, aber wenn ich mir z.B. Inter­views von Becke­dahl oder den Leu­ten des CCC ansehe, so meine ich, merkt man denen die Rou­tine mit den Medien schon mehr an.

Na, ist ja noch kein Meis­ter vom Him­mel gefal­len. Aber 150.000 Teil­neh­mer wären bes­ser gewe­sen. Wie gesagt: wenn alle _wir Eltern_ die durch #Zen­sur­sula zur Eltern­schaft in den letz­ten 2 Jah­ren “ver­führt” ;-) wor­den sind, dabei gewe­sen wären, hät­ten sich wohl die 150.000 Leute zusammengefunden.

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September 12th, 2009 at 8:21 pm

Freiheit statt Angst

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http://netzpolitik.org/2009/freiheit-statt-angst-die-groesste-buergerrechts-demo-aller-zeiten-steht-bevor/ http://www.ccc.de/updates/2009/demo-berlin?language=en

Auf die Straße: Für Frei­heit, Demo­kra­tie und gegen Zensur!

Sep­tem­ber 05, 2009 (frankro) Der Über­wa­chungs– und neu­er­dings auch Zen­sur­wahn hat im Super­wahl­jahr 2009 nicht nach­ge­las­sen. Der Chaos Com­pu­ter Club (CCC) ruft daher gemein­sam mit dem Arbeits­kreis Vor­rats­da­ten­spei­che­rung zur Teil­nahme an der Groß­de­mons­tra­tion “Frei­heit statt Angst” am 12. Sep­tem­ber 2009 in Ber­lin auf. Treff­punkt ist um 15 Uhr am Pots­da­mer Platz.

Wir den­ken: Es reicht nicht, dar­auf zu war­ten, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die hys­te­ri­schen “Sicher­heits­po­li­ti­ker” viel­leicht mal wie­der zur Ord­nung ruft. Es ist viel­mehr Zeit, den in kol­lek­ti­ver Ter­rorpsy­chose ver­fan­ge­nen Polit­dar­stel­lern zu zei­gen, was wir von ihrer Sei­fen­oper hal­ten. Die Gele­gen­heit ist güns­tig, denn wir haben bald wie­der die Wahl und müs­sen klar­ma­chen, was unsere Prio­ri­tä­ten sind. Infor­ma­ti­ons­frei­heit und digi­tale Bür­ger­rechte sind keine Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr und brau­chen daher eine starke Stimme auf der Straße, nicht nur im Netz.

Wir wis­sen: Demons­trie­ren macht sexy, ver­bes­sert die Mus­ku­la­tur und schafft Mög­lich­kei­ten zur per­sön­li­chen unbe­lausch­ten Fra­ter­ni­sie­rung mit Gleich­ge­sinn­ten. Des­halb: Bringt Eure tol­len T-Shirts, Pla­kate, Oma, alle Euch bekann­ten Mobil­te­le­fon­be­sit­zer, frei­heits­ver­liebte Nach­ba­rin­nen und Luft­bal­lons mit und kommt auf die Straße. Wir schrei­ben es den Inter­net­aus­dru­ckern ins Stamm­buch: Weni­ger Frei­heit bringt uns nicht mehr Sicher­heit, Stopp­schil­der ret­ten kein Kind. ”

Ich wär je gern hin…geht Ihr wenigs­tens hin.

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September 11th, 2009 at 5:00 pm

Zypries in der taz

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Nein, Fefe, keine Sorge ich schreibe nicht unüber­legt von Dir (Netzpolitik.org schreibts ja auch)  ab. Aber Du nimmst mir eben alle Worte vor­weg (und das muss ich ein­fach alles zitie­ren): http://blog.fefe.de/?ts=b457e9d5

[l] Die Zypries hat der taz ein Inter­view gege­ben, http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-piraten-sind-mir-zu-konservativ/

bei dem sich die Bal­ken nur so bie­gen. Ich kann da gar kei­nen beson­ders schlim­men Teil raus­grei­fen, weil das nur so ein Feu­er­werk an schlim­men Tei­len ist. Zypries ist ein­ge­schnappt, dass wir nicht mehr mit ihr reden wol­len, weil sie das Zen­sur­ge­setz gemacht hat, obwohl wir ihr alle Argu­mente dage­gen in die Hand gege­ben haben. Zypries ist ein­ge­schnappt, dass die Leute die Pira­ten­par­tei der SPD vor­zie­hen, obwohl sie bei den Pira­ten keine Posi­tion zu “Arbeits­markt, Chan­cen­ge­rech­tig­keit, Wirt­schafts– und Finanz­krise” hat.

Was war noch gleich das SPD-Modell dazu? Arbeits­markt? Hat die SPD mit Ein-Euro-Jobs und Hartz IV nach­hal­tig zer­stört. Chan­cen­ge­rech­tig­keit ist ein übel­keits­er­re­gen­der Neocon-Kampfbegriff, mit des­sen Benut­zung sie sich krass demas­kiert hat, wahr­schein­lich ohne es zu mer­ken. Chan­cen­ge­rech­tig­keit sagt näm­lich, dass die Leute nicht ein Recht auf gutes Leben haben müs­sen, son­dern nur die Chance auf gutes Leben, d.h. wenn man jedem ein Lot­te­rie­los in die Hand drückt, hat man Chan­cen­ge­rech­tig­keit, und das ist ja auch genau das, was INSM und ihre Jün­ger gerne errei­chen wol­len. Die Leute sol­len alle arm gehal­ten wer­den, aber mit Taschen­spie­ler­tricks wie “Chan­cen­ge­rech­tig­keit” ver­arscht man sich hin­rei­chend, dass sie das mit sich machen las­sen. Und die Wirt­schafts­krise hat die SPD ja auch her­vor­ra­gend in den Sand gesetzt mit ihrer Ban­ken­ret­tung und der resul­tie­ren­den Mons­ter­ver­schul­dung für jeden von uns. Wenn ich mir das mal so angu­cken, dann wäre in jedem die­ser Punkte kein Pro­gramm bes­ser gewe­sen als das SPD-Programm.

Aber wei­ter im Text. Da kom­men dann so Höhe­punkte wie

Ja, selbst­ver­ständ­lich nehme ich die Sor­gen der Inter­net­ge­meinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffent­lich deut­lich gemacht. Ich befinde mich kon­stant im Dia­log mit Ver­tre­tern der Inter­net­ge­meinde. und Aber wenn ich etwas poli­tisch für rich­tig halte, dann kann ich das nicht fal­len las­sen, weil eine bestimmte Gruppe der Inter­net­nut­zer droht, eine andere Par­tei zu wäh­len. Das hätte mit kon­se­quen­ter und gerad­li­ni­ger Poli­tik nichts zu tun. Aha, das Ein­füh­ren von Inter­net­zen­sur ist also kon­se­quent und gerad­li­nig. Mit ande­ren Wor­ten: die Lang­zeitstra­te­gie der SPD kul­mi­niert zwangs­läu­fig in der Ein­füh­rung von Zen­sur. Das ist ja mal eine starke Aus­sage. Ich gebe ihr natür­lich voll­um­fäng­lich Recht an der Stelle, bezweifle aber, dass sie ver­stan­den hat, was sie da gerade zuge­ge­ben hat.

Oh und noch eine schöne “belei­digte Leber­wurst” Stelle:

Und es ist ja nicht so, dass wir nicht mit den Kri­ti­kern der Inter­net­sper­ren gere­det hät­ten. Ihre Argu­mente sind berück­sich­tigt wor­den, wir haben die Rege­lung eng aus­ge­stal­tet, Rechts­schutz ein­ge­baut und das Ganze auf drei Jahre befris­tet. Zur Wahr­haf­tig­keit im poli­ti­schen Dis­kurs würde es gehö­ren, das auch anzu­er­ken­nen. HAHAHAHA, oh und wie wir das aner­kannt haben. Kei­ner von uns hat ver­ges­sen, dass Frau Zypries per­sön­lich an dem Gesetz geschrie­ben hat, dass in Deutsch­land die Inter­net­zen­sur ein­ge­führt hat. Eines der dun­kels­ten Kapi­tel der deut­schen Nach­kriegs­ge­schichte. Wie könnte das irgend­je­mand ver­ges­sen! Nein nein, Frau Zypries, keine Sorge, das ver­ges­sen wir Ihnen nicht. Naja lest mal sel­ber, ein Höhe­punkt jagt den nächs­ten. Sie gibt auch noch zu, dass die CDU mit ihrer stump­fen Proleten-Rhetorik sie zu dem Gesetz getrie­ben hat. Oh und die Pro­vi­der waren Schuld, denn wenn die sich nicht die Ver­träge hät­ten auf­zwin­gen las­sen, hätte sie kein Gesetz machen müs­sen, um das zu lega­li­sie­ren. Unfaßbar.

Oh und sie tritt für eine Selbst­re­gu­lie­rung des Inter­nets ein. Die Län­der sol­len sich ver­pflich­ten, für ein sau­be­res Inter­net zu sor­gen! Als Vor­bild nennt sie den Groß­va­ter aller voll­stän­dig ver­kack­ten Initia­ti­ven, das Kyoto-Protokoll! Harharhar.

Selbst­ver­pflich­tun­gen sind bes­ser als ihr Ruf! Bwa­ha­haha, das tra­gi­sche ist ja, dass man den Ein­druck hat, sie meint das wirk­lich alles so. Selbst­ver­pflich­tun­gen sind nicht das Papier wert, auf dem sie ste­hen. Das macht man nur aus Wahl­kampf­grün­den, damit man sagen kann, man habe etwas getan.

Oh und dann sagt sie, wieso die Pira­ten keine Chance haben:

Es reicht nicht, wenn sich die Pro­gram­ma­tik einer Par­tei darin erschöpft, einem Lebens­ge­fühl Aus­druck zu ver­lei­hen nach dem Motto: wir sind jung, wir ken­nen das Netz und ihr Alten ver­steht davon nichts. Was die Pira­ten­par­tei zudem von den Grü­nen in ihren Anfän­gen unter­schei­det: Ihr feh­len die Gali­ons­fi­gu­ren mit poli­ti­schem Pro­fil, wie bei­spiels­weise Otto Schily oder Joschka Fischer. Da hat sich ja die rich­ti­gen Knall­tü­ten raus­ge­sucht. Joschka Fischer ist so über­as­si­mi­liert, dass er mit Anzug und Schlips rum­rennt, Deutsch­land zurück in den Krieg geführt hat, und ein Pipe­line­pro­jekt für die Ener­gie­ma­fia mana­ged, und Otto Schily ist zur SPD gewech­selt, wo er dann CDU-Politik gemacht hat. ”

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September 11th, 2009 at 4:05 pm

Meinungsfreiheit, Buchmesse und Zensurgesetze

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http://www.netzeitung.de/kultur/1459019.html

Irgend­ein “Experte” hat aus­ge­rech­net China zum Gast­land der Buch­messe gemacht. Das sowas Ärger berei­tet könnte, sollte wohl auch einem Leyen klar sein. Und den Ärger gibt es jetzt: damit die Sache nicht kom­plett den Bach run­ter­geht, wur­den tat­säch­lich ein paar “uner­wünschte” Auto­ren von denen ausgeladen.

Der Skan­dal um die Aus­la­dung zweier chi­ne­si­scher Auto­ren im Vor­feld der Frank­fur­ter Buch­messe mit China als Gast­land hat nun auch eine innen­po­li­ti­sche Debatte ausgelöst.

Der Vor­sit­zende des Bun­des­tags­kul­tur­aus­schus­ses, Hans-Joachim Otto (FDP), sprach am Don­ners­tag von einem «Armuts­zeug­nis für die Ver­ant­wort­li­chen der Messe». Schon am Vor­tag hatte Gün­ter Nooke, Men­schen­rechts­be­auf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung, eine klare Hal­tung von der Buch­messe angemahnt.”

Nee, bei uns ist grad Wahl­kampf. Da pol­tert die Oppo­si­tion schön laut über “wir las­sen uns doch nicht zen­sie­ren!” Bin gespannt, ob einer von den Regie­rungs­par­teien dazu was sagt. Dürf­ten die eigent­lich nicht, denn China ist da ja gro­ßes Vorbild.

Aber so bigott und heuch­le­risch wie die alle sind, wer­den die sicher auch — vor den Wah­len — ins glei­che Horn bla­sen. Wenn man sich den Satz von Otto mal genau anschaut, könnte er ja auch mei­nen: “Armuts­zeug­nis für die Ver­ant­wort­li­chen der Messe, warum habt Ihr Dep­pen aus­ge­rech­net China aus­ge­wählt?” und Nooke meint wohl eher “eine klare Hal­tung von der Buch­messe hin­sicht­lich wahl­kampf­kri­ti­scher The­men vor den Wah­len. Jetzt zwingt uns die Buch­messe dazu, die Wäh­ler vor den Wah­len noch­mals belü­gen zu müssen.”

Mei­nungs­frei­heit an ers­ter Stelle: Er wies Vor­würfe zurück, die Buch­messe unter­werfe sich beim Sym­po­sium der chi­ne­si­schen Zen­sur. Die Mei­nungs­frei­heit stehe für die Buch­messe an ers­ter Stelle. Auf der Messe im Okto­ber könn­ten alle Auto­ren zu Wort kom­men. «Die Frank­fur­ter Buch­messe ist inhalt­lich nicht kon­trol­lier­bar», sagte Boos. ”

Stimmt: die Buch­messe ist inhalt­lich nicht kon­trol­lier­bar und außer­dem ein rechts­freier Raum. Stellt die Stopp­schil­der auf!

Die Ein­la­dung an Chi­nas als Gast­land war nach Ansicht von Pen-Genersekretär Wies­ner «viel­leicht etwas vor­ei­lig». «Mög­li­cher­weise ist China als Ehren­gast der Buch­messe noch nicht reif für die Welt­öf­fent­lich­keit», sagte er der dpa. Wich­tig sei es, sich von China nicht «erpres­sen» zu lassen.”

Nun, wenn die Ent­wick­lung auf unse­rer Welt so wei­ter­geht, wer­den wir in 20 Jah­ren sowieso Chi­ne­sisch als Haupt­spra­che ler­nen und alle in blauen Over­alls rum­lau­fen. Die Kul­tur haben uns die Ossis in der Regie­rung ja stück­chen­weise drauf­ge­schafft. Viel fehlt ja dazu nicht mehr. Ihr par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­ten: was denkt Ihr eigent­lich: wenn 70% der Welt­öf­fent­lich­keit China ist, wer ist dann die Weltöffentlichkeit?

Hier gibts dar­über auch noch was zu lesen: http://www.netzeitung.de/kultur/1457259.html

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September 11th, 2009 at 4:00 pm