alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

Archive for the ‘piratenpartei’ tag

Jörg Tauss…schwierig schwierig

leave a comment

Ja, hat er nun, oder hat er nicht? Die Ant­wort ist für die Pira­ten­par­tei natür­lich von hohem Inter­esse. Sollte sich ein “er hat” als Fakt her­aus­stel­len, dann wars das wohl mit Herrn Tauss. Im Schrozberg-Blog steht sehr aus­führ­lich, wieso man bei der Sache aber auch noch aus ande­ren Grün­den ver­zwei­feln möchte:
– Durch­set­zung der Zen­sur­ge­setze, bzw. Aus­schal­ten eines Kri­ti­kers als tat­säch­lich Begrün­dung
– Unter­drü­ckung einer media­len Bericht­er­stat­tung über einen rechts­kräf­tig ver­ur­teil­ten CSU-Politiker
– Ver­qui­ckung einer Staats­an­walt­schaft in poli­ti­sche Hin­ter­grund­in­ter­es­sen
– media­les pro­pa­gie­ren und “Pus­hen” eigent­lich frag­wür­di­ger Orga­ni­sa­tio­nen, deren Sinn auch nur das Sicher­stel­len der poli­ti­schen Macht­ebe­nen sind

Das die Staats­an­wäl­tin offen­bar mit Ihrer Freun­din­nen­cli­que Interna bequatscht, ist ein kla­res Kick-Off-Argument. Aber das wird sicher kein Thema in den Medien für die breite Masse werden.

Das Ding geht aus wie immer (siehe Hypo-Real-Estate und Jörg Asmus­sen); ein Schau­spiel wird ver­an­stal­tet, die rich­ti­gen Fra­gen nicht gestellt, Nebel­ker­zen gezün­det und am Ende ist Tauss eben schuld, ob ers nun war oder nicht (wer­den wir sowieso nie erfahren).

Edit: Die Netz­po­li­tik sieht das Ganze etwas nüch­terner und möchte sich augen­schein­lich zu der Art und Weise der “Recher­che” miss­trau­isch zei­gen. Wie dem auch sei:gut, wenn die Alphas sich der Sache anneh­men, denn dann geht der Druck auch gegen die Medien end­lich los. Über Fefe bin ich ja erst auf die ganze Sache gestoßen.

Written by admin

Mai 27th, 2010 at 11:41 am

Zypries in der taz

leave a comment

Nein, Fefe, keine Sorge ich schreibe nicht unüber­legt von Dir (Netzpolitik.org schreibts ja auch)  ab. Aber Du nimmst mir eben alle Worte vor­weg (und das muss ich ein­fach alles zitie­ren): http://blog.fefe.de/?ts=b457e9d5

[l] Die Zypries hat der taz ein Inter­view gege­ben, http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-piraten-sind-mir-zu-konservativ/

bei dem sich die Bal­ken nur so bie­gen. Ich kann da gar kei­nen beson­ders schlim­men Teil raus­grei­fen, weil das nur so ein Feu­er­werk an schlim­men Tei­len ist. Zypries ist ein­ge­schnappt, dass wir nicht mehr mit ihr reden wol­len, weil sie das Zen­sur­ge­setz gemacht hat, obwohl wir ihr alle Argu­mente dage­gen in die Hand gege­ben haben. Zypries ist ein­ge­schnappt, dass die Leute die Pira­ten­par­tei der SPD vor­zie­hen, obwohl sie bei den Pira­ten keine Posi­tion zu “Arbeits­markt, Chan­cen­ge­rech­tig­keit, Wirt­schafts– und Finanz­krise” hat.

Was war noch gleich das SPD-Modell dazu? Arbeits­markt? Hat die SPD mit Ein-Euro-Jobs und Hartz IV nach­hal­tig zer­stört. Chan­cen­ge­rech­tig­keit ist ein übel­keits­er­re­gen­der Neocon-Kampfbegriff, mit des­sen Benut­zung sie sich krass demas­kiert hat, wahr­schein­lich ohne es zu mer­ken. Chan­cen­ge­rech­tig­keit sagt näm­lich, dass die Leute nicht ein Recht auf gutes Leben haben müs­sen, son­dern nur die Chance auf gutes Leben, d.h. wenn man jedem ein Lot­te­rie­los in die Hand drückt, hat man Chan­cen­ge­rech­tig­keit, und das ist ja auch genau das, was INSM und ihre Jün­ger gerne errei­chen wol­len. Die Leute sol­len alle arm gehal­ten wer­den, aber mit Taschen­spie­ler­tricks wie “Chan­cen­ge­rech­tig­keit” ver­arscht man sich hin­rei­chend, dass sie das mit sich machen las­sen. Und die Wirt­schafts­krise hat die SPD ja auch her­vor­ra­gend in den Sand gesetzt mit ihrer Ban­ken­ret­tung und der resul­tie­ren­den Mons­ter­ver­schul­dung für jeden von uns. Wenn ich mir das mal so angu­cken, dann wäre in jedem die­ser Punkte kein Pro­gramm bes­ser gewe­sen als das SPD-Programm.

Aber wei­ter im Text. Da kom­men dann so Höhe­punkte wie

Ja, selbst­ver­ständ­lich nehme ich die Sor­gen der Inter­net­ge­meinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffent­lich deut­lich gemacht. Ich befinde mich kon­stant im Dia­log mit Ver­tre­tern der Inter­net­ge­meinde. und Aber wenn ich etwas poli­tisch für rich­tig halte, dann kann ich das nicht fal­len las­sen, weil eine bestimmte Gruppe der Inter­net­nut­zer droht, eine andere Par­tei zu wäh­len. Das hätte mit kon­se­quen­ter und gerad­li­ni­ger Poli­tik nichts zu tun. Aha, das Ein­füh­ren von Inter­net­zen­sur ist also kon­se­quent und gerad­li­nig. Mit ande­ren Wor­ten: die Lang­zeitstra­te­gie der SPD kul­mi­niert zwangs­läu­fig in der Ein­füh­rung von Zen­sur. Das ist ja mal eine starke Aus­sage. Ich gebe ihr natür­lich voll­um­fäng­lich Recht an der Stelle, bezweifle aber, dass sie ver­stan­den hat, was sie da gerade zuge­ge­ben hat.

Oh und noch eine schöne “belei­digte Leber­wurst” Stelle:

Und es ist ja nicht so, dass wir nicht mit den Kri­ti­kern der Inter­net­sper­ren gere­det hät­ten. Ihre Argu­mente sind berück­sich­tigt wor­den, wir haben die Rege­lung eng aus­ge­stal­tet, Rechts­schutz ein­ge­baut und das Ganze auf drei Jahre befris­tet. Zur Wahr­haf­tig­keit im poli­ti­schen Dis­kurs würde es gehö­ren, das auch anzu­er­ken­nen. HAHAHAHA, oh und wie wir das aner­kannt haben. Kei­ner von uns hat ver­ges­sen, dass Frau Zypries per­sön­lich an dem Gesetz geschrie­ben hat, dass in Deutsch­land die Inter­net­zen­sur ein­ge­führt hat. Eines der dun­kels­ten Kapi­tel der deut­schen Nach­kriegs­ge­schichte. Wie könnte das irgend­je­mand ver­ges­sen! Nein nein, Frau Zypries, keine Sorge, das ver­ges­sen wir Ihnen nicht. Naja lest mal sel­ber, ein Höhe­punkt jagt den nächs­ten. Sie gibt auch noch zu, dass die CDU mit ihrer stump­fen Proleten-Rhetorik sie zu dem Gesetz getrie­ben hat. Oh und die Pro­vi­der waren Schuld, denn wenn die sich nicht die Ver­träge hät­ten auf­zwin­gen las­sen, hätte sie kein Gesetz machen müs­sen, um das zu lega­li­sie­ren. Unfaßbar.

Oh und sie tritt für eine Selbst­re­gu­lie­rung des Inter­nets ein. Die Län­der sol­len sich ver­pflich­ten, für ein sau­be­res Inter­net zu sor­gen! Als Vor­bild nennt sie den Groß­va­ter aller voll­stän­dig ver­kack­ten Initia­ti­ven, das Kyoto-Protokoll! Harharhar.

Selbst­ver­pflich­tun­gen sind bes­ser als ihr Ruf! Bwa­ha­haha, das tra­gi­sche ist ja, dass man den Ein­druck hat, sie meint das wirk­lich alles so. Selbst­ver­pflich­tun­gen sind nicht das Papier wert, auf dem sie ste­hen. Das macht man nur aus Wahl­kampf­grün­den, damit man sagen kann, man habe etwas getan.

Oh und dann sagt sie, wieso die Pira­ten keine Chance haben:

Es reicht nicht, wenn sich die Pro­gram­ma­tik einer Par­tei darin erschöpft, einem Lebens­ge­fühl Aus­druck zu ver­lei­hen nach dem Motto: wir sind jung, wir ken­nen das Netz und ihr Alten ver­steht davon nichts. Was die Pira­ten­par­tei zudem von den Grü­nen in ihren Anfän­gen unter­schei­det: Ihr feh­len die Gali­ons­fi­gu­ren mit poli­ti­schem Pro­fil, wie bei­spiels­weise Otto Schily oder Joschka Fischer. Da hat sich ja die rich­ti­gen Knall­tü­ten raus­ge­sucht. Joschka Fischer ist so über­as­si­mi­liert, dass er mit Anzug und Schlips rum­rennt, Deutsch­land zurück in den Krieg geführt hat, und ein Pipe­line­pro­jekt für die Ener­gie­ma­fia mana­ged, und Otto Schily ist zur SPD gewech­selt, wo er dann CDU-Politik gemacht hat. ”

Written by admin

September 11th, 2009 at 4:05 pm

Demo in Berlin am 12 September

leave a comment

Hier bei Netz­po­li­tik wird noch­mal auf kom­men­den Sams­tag auf­merk­sam gemacht:

Unter­stüt­zer: Es haben mitt­ler­weile 163 Unter­stüt­zer­or­ga­ni­sa­tio­nen, –ver­bände, –bands, Fir­men und Initia­ti­ven den Demo-Aufruf unter­zeich­net. Das ist das brei­teste Bünd­nis für Bür­ger­rechte und ein freies Inter­net und gegen Über­wa­chung, das Deutsch­land je gese­hen hat. Nach vor­sich­ti­gen Schät­zun­gen reprä­sen­tie­ren diese Unter­stüt­zer mehr als drei Mil­lio­nen Mit­glie­der (Dop­pel­mit­glied­schaf­ten schon sta­tis­tisch raus­ge­rech­net), das ist mehr als die Summe aller Par­tei­mit­glie­der der Gro­ßen Koali­tion und aller Mit­tel– und Klein­par­teien zusammen. ”

Nun nehmen die Medien auch den Prozess wahr

leave a comment

Sehr guter Arti­kel über die Motive der “Gene­ra­tion C64”, wie sie sich sel­ber nennt.

Sei­pen­busch zählt sich selbst zur »Gene­ra­tion C64«. Der 41-Jährige ist vor dem Com­pu­ter Com­mo­dore 64 groß gewor­den, spielt Video­spiele und pro­gram­miert, seit er den­ken kann. Die Welt im Inter­net emp­fand er von Beginn an als einen fried­li­chen Ort, an dem sich ver­nünf­tige Men­schen aus­tau­schen. Dann kamen die gro­ßen Kon­zerne ins Netz, spä­ter folgte die Poli­tik. Und jetzt, sagt er, tue die Bun­des­re­gie­rung so, als könne man das Inter­net genauso regu­lie­ren wie die reale Welt. Sie tue so, als herr­sche in einem Teil des Net­zes Anar­chie. »Wir han­deln aus einer Ver­tei­di­gungs­hal­tung her­aus«, sagt Sei­pen­busch. Hät­ten sie ihn ein­fach in Ruhe gelas­sen, die Poli­ti­ker, er hätte wohl fried­lich in sei­nem Com­pu­ter­raum wei­ter­ge­wer­kelt. Aber weil die Poli­ti­ker keine Ruhe woll­ten, müs­sen die Pira­ten jetzt zurück­schla­gen, fin­det Sei­pen­busch. Der stille Sei­pen­busch ist aus der Deckung gekom­men, tags­über küm­mert er sich um Server-Updates, abends um die Bundestagswahlkampagne.

In einer Hin­sicht ist der Pira­ten­chef bei­spiel­haft für viele sei­ner Mit­strei­ter: Die neue Apo kämpft nicht für eine bes­sere Welt, sie hatte schon früh ihre eigene. Die Akti­vis­ten der neuen Apo kom­mu­ni­zie­ren welt­weit, hal­ten Kon­takt zu Freun­den über Face­book und twit­tern ein­an­der zu: »Wo bist du gerade? Was tust du?« Sie fin­den im Inter­net Ant­wor­ten auf alle Fra­gen. Es ist, als hät­ten sie einen wich­ti­gen Teil ihrer Per­sön­lich­keit von dort hoch­ge­la­den. Des­halb fühlt sich die neue Apo emp­find­lich ver­letzt, wenn Poli­ti­ker die Hand­lungs­frei­heit im Inter­net ein­schrän­ken wol­len. Poli­ti­ker wer­den als Ein­dring­linge emp­fun­den in eine Welt, die nicht ihnen gehört. In der sie sich nicht aus­ken­nen. Über die sie keine Macht aus­üben dür­fen. Die jun­gen Pira­ten sagen über sich, sie ver­tei­dig­ten die Bür­ger­rechte. Wahr­schein­lich ver­tei­di­gen sie aber vor allem sich selbst.”

Written by admin

September 1st, 2009 at 4:23 pm

Gründungsmitglied der Grünen wechselt zu den Piraten

leave a comment

http://www.ad-hoc-news.de/rusche-dgap-news-gruendungsmitglied-der-gruenen-tritt-%20der–/de/Unternehmensnachrichten/20466839

Und wie­der ein Schritt der Pira­ten rein in den Bun­des­tag. Pira­ten wählen!

Written by admin

August 28th, 2009 at 4:02 pm

Die Duldungsstarre ist vorbei”

leave a comment

Ein umfäng­lich erklä­ren­der Arti­kel im Rhei­ni­schen Mer­kur, über Netzpolitik.org:

Einen Schuss vor den Bug könne die Pira­ten­par­tei den eta­blier­ten Par­teien durch­aus ver­pas­sen, glaubt Con­stanze Kurz, Infor­ma­ti­ke­rin an der TU Ber­lin und pro­mi­nen­tes Mit­glied des Chaos-Computer-Clubs (CCC). Nicht nur Wäh­ler unter 25 Jah­ren seien die natür­li­che Kli­en­tel einer digi­ta­len Bür­ger­rechts­par­tei, sagt Kurz. „Es geht um Wäh­ler bis 45.“ Sie per­sön­lich kenne nie­man­den mehr in die­sem Alter, der kei­nen Rech­ner habe. Ein gro­ßer Kreis von poten­zi­el­len Wäh­lern also, die sich ärgern über „Lai­en­ge­setze, die sich nicht um die Ver­fas­sung sche­ren“.”

Ein Kom­men­tar bei Mar­kus Becke­dahl meint dazu:

Blog­ger haben das Poten­tial zur APO von heute. Bleibt zu wün­schen und zu hof­fen das aus dem Auf­schrei — dem Auf­wind ein “Arsch Huh” wird um sich in Stim­men auf den Stimm­zet­teln zur Wahl im Sep­tem­ber niederzuschlagen.”

Übri­gens der Grund, warum ich das hier mache ;-)

Written by admin

August 21st, 2009 at 4:10 pm

Piratenpartei greift offline an

leave a comment

Die FDP hat rich­tig Schiss vor den Pira­ten scheint mir. Die FDP-Jungs haben aber auch einen Scheiss gebaut mit Ihrer Aktion “Arguliner”

Eine Split­ter­par­tei macht Furore: Vol­ler Eupho­rie stürzt sich die Pira­ten­par­tei in den Wahlkampf.

Die Pira­ten heben ab”

Gefähr­lich ist die Pira­ten­par­tei vor allem für FDP und Grüne. Johan­nes Vogel, Chef der Jun­gen Libe­ra­len, hält den Wir­bel um die Pira­ten für arg über­trie­ben. Und lang­sam zeige das Aus­wir­kun­gen bei der jun­gen Par­tei, läs­tert er. “Die heben ab”, sagte der 27-Jährige SPIEGEL ONLINE. “Das Pro­blem ist: Die Pira­ten­par­tei ver­wech­selt den Hype mit rea­lem poli­ti­schem Ein­fluss.” Dabei sei allen­falls die Frage, ob sie bei der Bun­des­tags­wahl ein oder zwei Pro­zent bekäme. Vogel: “Aber ich sehe über­haupt nicht, dass die über fünf Pro­zent kom­men und es ins Par­la­ment schaffen.”

Written by admin

August 17th, 2009 at 4:49 pm

SPD: die Piraten dürfen nur zensiert rein..

leave a comment

Bei isotopp bzw. der Pira­ten­par­tei gefun­den:

Münte­fe­ring lädt die Pira­ten ein, zwei kom­men mit nem Piraten-T-Shirt, die SPD sagt “so nicht”, die Pira­ten zen­sie­ren ihre T-Shirts mit Edding und Auf­kle­ber und dür­fen wie­der rein…*lol* Weg­schau­er­men­ta­li­tät a la von der Leyen.

Erin­nert mich an eine Hoch­zeit zweier konservativ-christlichen Bekann­ten in der orts­an­säs­si­gen Kran­ken­an­stalt: alle fünf Minu­ten wurde gebe­tet und Gott gedankt, kaum kommt ein Pati­ent rein­ge­lau­fen, ren­nen ein paar “Body­guards” hin und ver­su­chen wei­test­ge­hend diese “Ruhe­stö­rung” zu ver­hin­dern. Heuchler!

Written by admin

August 14th, 2009 at 3:10 pm

Beitrag zum Wahlkampf

one comment

Wahl­kampf. Das bedeu­tet dem Wäh­ler in spe stän­dig die­selbe Mei­nung dar­zu­stel­len. Stän­dige Wie­der­ho­lun­gen, kon­se­quen­tes Igno­rie­ren jeg­li­cher Gegen­ar­gu­mente (oder gar der Beleg der Lüge), Aus­sit­zen medi­en­ak­ti­ver Reak­tio­nen bis zum Wahltag.

Genau sowas erle­ben wir gerade. Wer sich mit der Wahl ernst­haft aus­ein­an­der­setzt, d.h. wer sowohl die klas­si­schen Medien, Zei­tun­gen und Fern­se­hen (Wahl­pla­kate nicht zu ver­ges­sen) beob­ach­tet _und_ sich auch im Netz über die Medi­en­sei­ten und Blog­kom­men­tare infor­miert, dem fällt sehr deut­lich eine Front auf:

Diese Front, ich will sie eben so nen­nen, umfasst zum einen die aktive, andau­ernde Kom­men­tie­rung und Mei­nungs­äu­ße­rung, ja, Auf­klä­rungs­be­mü­hungen der Blog­ger­szene, bzw. der Kom­men­ta­to­ren der klas­si­schen Zei­tun­gen im Netz und zum ande­ren die igno­rant wir­kende, bor­nierte Des­in­for­ma­tion der Wäh­ler­schaft durch die Politik.

Die Poli­tik als Gan­zes ver­fällt in eher aktio­nis­tisch wir­kende Ein­zel­maß­nah­men. Jeder ambi­tio­nierte Poli­ti­ker äußert seine eigene Mei­nung, wird dafür ent­we­der gerüf­felt, gegen­ar­gu­men­tiert oder erhält Zustim­mung. Deut­lich wur­den in den letz­ten Tagen meh­rere: so zum Bei­spiel Frau Zypries, die einen Job in der Wirt­schaft anstrebt, falls es nix mit der poli­ti­schen Kar­riere wird, Herr Tho­mas de Maziere, der will Innen­mi­nis­ter wer­den und Baron von und zu Gut­ten­berg emp­fiehlt sich – sehr medi­en­wirk­sam – sowohl für den Wirt­schafts­mi­nis­ter, für den Fami­li­en­mi­nis­ter als auch für den Finanz­mi­nis­ter­pos­ten. Auf der Rück­bank der Pro­vinz hatte sich ein Bre­mer Grü­ner geäu­ßert, eine Frau Sches­wig wollte Frau von der Leyen kopie­ren und die wie­derum ver­deut­licht am aller­bes­ten, wie igno­rant und ein­ge­schränkt man sein muss, um seine elitär-familiären Bestands­wah­rungs– und Ver­meh­rungs­be­stre­bun­gen auf poli­ti­scher Ebene sicher zu stellen.

Wäh­rend­des­sen heut­zu­tage Leute frist­lose Ent­las­sun­gen erhal­ten, weil sie pri­va­tes Handy am fir­men­ei­ge­nen Strom­netz auf­la­den, blei­ben oder kom­men Per­so­nen in poli­ti­sche Ämter und Funk­tio­nen, deren Vita oder Arbeits­leis­tung krass unver­hält­nis­mä­ßig zu ihrem Anspruch auf das Inne­ha­ben der Macht­po­si­tion ist.

Hier wären zum Bei­spiel die oben genann­ten Poli­ti­ker auf zu füh­ren, eine Minis­te­rin in Nordrhein-Westfalen, deren Unter­ge­be­ner Staats­an­walt „Bal­de­rich“ genannt wird, ein Finanz­mi­nis­ter, der medi­en­wirk­sam die Steu­er­oa­sen tro­cken­le­gen will, wäh­rend des­sen er Kory­phäen wie einen Jörg Asmus­sen in Schlüs­sel­po­si­tio­nen bringt, wo sol­che Leute dann jah­re­lang den Unter­gang des Ban­ken­we­sens vor­be­rei­ten kön­nen. Nicht zu ver­ges­sen, eine Kanz­le­rin, die seit eini­gen Jah­ren die Asse-Problematik kannte, nun aber die Auf­klä­rung bis nach den Wah­len ver­hin­dern will.

Für den infor­mier­ten Leser und Wäh­ler stellt sich die­ses „Thea­ter“ wie ein Ver­such eini­ger dar, um jeden Preis an den Macht­po­si­tio­nen zu bleiben.

Die Art und Weise wie in den Medien The­men auf­be­rei­tet, oder eben nicht auf­be­rei­tet wer­den, erzeu­gen den – nicht neuen – Ein­druck, dass da andere Kräfte am Werk sind.

Die andau­ernde Panik­ma­che der Bevöl­ke­rung für die Imp­fun­gen der Schwei­ne­grippe sind so ein Bei­spiel. Als Bür­ger fühlt man sich mani­pu­liert und belo­gen. Ob das frü­her schon so war, mag sein, ist für die­sen Kom­men­tar aber unin­ter­es­sant, denn „akti­viert“ wurde ich – zu mei­ner eige­nen Schande — erst durch die Dis­kre­pan­zen in der Poli­tik in den letz­ten Monaten.

Nach­dem ich seit Mona­ten mit einem schlech­ten Gewis­sen und ungu­ten Gedan­ken über unsere Zukunft, und vor allem die Zukunft mei­nes klei­nen Soh­nes beschäf­tigt war, nicht wusste ob ich einer Par­tei, einer ökolo­gi­schen Grup­pie­rung oder einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein bei­tre­ten sollte, hatte ich mein Schlüs­sel­er­leb­nis auf der Heim­fahrt im Zug.

Mir gegen­über saß ein offen­sicht­lich für Attac täti­ger jun­ger Mann, der sich Mate­rial für eine anste­hende Ver­an­stal­tung durch­las. Eine spä­tere Recher­che im Inter­net belegte meine Ein­schät­zung. Gerne hätte ich mit die­sem Mann ein Gespräch ange­fan­gen, hätte jeman­den zum dis­ku­tie­ren, nein bes­ser, zum „tei­len“ gehabt.

Die Nato-Problematik mit Geor­gien, der Ein­fluss des Wes­tens in den Iran, die Ter­ror­an­griffe der Ame­ri­ka­ner auf den Irak, der Frei­brief der Ban­ken, die Ein­flüsse der Wirt­schaft in die Poli­tik (Imp­f­emp­feh­lun­gen bei der Schwei­ne­grippe, Patente auf das Leben durch Mons­anto, Ver­schleie­run­gen der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, usw.), der wach­sende Ein­fluss der Zen­sur auf eigen­stän­dig zu nut­zende Infor­ma­tio­nen wie das Inter­net, das stete Ver­schwei­gen der Kos­ten für Pen­sio­nen der Beam­ten, Angst­ma­che­rei auf Ter­ro­ris­mus und die Ach­sen den Bösen, das Zer­bre­chen des Gesund­heits­sys­tems, Ver­schul­dung künf­ti­ger Gene­ra­tio­nen, Hexen­jag­den wie Schwei­ne­grip­pe­vi­ren und Stopp­schil­der, all diese Dinge – und das sind nur ein Teil – erzeu­gen in mir den Ein­druck der Wehrlosigkeit.

Poli­ti­schen Ein­fluss kann man nur neh­men, wenn man durch Netz­werke (also durch Lob­by­is­mus, fami­liäre Her­kunft oder Pro­tek­tio­nis­mus) an die ent­spre­chen­den Stel­len „gehievt“ wurde.

Das kleine Kreuz inter­es­siert auch nie­man­den, außer man wählt Außen­sei­ter­par­teien. Von denen gibt es – immer­hin – die Pira­ten­par­tei als Alter­na­tive zu den eta­blier­ten Parteien.

Die Linke steckt vol­ler alter SED-Machenschaftler und die Regie­rungs­par­teien haben bewie­sen, dass das alte Stasi­den­ken in das Gesell­schafts­sys­tem naht­los und vor allem – laut­los – auf­ge­nom­men wer­den konnte. Den­noch war die Rede Oskar Lafon­tai­nes für mich aus­schlag­ge­bend über ein Kreuz bei denen nach­zu­den­ken. Ich werde aber wohl aus­schließ­lich die Pira­ten wäh­len. Das ist das ein­zige Zei­chen, was ich machen kann.

Und noch die­ses Blog hier erstellen.

Das Pro­blem der Wahl wird lei­der sein, dass – nach­dem sich die SPD, zu Recht mitt­ler­weile aus dem Ren­nen geschos­sen hat – die CDU mit Sicher­heit Regie­rung sein wird. Dann wer­den Per­so­nen, die in „mei­ner Welt“ sofort keine Macht­po­si­tio­nen mehr inne haben dürf­ten, wie von der Leyen, Schäu­ble, de Maziere, Mer­kel und Kon­sor­ten, Ihre Ideen zu Geset­zen machen, wer­den die Grund­rechte ein­schrän­ken und die Ver­fas­sung schän­den. Und wir wer­den zuschauen müs­sen. Der Weg in die Hölle ist vol­ler guter Vorsätze.

Das Inter­net ist kein rechts­freier Raum. Das Inter­net ist das ein­zige ver­blie­bene freie Infor­ma­ti­ons­me­dium für den selbst­stän­dig den­ken­den Bürger.

Das Inter­net ist aber nicht ein­fach nur zu kon­su­mie­ren. Man muss sich mit den The­men aus­ein­an­der­set­zen, die man recher­chiert. Man darf nicht alles glau­ben. Man lernt zu denken.

Das Inter­net ist eine Gefahr für die beste­hen­den Macht­struk­tu­ren. Die Wirt­schaft beein­flusst die Poli­tik, die Poli­tik und die Wirt­schaft beein­flus­sen die Medien. Immer mehr Men­schen infor­mie­ren sich selbst, wer­den miss­trau­isch, glau­ben nicht mehr alles, was ihnen dar­ge­stellt wird. Immer mehr Men­schen sind mit­ein­an­der ver­bun­den, kön­nen recher­chierte Infor­ma­tio­nen zusam­men­brin­gen, machen sel­ber Mei­nun­gen und beein­flus­sen damit auch die Medien.

Immer mehr Men­schen infor­mie­ren auch die ande­ren Men­schen, die bis­her nur das Zuse­hen und das Kon­su­mie­ren gewohnt sind. Die Macht der Mei­nungs­bil­dung rinnt der Poli­tik aus den Hän­den. Die Horde lässt sich nicht mehr führen.

Irgendwo las ich mal: man braucht nur etwa 7% der Bevöl­ke­rung zu akti­vie­ren, um den Rest, die große Masse, mit zu bewe­gen. Diese 7% sind die „kri­ti­sche Masse“.

Mit­un­ter wurde meine Gene­ra­tion (die C64er?) als „poli­tik­ver­dros­sen“  dar­ge­stellt. Dem kann ich – vor allem seit den letz­ten Wochen – nur entgegenwerfen:

„Ihr wer­det euch noch wün­schen wir wären politikverdrossen.“

PS: Der Leser glaubt nicht, dass er Masse, Menge sein kann? Dann emp­fehle ich ihm ein Buch zu lesen, dass der Vater von Ursula von der Leyen geschrie­ben hat: „Der Staat — Idee und Wirk­lich­keit, Grund­züge einer Staatsphilosophie“.

“Die Volks­herr­schaft, vor allem die unmit­tel­bare, ist wesens­mä­ßig so gear­tet, dass die Ent­schei­dung nicht durch die Ein­sicht der Ein­sich­ti­gen, son­dern durch das durch­schnitt­li­che Maß an Ein­sicht bestimmt wird, das der Mehr­heit eig­net.” Sowieso sei “der Mas­sen­mensch ohne rechte Seins­mitte”, meinte der spä­tere Minis­ter­prä­si­dent erkannt zu haben. “Er erscheint des­halb blass, farb­los, ja im geis­ti­gen Sinne gestaltlos.”

Sel­ten habe ich die Ein­stel­lung der „Elite“ zur allei­ni­gen Befä­hi­gung der rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen und somit der allei­ni­gen Kom­pe­tenz zur Inne­ha­bung der Macht­po­si­tio­nen („Hege­mo­nie“) so klar belegt bekommen.

Macht das Kreuz bei den Piraten.

Written by admin

August 11th, 2009 at 4:00 pm

Die Jungen Liberalen schiessen ihre Mitglieder mit einem „Arguliner“ gegen die Piratenpartei ein.

2 comments

Die FDP hat von mir eigent­lich noch keine auf den Sack gekriegt. Aber sowas hier zwingt mich dazu:

Die beste Stra­te­gie ist, die Pira­ten­par­tei gar nicht erst selbst aktiv ins Gespräch zu brin­gen und dadurch ihren Bekannt­heits­grad wei­ter zu stei­gern (keine gemein­sa­men Aktio­nen oder Pres­se­mit­tei­lun­gen). Sie bekommt im Moment schon genug Öffent­lich­keit und gute Presse. Das ist aber kein Grund unru­hig zu wer­den! Bis­her gibt es keine Umfrage, die die Pira­ten­par­tei auch nur in der Nähe der 5%-Hürde sieht. Also ein­fach cool blei­ben, sie im Auge behal­ten und nöti­gen­falls argu­men­ta­tiv reagieren!“

*mit dem Kopf auf den Tisch klopf*

Wie unglaub­lich däm­lich muss jemand sein, wirk­lich diese Worte zu schrei­ben, also nach­les­bar, nach­weis­bar zu machen? Ich bin sprach­los ob soviel Unge­schickt­heit! Da sol­len Mit­glie­der mit einem „Argu­li­ner“ stand­fest gemacht wer­den und der Argu­li­ner selbst strotzt nur so vor Argu­men­ten für die Pira­ten und gegen sich selbst! *rotfl*

Deren Anmer­kung zu „b. Geis­ti­ges Eigen­tum“, offen­bart doch nur, dass die jetzt ver­su­chen die Argu­mente der Pira­ten, ver­mischt mit den Zwän­gen der Bun­des­par­tei, als was eige­nes dar­zu­stel­len. Schön, dass sie sel­ber schreiben:

 „Wir JuLis haben uns in unse­rem Wahl­pro­gramm dazu nicht geäu­ßert. Unsere Beschluss­lage sieht jedoch fol­gen­des vor“

Ihr „Julis“ soll­tet mal nach­den­ken, bevor ihr was schreibt! Ers­tens habt ihr nun bewie­sen, dass ihr nix auf der Pfanne habt und bei ande­ren klauen müsst. Zwei­tens beweist ihr, dass ihr unter der Fuch­tel der Bun­des­par­tei steht und drit­tens lie­fert ihr eine statt­li­che Anzahl von FDP-nicht-wählen-Argumenten, da ihr sie a. auf­zählt *kopf­schüt­tel* und b. mies gegen­ar­gu­men­tiert *wegschmeiss*

Written by admin

August 7th, 2009 at 4:30 pm