alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

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Alternativlos: Neuer Ministerpräsident in Baden-Württemberg: made in Japan

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Die Bür­ger Baden-Württembergs haben gewählt. Wir kön­nen froh sein, immer­hin gab es nur eine klit­ze­kleine Ran­dale am Stutt­gar­ter Bahn­hof, was da wohl los gewe­sen wäre, wenn Map­pus noch ein paar Stim­men mehr bekom­men hätte. Ich will ja gern an ein vor Japan noch ange­dach­tes Schwarz-Rot im Ländle glau­ben, aber das scheint nun alles vor­bei zu sein. Feyn­sinn hat es gut erklärt:

Mein Pus­te­fix reicht aus für eine mehr­stün­dige Rede und zwei Dut­zend Inter­views. Fra­gen Sie, was Sie wol­len, wir haben immer recht, wir haben immer Erfolg, und wenn sich der poli­ti­sche Kon­kurs so gar nicht mehr ver­schlep­pen lässt, sind die wid­ri­gen Umstände daran schuld. Wir wis­sen alle, dass die ande­ren auch nicht bes­ser sind und war­ten ein­fach ab, bis die Wäh­ler von den ande­ren so ange­ekelt sind, dass sie wie­der uns wäh­len. Bis dahin hal­ten wir obs­zön dotierte Vor­träge und sam­meln Par­tei­spen­den. In der bit­ters­ten Not schmeckt der teure alte Wein auch ohne Regie­rungs­amt oder Abgeordnetenstatus.

Zwi­schen­zeit­lich ist der Mul­ti­pli­ka­tor Gan­dolf Sto­cker zurück­ge­tre­ten, die Wahl­kampf­pro­pa­ganda der Grü­nen wird medial auf ein­mal auch the­ma­ti­siert, und der Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter bie­tet schon­mal eine ele­gante Steil­vor­lage für den neuen MP Kret­sch­mann an: zum einen dür­fen die Grü­nen jetzt Gas geben, weil sonst die ganze Kohle weg ist, zum andern dür­fen sie sich — um bei Feyn­sinns Wor­ten zu blei­ben — mit den “wid­ri­gen Umstän­den” der Vor­gän­ger her­aus­la­vie­ren. Read the rest of this entry »

Written by admin

März 28th, 2011 at 10:29 am

Abzug der Amerikaner aus #Heidelberg, was wird aus dem OB?

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Bwaha! Was habe ich gelacht:

“Hei­del­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Eck­art Würz­ner ist geschockt über die Abzugs­pläne der Amerikaner.”

Jo, klar, WTF? Im glei­chen Arti­kel wird auch noch­mal drauf hin­ge­wie­sen, dass der Plan des Abzugs schon älter ist, aber ne, die Hei­del­ber­ger sind geschockt. Sowas aber auch. Ich krieg ja rich­tig Mit­leid mit denen.

Hier das Beste:

Die Stadt­ent­wick­lung hat ja mit der Bahn­stadt gerade rasant Fahrt auf­ge­nom­men. Kann der Abzug bedeu­ten, dass die Bahn­stadt mit ihren neuen Woh­nun­gen über­flüs­sig wird?

Nein, die Ent­wick­lung in die­sem Stadt­teil ist nicht gefähr­det. Hier ent­steht das neue wis­sen­schaft­li­che Herz Hei­del­bergs. Und der Zuspruch ist enorm. Außer­dem gehen die Ame­ri­ka­ner ja nicht von heute auf mor­gen. Wir sind in der drit­ten Phase dran.”

Ganz beson­ders lus­tig finde ich, dass damals, als ich noch bei einem schwä­bi­schen Häus­les­bauer gear­bei­tet habe und das ist jetzt so gute 5–6 Jahre her, Hei­del­berg eine abso­lute Tabu­zone für die Schwa­ben war. Und wisst Ihr warum:

“Wenn die Amis da raus sind, hat HD in sekun­den­schnelle tau­sende Qua­drat­me­ter bil­ligste Wohn­flä­che. Da kriegst Du nix mehr ver­kauft. Und _wir_ sind ja nicht völ­lig bescheuert!”

Tja, die Bahn­stadt. Nun ja, ich kenne ja einen Teil der Inves­to­ren und weiss wie die ticken. Die glau­ben sicher immer noch daran. Im Stadt­ge­biet kannst Du jeden alten Rotz für ein Schwei­ne­geld an die Welt­eli­ten ver­scher­beln, ande­rer­seits lie­gen neue Erschlie­ßungs­ge­biete erst­mal brach, weil die Stadt dort ökolo­gi­sche Stan­dards ver­langt, die sich nun mal kein nor­ma­ler Haus­bauer leis­ten kann (vor allem solange es im Umland noch ver­nünf­tige Alter­na­ti­ven gibt). Statt des­sen ver­su­chen die den Leu­ten ihre hor­ren­den Preise zu ver­wäs­sern, in dem sie Erb­pacht­grund­stü­cke anbie­ten (die auch erwor­ben wer­den kön­nen, *lol*), wobei hier die regio­na­len Woh­nungs­bau­un­ter­neh­mer bauen (wahr­schein­lich zwangs­ver­pflich­tet) und, nicht wie bei aus­ge­wo­ge­nen Bau­ge­bie­ten üblich, die Privaten.

Und als süßen Abschluß für mich freue ich mich drauf, wie es jetzt Hei­del­berg schaf­fen will die frei­ge­wor­de­nen Kaser­nen in Wohn­flä­chen zu kon­ver­tie­ren. Das krie­gen die mit ihren Leu­ten im Leben nicht geba­cken. Wahr­schein­lich wer­den sie wie­der schwä­bi­sche Archi­tek­ten ein­kau­fen (und dann auch noch die Fal­schen!), Bwahaha!.

Ein ande­rer hat sowas ja schon­mal erfolg­reich gemacht, aber die kön­nen auch ihr Geschäft.

Ach so: in dem RNZ-Artikel ist noch ein net­ter Kom­men­tar, den ich mal teil­weise zitie­ren will:

“In jeder ver­nünf­ti­gen poli­ti­schen Kul­tur wird schon ein­mal über den Fall “was ist wenn” gespro­chen und erste Kon­zepte erstellt. Aber in Hei­del­berg tickt die Welt halt anders. In zig ande­ren Städ­ten gab es doch genau die­selbe The­ma­tik nach der Wende und ich kenne genug Bei­spiele, wo es schon lange vor dem Abzug klare Üläne gab, was mit dem Gelände pas­sie­ren soll (“Stadt­pla­nung” nennt sich so etwas). Sobald die GIs weg waren wurde dann mit der Umge­stal­tung begon­nen. Hier in Hei­del­berg wird dann mit dem Dis­ku­tie­ren begon­nen (am bes­ten dar­über, ob der OB nun hätte öfter über den Teich rudern sol­len, damit der Abzug viel­leicht doch noch hätte ver­hin­dert wer­den kön­nen), pas­sie­ren wird dann ewig nichts. Bei der “Bahn­stadt” war diese Pla­nungs und Gestal­tungs­kom­pe­tenz ja auch zu bewundern.”

Der scheint sich in der Hei­del­ber­ger Per­so­nal­kom­pe­tenz auch gut auszukennen.

edit: im Mann­hei­mer Mor­gen steht ein ein­deu­tig aus­führ­li­che­rer Arti­kel (natür­lich). Inter­es­sant ist hier­aus die­ser Absatz:

“Die rest­li­chen Flä­chen sol­len zu Wohn­quar­tie­ren wer­den. Sie gehen an die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben über, die sich dann auch um even­tu­elle Alt­las­ten küm­mern muss. Nach Würz­ners Vor­stel­lung könn­ten die Grund­stü­cke im Besitz des Bun­des blei­ben. Die Stadt würde den­noch die Pla­nungs­ho­heit behalten.”

Na, wenn er sich da mal nicht täuscht. Warum soll der Bund die Kos­ten für die ver­seuch­ten Flä­chen dort tra­gen und die Hei­del­ber­ger Gemeinderats…fachleute dür­fen wei­ter “Alice-im-Wünschmirwasland” spie­len? Ich glaube kaum, dass er das tat­säch­lich auch glaubt. Das ist ja das bis­he­rige Pro­blem an Hei­del­berg: durch die — nicht nach­voll­zieh­bare — Über­zeu­gung was beson­de­res zu sein, glaubte man sich alles erlau­ben zu kön­nen. Doch der lang­same Tod geht wei­ter:

“Er hofft, dass durch die zusätz­li­chen Apart­ments der Weg­zug gerade von jün­ge­ren Fami­lien aus der Stadt abge­mil­dert wird.”

Solange die da wei­ter “des Kai­sers neue Klei­der” auf­füh­ren, ist das nicht aufzuhalten.

Mich hat heute nur geschockt, dass die Ita­lie­ner aus dem WM-Rennen sind und das eines unse­rer wich­tigs­ten Mit­glie­der in World of War­craft die Gilde verlässt.

Hei­del­berg, Du hast mein Mit­leid nicht mehr ver­dient.

Written by admin

Juni 25th, 2010 at 9:51 am