alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

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Pöse Bauwirtschaft

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Was so bei den Google-News alles auf­taucht, ts ts. Ein “Bau­lei­ter” hat in Ham­burg soll doch echt 10 Bäume abge­sägt haben um ein Grund­stück im Wert zu stei­gern. Die Staats­an­walt­schaft hat dann mal eben die rest­li­chen unver­kauf­ten Woh­nun­gen geblockt:

Aus­ge­rech­net die­ser Mann, diese auf­fäl­lig gepflegte Erschei­nung mit den glän­zen­den Schu­hen zum fei­nen Sakko, zurück­ge­gel­ten Haa­ren und einem Sie­gel­ring am Finger.

Also, Bau­lei­ter sehen anders aus.

Sollte der 57-Jährige jedoch rechts­kräf­tig frei­ge­spro­chen und die Arrest­hy­po­thek wie­der auf­ge­ho­ben wer­den, so Bli­wier, werde er die Stadt in Regress neh­men. Der Pro­zess wird am 31. Januar fort­ge­setzt.

Das glaub ich aber erst­mal nicht. Bei Welt Online wirkt die Infor­ma­tion schon anders:

Es war ein gemei­ner Baum­fre­vel: Im ers­ten Halb­jahr 2008 wur­den wert­volle Bäume am Elb­hang des Sven-Simon-Parks gefällt.

Ein­deu­tig iden­ti­fi­zie­ren konnte sie den Bau­lei­ter aber nicht.

Da war das also 2008. Und bei Welt-Online konnte sie ihn nicht erken­nen. Qualitätsjournalismus.

Warum mich das inter­es­siert? Weil so ein Klein­scheiss viel­leicht ne Mel­dung wert ist, aber nicht auf Google News Seite Eins erschei­nen müsste. Ach, Bäume kann man auch anders los­wer­den. Ein ech­ter Bau­lei­ter weiß sicher auch wie.

Ins­be­son­dere kann ich es aber nicht nach­voll­zie­hen, dass die Staats­an­walt­schaft heut­zu­tage den Natur­schutz über die Exis­tenz­grund­lage der Bevöl­ke­rung stellt. Es ist also heut­zu­tage prak­tisch mög­lich, wenn Dein böser Nach­bar nebenan eine Villa baut, dass Du in der Nach­bar­schaft ein paar Bäume abholzt und dann jener Nach­bar erst­mal 2 –3 Jahre lang diese Villa nicht ver­kauft bekommt, weil der Staat ihn bestraft — obwohl — es nur Indi­zien gibt. Das dabei mal eben Fir­men kaputt­ge­macht wer­den kön­nen, inter­es­siert ja nicht.

Das paßt jetzt vie­len moder­nen Mora­lis­ten nicht, denn hier geht es ja um einen gemei­nen, gegel­ten, gold­ring­tra­gen­den “Rei­chen”, der sicher grund­sätz­lich böse, fies und unge­recht ist und der es in jedem Falle ver­dient hat. Was ich da nicht kapiere ist, dass sich das für so schlau und auf­ge­klärt hal­tende Moral­volk nicht merkt, dass es die Situa­tion genauso beur­teilt, wie der mit­tel­al­ter­li­che Dumm­kopf bei den Hexen­ver­bren­nun­gen. Durch sol­che Anek­do­ten betrachte ich den Men­schen als sol­chen anders als früher.

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Januar 13th, 2011 at 10:03 am

Ist Wikileaks ein Demokratie-Irrtum?

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Wiki­leaks ist ja grade ein rie­sen Thema. Ich bin zwar der Mei­nung, dass jeg­li­cher Ver­such ein eta­blier­tes Macht­mo­dell durch “offen gelegte Infor­ma­tio­nen” zu schwä­chen ganz gewal­tig nach hin­ten los­geht, aber das ist hier noch nicht ein­mal von Belang. Zwar wird das dem “Nor­mal­bür­ger” sug­ge­riert, doch was steckt denn schon inhalt­lich in den Wikileaks-Informationen drin, bzw. was ist daran denn nun wirk­lich geheim (im Sinne von staatsgefährend)?

Eher nix.

Des­we­gen halte ich den Wiki­leaks Hype für eben einen sol­chen. Der sich für bes­ser infor­miert hal­tende Netz­bür­ger freut sich hämisch über die angeb­lich wesent­li­chen Pat­zer und Pein­lich­kei­ten, doch die Geheim­dienste inter­es­sie­ren sich wei­ter­hin für die wirk­lich wich­ti­gen Dinge und die blei­ben dann auch geheim. In den Wikileaks-Depeschen liest man nichts von Abspra­chen zwi­schen Nord– und Süd­ko­rea, Kun­ge­leien zwi­schen Russ­land, Geor­gien und der ver­trag­lich heik­len Zusam­men­hänge des Natop­akts. Auch von angeb­li­chen “Bil­der­ber­gern” und NWO-Verschwörungstheoriefakten lässt sich nichts erken­nen (wohl weil es keine gibt). Und ob Osama bin Laden nun an der Dia­lyse in Lon­don, tot in einer Höhle in Pakis­tan oder am son­nend am Strand in Tel Aviv liegt, auch diese Fra­gen wer­den uns dort nicht beantwortet.

Alles in allem also ein Sturm im Was­ser­glas. Aber — um wie­der auf die “sich für bes­ser infor­mier­ten Netz­bür­ger” zurück zu kom­men — all die Lin­ken, Mar­xis­ten, Sonstwie-Alle-Gewalt-Geht-vom-Volke-aus-Träumer, die sich auf sol­che Pseu­do­wich­tig­kei­ten stür­zen in der längst gestor­be­nen Hoff­nung, end­lich gäbe es einen Wan­del soll­ten sich mal über den eige­nen “Mora­lis­mus” Gedan­ken machen und über­le­gen mit_was_ sie es eigent­lich zu tun haben.

Das hat der Tages­spie­gel hier ganz gut zusam­men­ge­fasst:

Rich­tig, es gibt Machen­schaf­ten, die unse­rem mora­li­schen Emp­fin­den wider­stre­ben, von denen ohne Wiki­leaks nie­mand erführe. Doch in der Hoff­nung, dass sie durch ihre Ver­öf­fent­li­chung aus der Welt ver­schwän­den, ste­cken gleich drei Irr­tü­mer. Ers­tens: dass sich jeder Sach­ver­halt ein­deu­tig beschrei­ben lässt. Zwei­tens: dass jede Beschrei­bung zu einer ein­deu­ti­gen mora­li­schen Beur­tei­lung führt. Drit­tens: dass sich durch Ein­sicht ins mora­li­sche Urteil jeder zur ange­mes­se­nen Hand­lung ver­lei­ten lässt.

Genau so ist es. Und es bleibt dabei: auch wenn das “Volk” eine direk­tere Ent­schei­dungs­ge­walt hätte: die Mehr­heit bekommt immer die geschick­ter geführte (oder die bes­ser bezahlte) Kam­pa­gne. Und wie sehr man die Bevöl­ke­rung mit dau­er­haf­ter Ver­schwö­rungs­du­de­lei grenz­psy­cho­ti­sie­ren kann ist ja gut in den ein­schlä­gi­gen Blog­ger­krei­sen nach­zu­le­sen. Wer es dabei nicht schafft einen gesun­den Abstand zum Infor­ma­ti­ons­ge­halt und des­sen emo­tio­na­len Ein­fluß zu bewah­ren, der könnte wohl jeg­li­ches Ver­trauen in irgend­was  verlieren.

Was ich zu Anfang mei­ner Blog­ger­zeit noch im Zuge der Inter­net­zen­sur­ge­setze und den damit ver­bun­de­nen Gefah­ren als völ­lig legi­tim und demo­kra­tie­un­ter­stüt­zend ver­stan­den habe (und bei Ursel von der Leyen hat sich bei mir auch nix geän­dert), dass sehe ich jetzt durch den Wahl­kampf und die poli­ti­schen Irre­füh­run­gen der Oppo­si­ti­ons­par­teien am Bei­spiel des Pro­jek­tes S21 ein wenig dif­fe­ren­zier­ter. Auch wenn Map­pus bei den Räu­mun­gen der Demons­tra­tio­nen blöde Feh­ler gemacht hat, so sehe ich die Gefahr im Ego­is­mus der Oppo­si­tion, diese Feh­ler für sich gewinn­brin­gend (nicht für die Bevöl­ke­rung gewinn­brin­gend) aus­zu­schlach­ten. Die Grü­nen ändern nichts — das sieht man wenn sie an der Regie­rung sind — doch sie schei­nen bereit zu sein das Volk sich selbst soweit ansta­cheln zu las­sen bis Blut fliesst.

Da stelle ich mir die Frage — eta­blier­ter Lob­by­is­mus hin oder her — wer dem Volk weni­ger schadet.

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Dezember 20th, 2010 at 6:02 pm

Totschlagargumente der “neuen Demokratie”

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Als Mit­glied der Inge­nieur­kam­mer Baden-Württemberg erhalte ich das Inge­nieur­blatt. In der Aus­gabe 11/2010 schreibt Klaus Wer­wath in sei­nem Edi­to­rial fol­gende Ana­lyse der Situa­tion um Stutt­gart 21. Der Ärger kam durch einen Satz des Gene­ral­kon­ser­va­tors des Bay­ri­schen Lan­des­am­tes für Denk­mal­pflege, Prof. Dr. Egon Johan­nes Greipl:

„In Stutt­gart kämpft man nicht nur um den Erhalt des Bonatz-Bahnhofs, son­dern auch gegen die Besei­ti­gung eines gewohn­ten Stadt­ge­fü­ges, die Dik­ta­tur der Inge­nieure, die Ver­trau­ens­se­lig­keit der Poli­ti­ker, gegen finan­zi­elle Dimen­sio­nen, die vie­len Bür­gern aben­teu­er­lich erschei­nen, und gegen Risi­ken, die kei­ner abschät­zen kann.“

Tja…die Dik­ta­tur der Inge­nieure. Das ist ja nett! Herr Wer­warth führt ent­spre­chend die­ses Angriffs auf die Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten dann auch völ­lig zu Recht wei­ter aus:

“… „Dik­ta­tur der Inge­nieure …!“ Der Lan­des­kon­ser­va­tor sollte der Öffent­lich­keit lie­ber mal erklä­ren, wer – nur so als Bei­spiel – unsere Denk­mä­ler vor Ver­wahr­lo­sung, Ver­wit­te­rung, Zer­fall und Zusam­men­bruch bewahrt.”

Aber darum geht es mir nur in zwei­ter Linie. Tat­säch­lich befürchte ich in sei­nen ande­ren Zei­len eine auf­kom­mende Rechts­rea­li­tät, die mich sehr besorgt um unsere Zukunft sein lässt Read the rest of this entry »

#Googlebashing, #Street View: Hexenjagd und die Politik freut sich

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Oooh, jetzt regen sich wie­der alle mög­li­chen und unmög­li­chen Spackos auf. Wie in die­sem Bei­trag damals schon­mal zum Thema Goog­le­ba­shing beschrieben, ufert dies­mal die som­mer­loch­schwan­gere Medi­en­hetze gegen ein völ­lig unin­ter­es­san­tes und unver­hält­nis­mäs­si­ges Thema aus: da wer­den dann in “gut­bür­ger­li­chen” Stadt­vier­teln auch mal eben die Fah­rer der Google­wa­gen aus dem­sel­ben gezerrt und mit Alko­hol “beru­higt”, die Autos mit Mol­lies bewor­fen und angezündet:

Der PKW wurde ein­ge­kreist und ver­ein­zelt mit Stei­nen bewor­fen. Fah­rer und Kame­ra­mann wur­den her­aus­ge­zerrt und in einem nahe­ge­le­ge­nen Lokal mit Alko­ho­lika betäubt. Anschlie­ßend brannte das Auto aus. Unklar ist bis zur Stunde, warum das Fahr­zeug sich in unmit­tel­ba­rer Nähe der Pro­teste auf­ge­hal­ten hat. Der Säch­si­sche Daten­schutz­be­auf­tragte Andreas Schu­rig äußerte die Ver­mu­tung, dass das US-Unternehmen die Pro­tes­tie­ren­den hatte fil­men wol­len, um eine Störer-Datei anzu­le­gen. „Das ist schlim­mer als bei der Stasi“, sagte Schu­rig pro­vo­kant. Von der „Volks­in­itia­tive“, einer der Auf­ru­fer der Google-Proteste, wurde in einer Pres­se­er­klä­rung spe­ku­liert, dass Google „durch pro­vo­kan­tes Her­um­fah­ren Kra­walle pro­vo­zie­ren“ wolle.

Äh, wie bitte? Eine “Stö­rer Datei”? Ich könnte mich auf­re­gen. Da het­zen die Medien über ein Thema, was eigent­lich keine Sau inter­es­siert und die däm­li­chen Poli­ti­ker­büt­tel sal­ba­dern und freuen sich das Feind­bild “böses Inter­net” bis zu einer _hier wohl sehr ein­deu­tig damit vergleichbar_ Hexen­jagd zu pro­vo­zie­ren. Da wer­den wie­der dum­merte Infor­ma­tio­nen wie nutz­lose Wlan-Daten und der Begriff “Daten­krake” her­vor­ge­holt und

stän­dig,

stän­dig,

stän­dig

wie­der­holt, solange bis es auch der dümmste Voll­pfos­ten in sein tro­cke­nes Bröt­chen­hirn ver­pflanzt hat:

Google=Internet=mächtig Böse.

Zwi­schen­zeit­lich wer­den hin­ge­rich­tete schwan­gere afgha­ni­sche Frauen und arme umge­brachte afgha­ni­sche Kin­der durch die Medien gehetzt und die Som­mer­pause mit wei­te­ren Volks­ver­dum­mungs­pa­ro­len voll­ges­ab­belt, nur damit unsere Herr­scher­klasse mit ihrem Mist unver­hoh­len wei­ter­ma­chen darf und das däm­li­che Volk stürzt sich auf den zur Zeit pro­pa­gier­ten Volks­feind Google. Leute, seid ihr selbst­den­kende mün­dige Bür­ger oder was seid Ihr? Ein Glück, das die Kli­ma­an­la­gen bei der Bahn grade noch funktionieren.

Ach ja, in den Kom­men­ta­ren zum Elsäs­ser Blog hat jemand eine Begrün­dung gegen die Street­view Sache, Achtung:

Mir hat jemand gezwit­schert, dass Rating­agen­tu­ren Street­view nut­zen, um Daten­ban­ken über Wohn­ge­gen­den anzu­le­gen und diese an Dar­le­hens­ge­ber zu ver­kau­fen.
Da muss man nicht mal das Gerede über die vie­len leer ste­hen­den Grund­stü­cke in Ber­lin und woan­ders bemü­hen, oder, anders gesagt, das bekommt so neuen Auf­wind, kommt aus der Schmud­del­ecke raus.

Ach, das ist ja mal inter­es­sant: Natür­lich, ich kann mir den­ken, dass der Tou­rist Hei­del­berg nicht mehr besucht, wenn ihm klar wird, dass 95% die­ser Stadt stink­lang­wei­lig und genauso dröge aus­se­hen, wie der Rest in unse­rem Land. Aber mal ehr­lich: Dar­le­hens­ge­ber? Hallo? Wer sich mit sol­chen The­men befasst (also Kre­dite oder Immo­bi­li­en­werte), der braucht kein Google Street­view um zu ahnen, was sein Gegen­über für “Sol­ven­zen” besitzt. Meine Fresse ist das weit her­ge­holt. Und natür­lich hat dem jemand etwas “gezwit­schert”. Klar. Unser Insi­der hier kennt sich mit Twit­ter aus, also kennt er Web 2.0, aja, das ist doch das Ding, wo sich eine Rot­haarb­lo­gnase aus Ber­lin per Kauf­ver­trag mal eine Netz­ab­fuhr geholt hat. Dann muss das ja stim­men! Wobei ich dazu sagen muss, dass Lobos Widerspruch-Widerspruch ne lus­tige Sache ist. Dem werd ich mal grund­sätz­lich voll­kom­men zustimmen.

Trotz­dem: das ist ne miese Hexen­jagd und so lang­sam wird es pein­lich. Habt Ihr nix bes­se­res zu tun, woge­gen sich zu kämp­fen lohnt? Rente mit 70? Hartz IV Wohn­flä­chen redu­zie­ren? Koran­schrif­ten ver­bren­nen? Mit­tel­stand ver­nich­ten? Freie Mei­nungs­äu­ße­rung demon­tie­ren? Grund­rechte ein­schrän­ken? Oder sich über CDU Eich­be­amte die Bröt­chen klauen, erbösen?

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August 11th, 2010 at 2:12 pm

#Loveparade: CDU Duisburg hat Polizeichef gechasst

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…oO: die CDU Duis­burg hat den ehe­ma­li­gen Poli­zei­chef gechasst, weil der deut­lich gegen die Ver­an­stal­tung gewe­sen ist. Wird lang­sam Zeit für ein paar Rücktritte.

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Juli 27th, 2010 at 4:34 pm

Die Amerikaner gehen aus #Heidelberg: das wird aus dem OB

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Ta daa…hab ich es doch vor­hin noch gesagt! Die RNZ über­schlägt sich die­sen Frei­tag mit Mel­dun­gen zu dem Thema und in der neu­es­ten Mel­dung steht schon­mal, was die Frak­tio­nen mit dem OB vor­ha­ben:

“Die Par­teien im Gemein­de­rat geben sich kei­nes­wegs über­rascht von der Nach­richt, dass die US-Streitkräfte bis zum Jahr 2015 Hei­del­berg den Rücken keh­ren wol­len. (…) “Ich war nur über­rascht, dass Ober­bür­ger­meis­ter Würz­ner über­rascht war”, so Anke Schus­ter (SPD).

Der für die Jahre 2012 bis 2015 ange­kün­digte Abzug komme wegen des Aus­baus der Bahn­stadt zu einem “ungüns­ti­gen Zeit­punkt”, glaubt Ursula Lorenz (Freie Wähler). (…)

Offen­sicht­lich habe der OB kei­nen sol­chen Plan und spiele lie­ber auf Zeit, meint Tho­mas Krczal (SPD), (…)”

Und nach­dem sie sich auf den armen Mann ein­ge­schos­sen haben, hier nun der Beweis der fach­li­chen Kom­pe­tenz und vor allem dem Beweis, dass es alles so wei­ter­läuft wie bis­her:

“Der Abzug werde den Hei­del­ber­ger Woh­nungs­markt ent­las­ten und den Weg frei­ma­chen für den Zuzug von eini­gen tau­send Berufs– und Aus­bil­dungs­pend­lern, so Hilde Stolz (Bunte Linke).”

Klar, die zie­hen zu Euch um da ihr teu­res Geld aus­zu­ge­ben, was sie im Umland ver­dient haben. Ein­zel­han­dels– und Immo­bi­li­en­ex­perte ick hör Dir trap­sen…

“Und auch FDP-Rat Michael Eckert ver­mu­tet, dass das Umland unter dem Abzug der Ame­ri­ka­ner mehr lei­den werde. Viele Men­schen wür­den die Chance nut­zen, nach Hei­del­berg zu zie­hen, wenn es dort güns­ti­ge­ren Wohn­raum geben werde.”

Oje, ein Neo­con vermutet…na dann: Chance? Was denn für eine Chance? Wo ist denn der Mehr­wert in Hei­del­berg? Wo denn?

Für die Frak­tio­nen im Gemein­de­rat sei es Kon­sens, dass die frei­wer­den­den Wohn­flä­chen in der Süd­stadt und in Rohr­bach Fami­lien als güns­ti­ger Wohn­raum zugu­te­kom­men solle, sagt Jan Gra­del (CDU).

Das sagt Ihr ja immer: “güns­ti­ger Wohn­raum”. Ihr wisst doch selbst, dass alleine die alt­ein­ge­ses­se­nen Grund­be­sit­zer und die Nach­bar­schaft schon dafür sor­gen wer­den, dass Wohnraum-/Grundstücksflächenverhältnis inkl. der ökolo­gi­schen und schall­schutz­tech­ni­schen Anfor­de­run­gen zu so absurd teu­ren Pro­duk­ten füh­ren, dass es eben nicht zu “güns­ti­gem” Wohn­raum kommt. Nicht mal als Erbpacht!

Das solle die stadt­ei­gene Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft GGH in Angriff neh­men, könne sie aber kei­nes­falls alleine stemmen.

ah ja und die stadt­ei­ge­nen Gesell­schaf­ten dür­fen auf ihre Kos­ten bauen, was sie spä­ter nicht ver­kauft bekom­men. Ein dank­ba­rer Job. Natür­lich kön­nen die das nicht alleine stem­men. Sagt Ihr heute. Die Kohle vom Emmerts­grund aus den 80er Jah­ren habt ihr der GGH doch immer noch nicht zurück­ge­zahlt, oder was?

Aber Gra­del warnt: Je mehr man über diese Flä­chen öffent­lich dis­ku­tiere, desto mehr Geld werde der Bund beim Ver­kauf ver­lan­gen können.”

Seht Ihr: wie ich es in mei­nem Bei­trag hier sagte: “Warum soll der Bund die Kos­ten für die ver­seuch­ten Flä­chen dort tra­gen und die Hei­del­ber­ger Gemeinderats…fachleute dür­fen wei­ter “Alice-im-Wünschmirwasland” spielen?”

…und argu­men­tie­ren ernst­haft mit der öffent­li­chen Dis­kus­sion! Ihr wisst ja was das heis­sen soll: Ihr sollt irgend­wann vor voll­en­dete Tat­sa­chen gestellt wer­den und Euch bis dahin raus­hal­ten. Die wis­sen schon was am Bes­ten für Euch ist.

Sind eben echte Herr­scher.

Written by admin

Juni 25th, 2010 at 1:10 pm

#Heidelberg: das RNZ-Blog, Kopfschmerzen und der Augenkrebs

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Oh Mann! Nach­dem man sich — zwangs­läu­fig — mit den spär­li­chen Medien in die­ser Gegend beschäf­ti­gen muss, fin­det mal lei­der auch sowas.

Ich kenne ja dut­zende öffent­li­che Blogs aus allen poli­ti­schen, reli­giö­sen und sonstwas-Richtungen und die meis­ten haben gemein­sam, dass sel­ten däm­lich, fal­sche, fla­che und emo­tio­nal auf­ge­blähte Hüh­ner­ka­cke drin ver­öf­fent­licht wird.

Aber die­ses Blog da oben gehört zur Rhein-Neckar-Zeitung, einer Zei­tung die sich dem Wohl der Mensch­heit und der Kul­tur, der Fein­geis­tig­keit, der Wis­sen­schaft und der Phi­lo­so­phie, den schö­nen Küns­ten und den zar­ten Flü­geln der der Stadt Hei­del­berg ver­schrie­ben hat. Ich schaue da seit Jah­ren immer mal so alle Monate rein um zu schauen, was aus den alten Geschich­ten so gewor­den ist und ob ich Recht behal­ten habe (hab ich eigent­lich immer). Mitt­ler­weile ist das so eine Ansamm­lung von Dreck, dass ich glaube in der Print­re­dak­tion sind die alle auf Koks wäh­rend des­sen die Webleute dau­er­haft besof­fen sind.

Ich würd mir an Eurer Stelle mal über­le­gen, ob das wirk­lich “Welt­of­fen­heit” ver­deut­li­chen soll, oder eher Igno­ranz und Unwissen.

Written by admin

Juni 25th, 2010 at 12:49 pm

Abzug der Amerikaner aus #Heidelberg, was wird aus dem OB?

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Bwaha! Was habe ich gelacht:

“Hei­del­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Eck­art Würz­ner ist geschockt über die Abzugs­pläne der Amerikaner.”

Jo, klar, WTF? Im glei­chen Arti­kel wird auch noch­mal drauf hin­ge­wie­sen, dass der Plan des Abzugs schon älter ist, aber ne, die Hei­del­ber­ger sind geschockt. Sowas aber auch. Ich krieg ja rich­tig Mit­leid mit denen.

Hier das Beste:

Die Stadt­ent­wick­lung hat ja mit der Bahn­stadt gerade rasant Fahrt auf­ge­nom­men. Kann der Abzug bedeu­ten, dass die Bahn­stadt mit ihren neuen Woh­nun­gen über­flüs­sig wird?

Nein, die Ent­wick­lung in die­sem Stadt­teil ist nicht gefähr­det. Hier ent­steht das neue wis­sen­schaft­li­che Herz Hei­del­bergs. Und der Zuspruch ist enorm. Außer­dem gehen die Ame­ri­ka­ner ja nicht von heute auf mor­gen. Wir sind in der drit­ten Phase dran.”

Ganz beson­ders lus­tig finde ich, dass damals, als ich noch bei einem schwä­bi­schen Häus­les­bauer gear­bei­tet habe und das ist jetzt so gute 5–6 Jahre her, Hei­del­berg eine abso­lute Tabu­zone für die Schwa­ben war. Und wisst Ihr warum:

“Wenn die Amis da raus sind, hat HD in sekun­den­schnelle tau­sende Qua­drat­me­ter bil­ligste Wohn­flä­che. Da kriegst Du nix mehr ver­kauft. Und _wir_ sind ja nicht völ­lig bescheuert!”

Tja, die Bahn­stadt. Nun ja, ich kenne ja einen Teil der Inves­to­ren und weiss wie die ticken. Die glau­ben sicher immer noch daran. Im Stadt­ge­biet kannst Du jeden alten Rotz für ein Schwei­ne­geld an die Welt­eli­ten ver­scher­beln, ande­rer­seits lie­gen neue Erschlie­ßungs­ge­biete erst­mal brach, weil die Stadt dort ökolo­gi­sche Stan­dards ver­langt, die sich nun mal kein nor­ma­ler Haus­bauer leis­ten kann (vor allem solange es im Umland noch ver­nünf­tige Alter­na­ti­ven gibt). Statt des­sen ver­su­chen die den Leu­ten ihre hor­ren­den Preise zu ver­wäs­sern, in dem sie Erb­pacht­grund­stü­cke anbie­ten (die auch erwor­ben wer­den kön­nen, *lol*), wobei hier die regio­na­len Woh­nungs­bau­un­ter­neh­mer bauen (wahr­schein­lich zwangs­ver­pflich­tet) und, nicht wie bei aus­ge­wo­ge­nen Bau­ge­bie­ten üblich, die Privaten.

Und als süßen Abschluß für mich freue ich mich drauf, wie es jetzt Hei­del­berg schaf­fen will die frei­ge­wor­de­nen Kaser­nen in Wohn­flä­chen zu kon­ver­tie­ren. Das krie­gen die mit ihren Leu­ten im Leben nicht geba­cken. Wahr­schein­lich wer­den sie wie­der schwä­bi­sche Archi­tek­ten ein­kau­fen (und dann auch noch die Fal­schen!), Bwahaha!.

Ein ande­rer hat sowas ja schon­mal erfolg­reich gemacht, aber die kön­nen auch ihr Geschäft.

Ach so: in dem RNZ-Artikel ist noch ein net­ter Kom­men­tar, den ich mal teil­weise zitie­ren will:

“In jeder ver­nünf­ti­gen poli­ti­schen Kul­tur wird schon ein­mal über den Fall “was ist wenn” gespro­chen und erste Kon­zepte erstellt. Aber in Hei­del­berg tickt die Welt halt anders. In zig ande­ren Städ­ten gab es doch genau die­selbe The­ma­tik nach der Wende und ich kenne genug Bei­spiele, wo es schon lange vor dem Abzug klare Üläne gab, was mit dem Gelände pas­sie­ren soll (“Stadt­pla­nung” nennt sich so etwas). Sobald die GIs weg waren wurde dann mit der Umge­stal­tung begon­nen. Hier in Hei­del­berg wird dann mit dem Dis­ku­tie­ren begon­nen (am bes­ten dar­über, ob der OB nun hätte öfter über den Teich rudern sol­len, damit der Abzug viel­leicht doch noch hätte ver­hin­dert wer­den kön­nen), pas­sie­ren wird dann ewig nichts. Bei der “Bahn­stadt” war diese Pla­nungs und Gestal­tungs­kom­pe­tenz ja auch zu bewundern.”

Der scheint sich in der Hei­del­ber­ger Per­so­nal­kom­pe­tenz auch gut auszukennen.

edit: im Mann­hei­mer Mor­gen steht ein ein­deu­tig aus­führ­li­che­rer Arti­kel (natür­lich). Inter­es­sant ist hier­aus die­ser Absatz:

“Die rest­li­chen Flä­chen sol­len zu Wohn­quar­tie­ren wer­den. Sie gehen an die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben über, die sich dann auch um even­tu­elle Alt­las­ten küm­mern muss. Nach Würz­ners Vor­stel­lung könn­ten die Grund­stü­cke im Besitz des Bun­des blei­ben. Die Stadt würde den­noch die Pla­nungs­ho­heit behalten.”

Na, wenn er sich da mal nicht täuscht. Warum soll der Bund die Kos­ten für die ver­seuch­ten Flä­chen dort tra­gen und die Hei­del­ber­ger Gemeinderats…fachleute dür­fen wei­ter “Alice-im-Wünschmirwasland” spie­len? Ich glaube kaum, dass er das tat­säch­lich auch glaubt. Das ist ja das bis­he­rige Pro­blem an Hei­del­berg: durch die — nicht nach­voll­zieh­bare — Über­zeu­gung was beson­de­res zu sein, glaubte man sich alles erlau­ben zu kön­nen. Doch der lang­same Tod geht wei­ter:

“Er hofft, dass durch die zusätz­li­chen Apart­ments der Weg­zug gerade von jün­ge­ren Fami­lien aus der Stadt abge­mil­dert wird.”

Solange die da wei­ter “des Kai­sers neue Klei­der” auf­füh­ren, ist das nicht aufzuhalten.

Mich hat heute nur geschockt, dass die Ita­lie­ner aus dem WM-Rennen sind und das eines unse­rer wich­tigs­ten Mit­glie­der in World of War­craft die Gilde verlässt.

Hei­del­berg, Du hast mein Mit­leid nicht mehr ver­dient.

Written by admin

Juni 25th, 2010 at 9:51 am