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Stuttgart 21: Zerlegung der K21 Theorie

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man liest und hört es allent­hal­ben: K21 ist super. Selbst in der Schlich­tungs­ver­an­stal­tung wurde das Thema K21 und Inte­gra­ler Takt­fahr­plan von den Geg­nern als Argu­ment gegen den geplan­ten Durch­gangs­bahn­hof ver­wen­det. Hier wird diese Behaup­tung im Detail unter­sucht und zer­stört: (ich erlaube mir das Voll­zi­tat hier bei mir:)

Anmer­kun­gen zur Bro­schüre  „K21 – die Alter­na­tive zu Stutt­gart 21“
der S21-Gegner (Initia­tive Leben in Stutt­gart – Kein Stutt­gart 21)
4. aktua­li­sierte Auf­lage, Juli 2010

Die Bro­schüre ent­hält über­wie­gend ein­sei­tige, z. T. sehr pole­mi­sche, sug­ges­tive Dar­stel­lun­gen und eine Viel­zahl von Fehl­in­for­ma­tio­nen. So sind bereits auf den ers­ten Sei­ten beleg­bare Falsch­aus­sa­gen gemacht, zum Bei­spiel zu Kos­ten, zur Leis­tungs­fä­hig­keit und zu Fahr­zei­ten.
Dar­über hin­aus fällt auf, dass die Schrift nicht nur „aktua­li­siert“ wurde son­dern eine Reihe von gra­vie­ren­den Abwei­chun­gen gegen­über den bis­he­ri­gen Vor­stel­lun­gen der S21-Gegner ent­hält. Hat man sich klamm­heim­lich von eini­gen seit­her ver­foch­te­nen Posi­tio­nen ver­ab­schie­det?
Auf die wich­tigs­ten kor­rek­tur­be­dürf­ti­gen und kri­tik­wür­di­gen Punkte wird nach­ste­hend einge-gangen.

1) Kri­tik an der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ters (Sei­ten 5, 29)

Der BMV wird wegen der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung zur Mit­be­nut­zung der S-Bahn-Strecke Flug­ha­fen – Rohr für Regio­nal– und Fern­züge kri­ti­siert; diese Geneh­mi­gung gehe „auf Kos­ten der Fahr­gast­si­cher­heit und eines rei­bungs­lo­sen Bahn­be­triebs“. Damit wird ein erhöh­tes Sicher-heitsrisiko sug­ge­riert.
Davon kann jedoch keine Rede sein. Eine Viel­zahl der Tun­nel im deut­schen Bahn­netz hat einen Gleis­ab­stand, der gerin­ger ist als die für Neu­bau­ten gefor­der­ten 4,00 m. So sind auch im Stutt­gar­ter S-Bahn-Bereich von Regio­nal– und Fern­zü­gen und S-Bahn befah­rene Tun­nel mit gerin­ge­ren Gleis­ab­stän­den vor­han­den, deren Betrieb seit Jahr­zehn­ten pro­blem­los und gefahr­los läuft (Prag­tun­nel, Rosen­stein­tun­nel, Schwaik­hei­mer Tun­nel mit Gleis­ab­stän­den von 3,75 bzw. 3,65 m). Der Gleis­ab­stand der Tun­nel am Flug­ha­fen und in Leinfelden-Echterdingen beträgt 3,80 m.
Dar­über hin­aus ist diese Kri­tik Heu­che­lei, denn das bis­her ver­foch­tene Bedie­nungs­kon­zept K21 sieht vor, sogar mehr Fern– und Regio­nal­züge über diese Stre­cke zu füh­ren als S21. Wird  von den S21-Gegnern neu­er­dings auf den ICE– und Regio­nal­bahn­an­schluss des Flug­ha­fens und der Messe ver­zich­tet und diese Anbin­dung auf die S-Bahn beschränkt?

2) Inte­gra­ler Takt­fahr­plan – ITF (Sei­ten 7, 18)

Die Ein­rich­tung eines „ITF-Vollknotens“, bei dem die Züge aller Ver­kehrs­rich­tun­gen und aller Zug­gat­tun­gen (ICE, IC/EC, RegionalExpress/RegionalBahn) gleich­zei­tig zum Umstei­gen im Bahn­hof bereit­ste­hen, macht bei der Stre­cken­struk­tur im Raum Stutt­gart kei­nen Sinn. Denn im Zulauf auf Stutt­gart wer­den z. B. von Osten her in Plochin­gen die je zwei­glei­si­gen Stre­cken von Ulm-Geislingen und Tübin­gen zusam­men­ge­führt, ebenso in Waib­lin­gen die Stre­cken von Aalen und Schwä­bisch Hall. Von Cann­statt zum Haupt­bahn­hof schließ­lich müs­sen die Züge die­ser vier zwei­glei­si­gen Stre­cken die sel­ben Gleise benut­zen. Das bedeu­tet, dass die ankom­men­den ICE, IC, RE und RB (d. s. nach der­zei­ti­gem Stand bereits 7 Züge) alle hin­ter­ein­an­der in den Stutt­gar­ter Hbf ein­fah­ren müs­sen. Bei einem Zug­fol­ge­ab­stand von nur 3 Minu­ten für die Ein­fahr­ten und Aus­fahr­ten führt dies unter Berück­sich­ti­gung der Takt­sym­me­trie dazu, dass Regio­nal­züge bis zu 38 Minu­ten am Bahn-steig ste­hen müs­sen, bis alle Züge die­ses „ITF-Bündels“ den Bahn­hof wie­der ver­las­sen haben; bei  zwei zusätz­li­chen Glei­sen zwi­schen Hbf und Cann­statt ließe sich diese Zeit auf 26 Minu-ten redu­zie­ren (aus/in Rich­tung Feu­er­bach sind es 32 Minu­ten).
Dar­aus wird die fatale Fehl­ein­schät­zung der ITF-Anwendung beim Kopf­bahn­hof im Ver-gleich zum Durch­gangs­bahn­hof deutlich.

Der für S 21 geplante ITF ist gegen­über dem „tota­len ITF-Vollknoten“ sinn­voll redu­ziert und dadurch dem „Voll­kno­ten“ deut­lich überlegen:

- Die Auf­ent­halts­zei­ten der zum ITF-Bündel zusam­men­ge­führ­ten Züge sind wesent­lich kür­zer
(max. 14 Minu­ten gegen­über. 38/26 bzw. 32 Minu­ten), was für die umstei­gen­den und für
die durch­fah­ren­den Rei­sen­den deut­li­che Rei­se­zeit­ge­winne bedeutet.

- Das Bedie­nungs­an­ge­bot im Regio­nal­ver­kehr wird auf den Stre­cken bis zu den 4 Zwi­schen–
kno­ten erheb­lich ver­bes­sert: von Plochin­gen wür­den bei K 21 bei­spiels­weise beim Stun­den–
takt bei­spiels­weise nach Stutt­gart 2 RE im Abstand von 3 Minu­ten hin­ter­ein­an­der her­fah­ren,
der nächste RE dann jedoch erst 57 Minu­ten (beim 30-Minuten-Takt 27 Minu­ten) spä­ter.
Die für S 21 vor­ge­se­hen Bedie­nungs­va­ri­ante für den Regio­nal­ver­kehr führt dage­gen beim
Stun­den­takt zu einer halb­stün­di­gen, beim 30-Minuten-Takt zu einer vier­tel­stün­di­gen Bünde–
lung von je 4 RE und damit zu einem dich­ten Ange­bot auch im Stutt­gar­ter Umland mit
deut­lich gerin­ge­ren War­te­zei­ten als bei K 21.

3) Zahl der Zulauf­stre­cken zum Haupt­bahn­hof  (Seite 7)

Die Aus­sage zu den Zulauf­stre­cken in der Bro­schüre ist falsch.
Abge­se­hen von den S-Bahn-Gleisen, die bei K21 und S21 gleich blei­ben, füh­ren in den künf­ti­gen Durch­gangs­bah­nof vier zwei­glei­sige Stre­cken ein (Rich­tung Feu­er­bach, Cann­statt, Wan­gen und Flug­ha­fen).  In den der­zei­ti­gen Kopf­bahn­hof sind es dem­ge­gen­über nur eine ein­glei­sige (Gäu­bahn) und zwei zwei­glei­sige Stre­cken (Rich­tung Feu­er­bach und Cann­statt); beim Bau von zwei wei­te­ren Glei­sen zwi­schen Hbf und Cann­statt wären es bei K21 eine ein­glei­sige und drei zwei­glei­sige Strecken.

4) Belas­tung der NBS durch Fern– und Regionalzüge

Die Geg­ner kri­ti­sie­ren, dass bei S21 zwi­schen Hbf und Flug­ha­fen auf der Neu­bau­stre­cke Schnell­ver­kehr und Regio­nal­ver­kehr über­la­gert sind und bei die­sem „fau­len Kom­pro­miss“ dann „im betrieb­li­chen All­tag Stö­run­gen und Behin­de­run­gen auf­tre­ten“ wer­den (siehe bereits in „Kopf­bahn­hof 21“, Schrift VCD u.a. 2006).
Dem­ge­gen­über ist es anschei­nend pro­blem­los, wenn bei dem über viele Jahre ver­foch­te­nen Kon­zept K21 vom Flug­ha­fen kom­mend auf der NBS zwi­schen Scharnhausen/Denkendorf und Obertürkheim/Mettingen auch die Fern– und Regio­nal­züge der Gäu­bahn und sogar noch eine S-Bahn-Linie – und damit also noch mehr Züge – zusätz­lich zum Schnell­ver­kehr fah­ren sollen.

5) Kos­ten der Stadt­bahn­ver­le­gung (Seite 9)

Die Kos­ten der abschnitts­wei­sen Stadt­bahn­ver­le­gung (Hbf — Tür­len­straße, Staats­ga­le­rie) sind in der Kal­ku­la­tion für Stutt­gart 21 enthalten.

6) „Neu­bau­stre­cke ja, aber nicht mit die­ser Pla­nung“ (Sei­ten 9–11, 28)

Die Alter­na­ti­v­über­le­gun­gen zur Tras­sen­füh­rung der Neu­bau­stre­cke nach Ulm wur­den mit der Ent­schei­dung zur auto­bahn­na­hen H-Trasse 1991/92 abge­schlos­sen. Damit wurde auch ent­schie­den, dass diese Schnell­fahr­stre­cke nicht für den her­kömm­li­chen schwe­ren Güter-verkehr benutzt  wird.
Die Stre­cke ist bekannt­lich Bestand­teil zweier euro­päi­scher Kor­ri­dore im Rah­men des Hoch-geschwindigkeitsnetzes der EU, näm­lich der West-Ost-Magistrale Europa (Paris-Straßburg-Stuttgart-München-Wien-Bratislava/Budapest) sowie des sog. Nord­west­kor­ri­dors (Brüssel/ Amsterdam/Ruhrgebiet-Köln-Mannheim-Stuttgart-München-Italien/Balkan). In den europä-ischen Nach­bar­län­dern sind diese Stre­cken in wei­ten Berei­chen bereits in Betrieb oder im Bau. Hier von „über­kom­me­ner Schnell­fah­rideo­lo­gie“ zu spre­chen ist absurd.

Wenn in der Bro­schüre nun die Neu­bau­stre­cke „nicht mit die­ser Pla­nung“ pro­pa­giert und eine für schwere Güter­züge taug­li­che Trasse ver­langt wird, so würde das bedeu­ten, ent­we­der für Wend­lin­gen – Ulm einen Basis­tun­nel unter der Alb (wie beim Gott­hard) zu bauen oder zur Füh­rung der Stre­cke durch das Fil­s­tal zurück­zu­keh­ren – dort mit vier­glei­si­gem Aus­bau, mit Stre­cken­be­gra­di­gun­gen (um wenigs­tens min­des­tens 160 km/h zu errei­chen), mit Abriss von meh­re­ren zig Häu­sern, mit Schall­schutz­wän­den und Ein­hau­sun­gen der Bahn von 5 oder mehr Metern Höhe durch die Ort­schaf­ten.
Diese Vor­stel­lun­gen erschei­nen wenig erfolgversprechend.

7) S 21 „als Pro­blem­fin­dungs­pro­gramm“ (Seite 14)

Diese Aus­füh­run­gen sind falsch und stel­len die Wirk­lich­keit auf den Kopf.
Die Aus­sage, wonach beim Kopf­bahn­hof „bereits heute die Kapa­zi­täts­grenze bei 51 Zügen pro Stunde“ liege, führt irre. In die­ser Zahl sind die Ein­fahr­ten und die Aus­fahr­ten jedes Zuges je extra gezählt. Die tat­säch­li­che Zug­zahl der abfah­ren­den Züge betrug 2009 in der Spit­zen­stunde 25 Züge.
Die Unter­stel­lung „wis­sent­li­cher Falsch­aus­sa­gen“ ist schlicht­weg eine Ver­leum­dung.
8) Kos­ten und Kos­ten­ent­wick­lung S 21 und K 21 (Seite 16)

Die detail­lierte Ermitt­lung der Inves­ti­tio­nen für Stutt­gart 21 wies nach dem Pla­nungs­stand 2005/06 mit Preis­stand 2004 2,81 Mrd.€ aus. Diese Zah­len der Pla­nungs­trä­ge­rin lagen dem Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren sowie dem Ver­fah­ren beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Württemberg (Ent­scheid VGH 6.4.2006) zugrunde. Im Zusam­men­hang mit den Finanzie-rungsverhandlungen wurde 2008  der Inves­ti­ti­ons­be­darf für Stutt­gart 21 in der Gesamt­summe  von 2,81 Mrd. € auf  3,076 Mrd. € aktua­li­siert, das ent­spricht einer Stei­ge­rung von rd. 9,5 %. Im Dezem­ber 2009 wurde über eine Schät­zung der Preis­stei­ge­rungs­ra­ten bis zum Ende der Bau­zeit ein zu erwar­ten­der Inves­ti­ti­ons­be­darf  für S 21 von 4,088 Mrd. € ermittelt.

Die in der Bro­schüre Seite 16 ange­ge­bene Schät­zung der Inves­ti­tio­nen für K 21 in Höhe von 2,5 Mrd. € ent­spricht der von der DB bereits nach Preis­stand 2004 ermit­tel­ten Summe von 2,57 Mrd. €, die also um knapp 10 % unter der Summe von S 21 lag. Aller­dings ist auch hier eine ent­spre­chende Anpas­sung der Inves­ti­ti­ons­summe an die Preis­ent­wick­lung not­wen­dig.
Geht man von den glei­chen Stei­ge­rungs­ra­ten aus wie bei S 21, so errech­nen sich für den Kopf­bahn­hof 21 ins­ge­samt 3,74 Mrd. € (ent­spre­chend den 4,01 Mrd. € für S 21).

Die Erneue­rung und Ertüch­ti­gung des Kopf­bahn­ho­fes muss unter vol­ler Auf­recht­er­hal­tung des Eisen­bahn­be­triebs in dem stark belas­te­ten, viel­fäl­tig ver­floch­te­nen Kno­ten­be­reich durch­ge­führt wer­den. Das bedingt einen kom­pli­zier­ten Bau­ab­lauf mit vie­len Interims-zuständen, erheb­li­chen Betriebs­er­schwer­nis­sen und mas­si­ven Betriebs­be­hin­de­run­gen. Eine Reihe von Ein­zel­bau­stel­len ist über­haupt nur mit Schie­nen­fahr­zeu­gen erreich­bar; dafür müss­ten wei­tere Gleise gesperrt wer­den, die dann — neben den durch die Bau­stelle direkt betrof­fe­nen Glei­sen – für den Eisen­bahn­be­trieb eben­falls nicht nutz­bar wären.
Diese Zwänge erlau­ben auch in wei­ten Berei­chen keine zeit­glei­chen Bau­maß­nah­men, so dass sich die Bau­zeit über viele Jahre erstre­cken würde. Damit müss­ten deut­lich län­gere Erschwer­nisse für die Fahr­gäste und Behin­de­run­gen auch im Stadt­ge­biet in Kauf genom­men wer­den als bei S 21.

Dar­aus folgt: die oben dar­ge­stellte Hoch­rech­nung der Inves­ti­ti­ons­summe für K 21 müsste eigent­lich deut­lich höhe­ren Kos­ten­stei­ge­run­gen unter­lie­gen als S 21, weil bei K 21 ein weit höhe­rer Per­so­nal­kos­ten­an­teil an der Gesamt­summe der Inves­ti­tio­nen auf­grund der kompli-zierten Erneue­rungs– und Aus­bau­maß­nah­men im kom­ple­xen Gleis­feld des Kopf­bahn­hofs anfal­len würde. Diese Arbei­ten sind viel weni­ger „auto­ma­ti­sier­bar und mecha­ni­sier­bar“ als die Neu­bau­maß­nah­men bei S21, die unab­hän­gig vom lau­fen­den Bahn­be­trieb mit dem dort mög­li­chen und übli­chen Groß­ge­rä­te­ein­satz erstellt wer­den. Da auch in Zukunft — wie in der rück­lie­gen­den Zeit — die Per­so­nal­kos­ten mit höhe­ren Preis­stei­ge­rungs­ra­ten behaf­tet sein wer­den als die Kos­ten für Maschi­nen­ein­satz und Mate­rial, wer­den die Gesamt­kos­ten für K21 stär­ker stei­gen als für S21.
Eine Gegen­über­stel­lung der Inves­ti­tio­nen für S 21 und K 21 ist als Anlage beigefügt.

Die auf Seite 48 genann­ten Kos­ten von 1,2 – 2,3 Mrd. € sowie die Behaup­tung, dass  die Kos­ten von K 21 „um zwei Drit­tel nied­ri­ger als bei Stutt­gart  21“ lägen, sind also absurd und nicht haltbar.

9) Kos­ten der Flug­ha­fen­an­bin­dung bei K 21

Die erfor­der­li­chen Inves­ti­tio­nen der Flug­ha­fen­an­bin­dung ein­schl. der neuen Stre­cke Flug-hafen – Den­ken­dorf, dem unter­ir­di­schen Gleis­drei­eck Scharn­hau­sen, der Roh­rer Kurve, der not­wen­di­gen Anpas­sung des Flug­ha­fen­bahn­hofs und der Erneue­rung der Gäu­bahn wer­den  mit 275 Mio. € ange­ge­ben.
Schon in der Kal­ku­la­tion 2005/06 (nach Kos­ten­stand 2004) für den VGH wur­den von der DB — vom Gericht unwi­der­spro­chen — dafür 365 Mio. € ermit­telt. Wenn man die Aktualisierung/Hochrechnung auf den aktu­el­len Kos­ten­stand glei­cher­ma­ßen vor­nimmt wie für S 21 (von 2,8 auf 4,1 Mrd. €), so müss­ten es hier 531 Mio. € sein; d. i. fast das Dop­pelte der VCD-Angabe.

10) „Der neue Herz­in­farkt Euro­pas“ (Seite 22/23)

Diese Dar­stel­lun­gen zei­gen in beson­de­rer Weise, dass das Inter­esse der Ver­fas­ser nicht in der sach­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit der Pla­nung son­dern in der Pole­mik und Angst­ma­che­rei beim Leser liegt. So wer­den hier Gleis­ver­bin­dun­gen unter­schla­gen, beste­hende Fak­ten im Bestands­netz, die gar nicht Teil der S21-Planung sind, als „Eng­pässe bei S 21“ aus­ge­wie­sen, Misch­ver­kehre zwi­schen Regio­nal– und S-Bahnen als kri­tisch dar­ge­stellt und Einfahr-geschwindigkeiten in den Flug­ha­fen­bahn­hof mit 80 km/h als Ein­schrän­kun­gen sug­ge­riert. Misch­ver­kehre wer­den auf den Außen­stre­cken der S-Bahn seit jeher prak­ti­ziert und sind auch Bestand­teil der K21-Konzeption. Ein­fahr­ten in Bahn­höfe für dort hal­tende Züge sind fahr-dynamisch mit 80 km/h nor­ma­ler Stand der Tech­nik; bei K21 dage­gen müss­ten alle Züge in den Kopf­bahn­hof mit deut­lich nied­ri­ge­rer Geschwin­dig­keit (heute 30 km/h) einfahren.

11) Leis­tungs­fä­hig­keits­ver­gleich  S 21 / K 21 (Sei­ten 9, 18, 35)

Für die Leis­tungs­fä­hig­keit von Bahn­hö­fen gilt seit jeher: im Ver­gleich von Kopf­bahn­hof und Durch­gangs­bahn­hof benö­tigt der Kopf­bahn­hof etwa dop­pelt so viele Gleise wie der Durch-gangsbahnhof. Diese Faust­re­gel hat sich auch für Stutt­gart bestä­tigt.
Dar­über hin­aus zei­gen alle eisen­bahn­be­triebs­wis­sen­schaft­li­chen Stu­dien deut­lich, dass die Gleis­ver­flech­tun­gen im Bahn­hofs­vor­feld für die Leis­tungs­fä­hig­keit des Bahn­ho­fes weit ent­schei­den­der sind als die Zahl der Bahnsteiggleise.

Über die Leis­tungs­fä­hig­keit des geplan­ten Durch­gangs­bahn­hofs Stutt­gart Hbf (S 21) und sei­ner Zulauf­stre­cken lie­gen sehr detail­lierte Unter­su­chun­gen vor. So wei­sen die Stu­dien und Sen­si­ti­vi­täts­rech­nun­gen aus den neun­zi­ger Jah­ren eine hohe Leis­tungs­fä­hig­keit und weit grö­ßere Kapa­zi­täts­re­ser­ven des Durch­gang­bahn­hofs gegen­über dem Kopf­bahn­hof aus. Jün­gere erneute Stu­dien zum Leis­tungs­ver­hal­ten des Bahn­hofs aus dem Jahr 2005 bestä­ti­gen dies erneut in ein­drucks­vol­ler Weise.
Um die Leis­tungs­gren­zen über das für S 21 geplante Betriebs­pro­gramm hin­aus aus­zu­lo­ten, wurde ein „Sze­na­rio erhöh­tes Ange­bot“ geprüft. Dar­aus zeig­ten sich sehr hohe Leis­tungs­re­ser­ven beim Durch­gangs­bahn­hof (bezo­gen auf den sei­ner­zei­ti­gen Jah­res­fahr­plan 70 % für den Fern­ver­kehr, >100 % für den Regionalverkehr).

Neben der Leis­tungs­fä­hig­keit eines Bahn­kno­tens ist des­sen betrieb­li­che Fle­xi­bi­li­tät wich­tig. Das gilt sowohl für spä­ter erfor­der­li­che Ver­än­de­run­gen des Betriebs­an­ge­bots als auch für kurz­fris­tige Abwei­chun­gen vom Regel­be­trieb. Diese Fle­xi­bi­li­tät ist für eine lang­le­bige Infra­struk­tur von gro­ßer Bedeu­tung, da die lang­fris­tige Ent­wick­lung der Ver­kehrs­nach­frage heute noch nicht zuver­läs­sig abschätz­bar ist. Diese Fle­xi­bi­li­tät ist, unter Fach­leu­ten inter­na­tio­nal unum­strit­ten, bei einem Durch­gangs­bahn­hof grund­sätz­lich deut­lich güns­ti­ger als beim Kopf­bahn­hof. Beim Kopf­bahn­hof müs­sen alle Züge das Bahn­steigg­leis in glei­cher Rich­tung wie­der ver­las­sen, aus der sie ein­ge­fah­ren sind; das hat viel­fäl­tige Fahrstraßen-ausschlüsse in den Gleis­ver­flech­tun­gen des Bahn­hofs­vor­fel­des zur Folge.
Dar­über hin­aus rea­giert der 8-gleisige Durch­gangs­bahn­hof auch an der Grenze sei­nes opti­ma­len Leis­tungs­be­reichs (der deut­lich höher liegt als der­je­nige des ertüch­tig­ten 16-gleisigen Kopf­bahn­hofs) weit weni­ger emp­find­lich auf höhere Belas­tun­gen. Er besitzt somit eine erheb­lich höhere Fle­xi­bi­li­tät bei Abwei­chun­gen vom Regel­be­trieb (Bau­ar­bei­ten, Verspä-tungen) sowie für zukünf­tige Betriebs­plan­än­de­run­gen als der Kopf­bahn­hof.
Dar­über hin­aus zeigt eine Betriebs­sim­la­tion, wie sie im Rah­men von Leistungsuntersuchun-gen üblich ist, dass Ver­spä­tun­gen, die von außen in den Kno­ten Stutt­gart hin­ein­ge­tra­gen wer­den, beim geplan­ten Betriebs­pro­gramm im Durch­gangs­bahn­hof S 21 spür­bar redu­ziert wer­den kön­nen, was beim Kopf­bahn­hof K 21 nicht der Fall ist.

Auch ein ent­spre­chend ertüch­tig­ter Kopf­bahn­hof (K 21) ist in der Lage, die vom zukünf­ti­gen Betriebs­kon­zept gefor­derte Leis­tung zu erbrin­gen. Die Beto­nung liegt dabei aller­dings auf „Ertüch­ti­gung“, d.h. dem leis­tungs­stei­gern­den Aus­bau des Gleis­vor­fel­des des beste­hen­den Kopf­bahn­hofs mit zusätz­li­chen Kreu­zungs­bau­wer­ken und Gleis­ver­bin­dun­gen. Die­ser Aus­bau in Kom­bi­na­tion mit der umfas­sen­den Erneue­rung der aus der Zeit des 1. Welt­kriegs stam­men­den, ver­al­te­ten Bau­werke ist sehr auf­wän­dig – sowohl in der tech­ni­schen Abwick­lung als auch in den Kosten.

Aus den Erläu­te­run­gen Zif­fer 8 ist ersicht­lich, dass – ent­ge­gen den Behaup­tun­gen der S21-Gegner – die erfor­der­li­chen Inves­ti­tio­nen für K 21 nur gering­fü­gig unter denen für S 21 lie­gen wür­den. Somit war schluss­end­lich im Abwä­gungs­pro­zess zu ent­schei­den, wel­che Vari­ante bei Betrach­tung der Vor– und Nach­teile, der Nut­zen und Kos­ten, bes­ser abschnei­det. Diese Abwä­gung führt zu dem ein­deu­ti­gen Ergeb­nis, die Rea­li­sie­rung von Stutt­gart 21 zu empfehlen.

Resü­mee

Den Anstoß zu Stutt­gart 21 gaben zwar ursprüng­lich die Pla­nun­gen zum euro­päi­schen Hoch­ge­schwin­dig­keits­netz für den Fern­ver­kehr. Durch die Gestal­tung der Gleis­an­la­gen und Netz­an­bin­dun­gen konnte aber für S 21 ein Betriebs­kon­zept ent­wi­ckelt wer­den, das dem Nah– und Regio­nal­ver­kehr in noch stär­ke­rem Umfang als dem Fern­ver­kehr quan­ti­ta­tive und qua­li­ta­tive Ver­bes­se­run­gen bie­tet und Kapa­zi­täts­aus­wei­tun­gen ermög­licht. Mit der Fahr­mög­lich­keit der Züge in allen Rela­tio­nen ohne Rich­tungs­wech­sel über den neuen Haupt­bahn­hof und mit der Durch­bin­dung aller Regio­nal­li­nien wird eine ver­kehr­li­che Opti­mie­rung über alle Fahr­gast­grup­pen erreicht (Mini­mie­rung des Umstei­ge­be­darfs, güns­tige Umstei­ge­ver­bin­dun­gen mit kür­zest­mög­li­chen Überg­angs­zei­ten und –wegen, kurze Auf­ent­halts­zei­ten für die durch­fah­ren­den Rei­sen­den und damit ins­ge­samt Mini­mie­rung der Reisezeiten).

Die Behaup­tung, S 21 sei „nur immo­bi­li­en­wirt­schaft­lich moti­viert und aus finan­zi­el­ler und ver­kehrs­po­li­ti­scher Sicht völ­lig ver­fehlt“ (Seite 28), ist völ­lig absurd.
Die verkehrlich-eisenbahnbetriebliche Not­wen­dig­keit des Aus­baues des Eisen­bahn­kno­tens Stutt­gart im Zusam­men­hang mit dem euro­päi­schen Netz steht außer Frage. Der sug­ge­rierte Ein­druck, mit K 21 dafür eine gleich­wer­tige und kos­ten­güns­ti­gere Lösung  errei­chen zu kön­nen, ist falsch. Viel­mehr zei­gen die Aus­füh­run­gen unter Punkt 8, dass K 21 Kos­ten in ähnli­cher Höhe ver­ur­sa­chen würde wie das bekämpfte S 21.
Man sollte daher kon­se­quen­ter­weise — wenn man vom „Mil­li­ar­den­pro­jekt Stutt­gart 21“ spricht -  auch vom „Mil­li­ar­den­pro­jekt Kopf­bahn­hof 21“ sprechen.

Dar­über hin­aus besteht für K 21 weder eine schlüs­sige Pla­nung noch ist eine Finan­zie­rung dafür in Sicht. Ins­ge­samt fehlt ein umfas­sen­des bau­li­ches, verkehrlich-betriebliches und finan­zie­rungs­tech­ni­sches Kon­zept. Das würde lang­wie­rige Pla­nungs­schritte und Verhand-lungen mit „neuen“ Betrof­fe­nen erfor­dern und damit zum Nach­teil der Region und des Lan­des eine Ver­zö­ge­rung des Pro­jek­tes von vie­len Jah­ren bedeuten.

Dem­ge­gen­über ver­mag die Gesamt­kon­zep­tion Stutt­gart 21 – ent­ge­gen den sug­ges­ti­ven Behaup­tun­gen der Bro­schüre  — auch weit in die Zukunft gerich­tete Anfor­de­run­gen deut­lich bes­ser zu erfül­len als das Kon­zept K 21.
Inves­ti­ti­ons­be­darf von Stutt­gart 21
(Bau des tief­lie­gen­den Durch­gangs­bahn­hofs und der Neu­bau­stre­cke bis Wendlingen)

Bau Durch­gangs­bahn­hof und Zulauf­stre­cken                                   1.880 Mio. €
(Gesamt­kno­ten incl. Stre­cken von Feu­er­bach und Cann­statt,
Tun­nel vom Hbf nach Wan­gen – Ober-/Untertürkheim,
Ersatz des Abstell­bahn­hofs Rosen­stein durch War­tungs­bahn­hof Unter­türk­heim,
S-Bahn-Führung über neue Hal­te­stelle Mittnachtstraße)

Neu­bau­stre­cke Hbf – Flug­ha­fen – Wend­lin­gen (- Ulm)                        720 Mio. €
(Tun­nel vom Hbf zum Flug­ha­fen, Neu­bau­stre­cke par­al­lel zur BAB
nach Wend­lin­gen, Ver­bin­dungs­kurve Wend­lin­gen – Tübingen)

Anbin­dung Flughafen/Messe (Fil­der­bahn­hof)                                      210 Mio. €
(Tun­nel­schlei­fen zum neuen Fern­bahn­hof sowie zum beste­hen­den S-Bahnhof,
Anpas­sung des S-Bahnhofs, Ver­bin­dungs­kurve Rohr Rich­tung Böb­lin­gen – Horb)
___________
Gesamt­summe *                                                                                       2.810 Mio. €
(Hoch­rech­nung 2008 auf 3.076 Mio. €) **
(Schät­zung 12/2009 bis Ende Bau­zeit auf 4.088 Mio €) ***
Inves­ti­ti­ons­be­darf der Alter­na­tive Kopf­bahn­hof 21
(Bei­be­hal­tung des Kopf­bahn­hofs und Ausbau-/Neubaustrecke bis Wendlingen)

Erneue­rung und Ertüch­ti­gung des Kopf­bahn­hofs                              1.155 Mio. €
(incl. Sicherungs-/Betriebsleittechnik, Brü­cke­ner­neue­rung, Fahr­stra­ß­en­er­gän­zun­gen,
Abstell­bahn­hof Rosen­stein, zwei zusätz­li­che Gleise nach Cannstatt)

6-gleisiger Aus­bau Cann­statt — Ober­türk­heim (od. Met­tin­gen),         1.050 Mio. €
Neu­bau­stre­cke Ober­türk­heim (od. Met­tin­gen) – Wend­lin­gen
(Aus­bau der beste­hen­den Stre­cke bis Ober­türk­heim (od. Met­tin­gen),
Neu­bau­stre­cke Ober­türk­heim (od. Met­tin­gen) – Wend­lin­gen
mit Tun­nel bis Den­ken­dorf, Wei­ter­füh­rung par­al­lel zur BAB wie H-Trasse)

Anbin­dung Flughafen/Messe                                                                     365 Mio. €
(Stich­stre­cke zum Flug­ha­fen­bahn­hof mit Gleis­drei­eck bei Den­ken­dorf,
Ver­bin­dungs­kurve bei Rohr Rich­tung Böb­lin­gen – Horb,
Sanie­rung der Gäu­bahn von Vai­hin­gen zum Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hof)                         __________

Gesamt­summe *                                                                                       2.570 Mio. €
(ent­spre­chende Hoch­rech­nung 2008 auf 2.813 Mio. €) **
(entspr. Hoch­rech­nung der Schät­zung 2009: 3.739 Mio €) ***

*)   Die Anga­ben bezie­hen sich auf den Pla­nungs­stand 2005/06 mit Preis­stand 2004, wie er von der Pla­nungs–
trä­ge­rin dem Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren  sowie dem Ver­fah­ren beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Württ.
(Ent­scheid VGH 6.4.2006) zugrunde lag.

**)   Der Inves­ti­ti­ons­be­darf für Stutt­gart 21 wurde im Zusam­men­hang mit den Finan­zie­rungs­ver­hand­lun­gen 2008
aktua­li­siert in der Gesamt­summe  von 2,81 Mrd. € auf  3,076 Mrd. €, das ent­spricht einer Stei­ge­rung von
rd. 9,5 %. Die entspr. Anpas­sung für den Kopf­bahn­hof 21 führt dort zu der Gesamt­summe von 2,813 Mrd. €.

***) Im Dez.2009 wurde über eine Schät­zung der Preis­stei­ge­rungs­ra­ten bis zum Ende der Bau­zeit ein zu
erwar­ten­der Inves­ti­ti­ons­be­darf  für S21 von 4,088 Mrd. € ermit­telt. Preis­stei­ge­rung K21 ana­log: 3,739  Mrd. €.

Hei­merl zer­pflückt K21

29.08.10

unge­kürz­ter Ori­gi­nal­text von Pro­fes­sor Ger­hard Hei­merl, dem ehe­ma­li­gen Ordi­na­rius für Eisen­bahn und Ver­kehrs­we­sen an der Uni­ver­si­tät Stuttgart

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Oktober 26th, 2010 at 6:11 pm

Wir dürfen keinen Strom aus Wasser bekommen…

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…weil unsere Junta die Atom­wirt­schaft bevor­zugt. Auch wenn wir aus Nor­we­gen Strom aus Was­ser­kraft erhal­ten kön­nen (und das kön­nen wir), so regelt die Netz­ver­sor­gung, dass Atom­strom bevor­zugt ein­ge­speist wird. Sollte also Atom­strom anste­hen, so wer­den alter­na­tive Ener­gie­quel­len nicht mehr eingespeist:

Theo­re­tisch könnte nor­we­gi­sche Was­ser­kraft den Strom von 60 euro­päi­schen Atom­kraft­wer­ken erset­zen. Doch dazu braucht man Lei­tun­gen durch die Nord­see. Aber schon beim ers­ten Kabel gibt es da ein Problem.

Nor­Ger fällt nicht unter die deut­sche Kraft NAV, die Kraft­werks­netz­an­schluss­ver­ord­nung. Darin ist gere­gelt, dass Kraft­werke stän­dig Strom ins Netz ein­spei­sen dür­fen. Aber eben nur Kraft­werke, nicht See­ka­bel. Und des­halb kann sich Nor­Ger nicht dar­auf ver­las­sen, immer Zugang zum Netz zu bekommen.

Ohne Rege­lung könnte der Strom aus Nor­we­gen ein­fach abge­klemmt wer­den, so wie schon heute Wind­kraft­an­la­gen abge­hängt wer­den, wenn zu viel Atom­strom das Netz blo­ckiert. Zustän­dig ist Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­derle. Er müsste der Kraft NAV nur das Wort “See­ka­bel” hin­zu­fü­gen. Doch das Minis­te­rium schreibt an Nor­Ger, man sehe der­zeit “kein Änderungsbedarf”.

Bil­lige nor­we­gi­sche Was­ser­kraft im Über­fluss. Nur nicht für Deutsch­land. Weil der Zugang zum Netz nicht gere­gelt ist.

Erzähl doch bitte kei­ner mehr was von bil­li­gem Atom­strom und “unzu­rei­chen­den” alter­na­ti­ven Ener­gien. Das ist kri­mi­nel­ler Lob­by­is­mus pur. Kri­mi­nell des­we­gen, weil diese Mas­sen­mör­der in spe die Risi­ken genau ken­nen und für ihre Boni über Mil­lio­nen Lei­chen gehen werden.

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September 23rd, 2010 at 10:28 am

Peer Steinbrück: bitte nicht vergessen, wer hier versagt hat

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Die Nach­denk­sei­ten hal­ten ihre Infor­ma­ti­ons­pflicht bei uns auf­recht. Auch wenn Stern und Kon­sor­ten ihren poli­ti­schen Netz­werk­ver­pflich­tun­gen zur Volks­ver­dum­mung und Geschichts­fäl­schung nach­kom­men: der Herr Stein­brück hat uns maß­geb­lich die Scheisse mit den Ban­ken eingebrockt:

  1. Stein­brück ist zusam­men mit der Bun­des­kanz­le­rin ver­ant­wort­lich dafür, dass wir mit Hun­der­ten von Mil­li­ar­den belas­tet wer­den, mit denen die Wett­schul­den der Spie­ler im Finanz­ka­sino begli­chen werden.

    Als Stein­brück für die För­de­rung des Finanz­plat­zes Deutsch­land, für eine lasche Kon­trolle und für „Pro­dukt­in­no­va­tio­nen“ warb, war schon bekannt, dass deut­sche Ban­ken in Schwie­rig­kei­ten sind. Im Februar 2003 tra­fen sich Bun­des­kanz­ler, Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter mit den Spit­zen der Ban­ken und Ver­si­che­run­gen zu einem Kri­sen­ge­spräch mit dem Ziel der Grün­dung einer Bad Bank. Das kam nicht zu Stande, weil das Tref­fen vom Han­dels­blatt bekannt gemacht wurde. Aber die Aus­la­ge­rung fau­ler For­de­run­gen in Zweck­ge­sell­schaf­ten und ähnli­che Bad Banks fand statt. So bei der Indus­trie­kre­dit­bank IKB, so bei der Ende Sep­tem­ber 2003 gegrün­de­ten HRE. (In der Anlage zu die­sem Bei­trag ist der Arti­kel im Han­dels­blatt vom 24.2.2003 wie­der­ge­ge­ben. Immer noch lesens­wert – vor allem für Men­schen, die immer noch glau­ben, die Finanz­krise habe mit dem Zusam­men­bruch von Leh­man Bro­thers begonnen)

    Das alles wusste Peer Stein­brück. Und den­noch hat er behaup­tet, die Finanz­krise sei aus den USA über uns gekom­men und sie habe ihn wie ein Spring­ins­feld­teu­fel ange­sprun­gen. (Siehe hier und aus­führ­lich in unse­ren Jahr­bü­chern)

    Peer Stein­brück ist neben Angela Mer­kel ver­ant­wort­lich dafür, dass wir mit Hin­weis auf die angeb­li­che Sys­tem­re­le­vanz aller Ban­ken sowohl die Indus­trie­kre­dit­bank (IKB) als auch die HRE geret­tet haben. Der hohe Ein­satz von min­des­tens 8 Mil­li­ar­den bei der IKB und 142 Mil­li­ar­den Garan­tien und dar­un­ter Zig-milliarden fäl­lig wer­den­der Zah­lun­gen für die HRE ist aus mei­ner Sicht nicht nötig gewe­sen. Der Zusam­men­bruch von Leh­man Bro­thers hat keine Kata­stro­phe aus­ge­löst. Ähnlich wäre es mit den bei­den ande­ren Insti­tu­ten gewe­sen. Bei uns aber wurde die Mög­lich­keit einer geplan­ten Insol­venz die­ser Insti­tute gar nicht geprüft. Dafür ist Peer Stein­brück haupt­ver­ant­wort­lich. Er und seine Arbeit kos­ten uns und unsere Kin­der Milliarden.

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September 20th, 2010 at 4:48 pm

#Googlebashing, #Street View: Hexenjagd und die Politik freut sich

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Oooh, jetzt regen sich wie­der alle mög­li­chen und unmög­li­chen Spackos auf. Wie in die­sem Bei­trag damals schon­mal zum Thema Goog­le­ba­shing beschrieben, ufert dies­mal die som­mer­loch­schwan­gere Medi­en­hetze gegen ein völ­lig unin­ter­es­san­tes und unver­hält­nis­mäs­si­ges Thema aus: da wer­den dann in “gut­bür­ger­li­chen” Stadt­vier­teln auch mal eben die Fah­rer der Google­wa­gen aus dem­sel­ben gezerrt und mit Alko­hol “beru­higt”, die Autos mit Mol­lies bewor­fen und angezündet:

Der PKW wurde ein­ge­kreist und ver­ein­zelt mit Stei­nen bewor­fen. Fah­rer und Kame­ra­mann wur­den her­aus­ge­zerrt und in einem nahe­ge­le­ge­nen Lokal mit Alko­ho­lika betäubt. Anschlie­ßend brannte das Auto aus. Unklar ist bis zur Stunde, warum das Fahr­zeug sich in unmit­tel­ba­rer Nähe der Pro­teste auf­ge­hal­ten hat. Der Säch­si­sche Daten­schutz­be­auf­tragte Andreas Schu­rig äußerte die Ver­mu­tung, dass das US-Unternehmen die Pro­tes­tie­ren­den hatte fil­men wol­len, um eine Störer-Datei anzu­le­gen. „Das ist schlim­mer als bei der Stasi“, sagte Schu­rig pro­vo­kant. Von der „Volks­in­itia­tive“, einer der Auf­ru­fer der Google-Proteste, wurde in einer Pres­se­er­klä­rung spe­ku­liert, dass Google „durch pro­vo­kan­tes Her­um­fah­ren Kra­walle pro­vo­zie­ren“ wolle.

Äh, wie bitte? Eine “Stö­rer Datei”? Ich könnte mich auf­re­gen. Da het­zen die Medien über ein Thema, was eigent­lich keine Sau inter­es­siert und die däm­li­chen Poli­ti­ker­büt­tel sal­ba­dern und freuen sich das Feind­bild “böses Inter­net” bis zu einer _hier wohl sehr ein­deu­tig damit vergleichbar_ Hexen­jagd zu pro­vo­zie­ren. Da wer­den wie­der dum­merte Infor­ma­tio­nen wie nutz­lose Wlan-Daten und der Begriff “Daten­krake” her­vor­ge­holt und

stän­dig,

stän­dig,

stän­dig

wie­der­holt, solange bis es auch der dümmste Voll­pfos­ten in sein tro­cke­nes Bröt­chen­hirn ver­pflanzt hat:

Google=Internet=mächtig Böse.

Zwi­schen­zeit­lich wer­den hin­ge­rich­tete schwan­gere afgha­ni­sche Frauen und arme umge­brachte afgha­ni­sche Kin­der durch die Medien gehetzt und die Som­mer­pause mit wei­te­ren Volks­ver­dum­mungs­pa­ro­len voll­ges­ab­belt, nur damit unsere Herr­scher­klasse mit ihrem Mist unver­hoh­len wei­ter­ma­chen darf und das däm­li­che Volk stürzt sich auf den zur Zeit pro­pa­gier­ten Volks­feind Google. Leute, seid ihr selbst­den­kende mün­dige Bür­ger oder was seid Ihr? Ein Glück, das die Kli­ma­an­la­gen bei der Bahn grade noch funktionieren.

Ach ja, in den Kom­men­ta­ren zum Elsäs­ser Blog hat jemand eine Begrün­dung gegen die Street­view Sache, Achtung:

Mir hat jemand gezwit­schert, dass Rating­agen­tu­ren Street­view nut­zen, um Daten­ban­ken über Wohn­ge­gen­den anzu­le­gen und diese an Dar­le­hens­ge­ber zu ver­kau­fen.
Da muss man nicht mal das Gerede über die vie­len leer ste­hen­den Grund­stü­cke in Ber­lin und woan­ders bemü­hen, oder, anders gesagt, das bekommt so neuen Auf­wind, kommt aus der Schmud­del­ecke raus.

Ach, das ist ja mal inter­es­sant: Natür­lich, ich kann mir den­ken, dass der Tou­rist Hei­del­berg nicht mehr besucht, wenn ihm klar wird, dass 95% die­ser Stadt stink­lang­wei­lig und genauso dröge aus­se­hen, wie der Rest in unse­rem Land. Aber mal ehr­lich: Dar­le­hens­ge­ber? Hallo? Wer sich mit sol­chen The­men befasst (also Kre­dite oder Immo­bi­li­en­werte), der braucht kein Google Street­view um zu ahnen, was sein Gegen­über für “Sol­ven­zen” besitzt. Meine Fresse ist das weit her­ge­holt. Und natür­lich hat dem jemand etwas “gezwit­schert”. Klar. Unser Insi­der hier kennt sich mit Twit­ter aus, also kennt er Web 2.0, aja, das ist doch das Ding, wo sich eine Rot­haarb­lo­gnase aus Ber­lin per Kauf­ver­trag mal eine Netz­ab­fuhr geholt hat. Dann muss das ja stim­men! Wobei ich dazu sagen muss, dass Lobos Widerspruch-Widerspruch ne lus­tige Sache ist. Dem werd ich mal grund­sätz­lich voll­kom­men zustimmen.

Trotz­dem: das ist ne miese Hexen­jagd und so lang­sam wird es pein­lich. Habt Ihr nix bes­se­res zu tun, woge­gen sich zu kämp­fen lohnt? Rente mit 70? Hartz IV Wohn­flä­chen redu­zie­ren? Koran­schrif­ten ver­bren­nen? Mit­tel­stand ver­nich­ten? Freie Mei­nungs­äu­ße­rung demon­tie­ren? Grund­rechte ein­schrän­ken? Oder sich über CDU Eich­be­amte die Bröt­chen klauen, erbösen?

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August 11th, 2010 at 2:12 pm

#CDU Merkel: das Internet macht Politik schwerer

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Mer­kel gefällt es nicht, wenn sich Bür­ger infor­mie­ren ohne die vor­ge­fer­tigte Mei­nung der Mas­sen­me­dien fres­sen zu müs­sen. Hier ein Arti­kel bei Heise.

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Juli 21st, 2010 at 6:23 pm

#Zeit pusht #Schweinegrippe für Pharmalobby erneut

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Oje…ach ja, die Som­mer­pause würd ja ohne die WM und den Song Con­test auch noch da sein. Letz­tes Jahr hatte es die kon­ta­mi­nierte WHO mit ihren kor­rup­ten Medi­en­pro­pa­gan­dis­ten ja schon­mal ver­sucht, natür­lich ist die Zeit jetzt für die Zeit erneut gekom­men. Wie ich schon damals sagte: die machen so lange Druck auf uns, bis wir jede Scheisse in uns rein fressen.

Update: ah, wie man hier lesen kann, sind die sich nicht zu schade, eben jene WM als Auf­hän­ger für die nächste Mas­sen­hyp­nose zu ver­wen­den. Mal sehen, wie dage­gen die Fifa-Lobby anstin­ken wird. Ach, und “Eine schwan­gere Frau aus dem Groß­raum Johan­nes­burg habe sich mit dem H1N1-Virus infi­ziert”, na falls die arme Frau durch­kommt, wer­den wir es sicher nicht zu lesen bekom­men und falls sie ster­ben sollte, lesen wir viel­leicht in ein paar Mona­ten woran es wirk­lich lag so wie bei dem Fall hier. (180 Kilo Kör­per­ge­wicht ist viel­leicht ein Aspekt der “meh­re­ren Fak­to­ren die nichts mit Grip­pe­vi­ren zu tun haben) und die dann dazu füh­ren, dass Medien und Phar­ma­lobby Sta­tis­ti­ken zusam­men­lü­gen, in denen wirk­lich nur noch Bull­s­hit steht.

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Juni 30th, 2010 at 12:36 pm

#BP vor der Haustür: #Methan #Gasleck seit 1990

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Ach ja, BP. Nun die Dis­kus­sio­nen zum Boy­kott von BP sind viel­fäl­tig und das BP-Problem ist ja zur Zeit noch Thema in den Medien.

Viele Argu­mente gehen dahin, was wäre, wenn das in der Nord­see pas­sie­ren würde?

Nun: es ist pas­siert. Bereits 1990:

“Als er seine Ergeb­nisse vor vier Jah­ren ver­öf­fent­lichte, lud ihn der Ölkon­zern nach Lon­don ein: »Sie haben sich alles mit Erstau­nen ange­hört, fühl­ten sich aber nicht ver­pflich­tet, etwas zu tun.« Bereits 1998 hat­ten Exxon Mobil und die bri­ti­sche Regie­rung die Unter­su­chung des Gas­lecks ein­ge­stellt. Es habe keine Gefahr für die Umwelt bestan­den, so ein Spre­cher des bri­ti­schen Minis­te­ri­ums für Ener­gie und Klimaschutz.”

Methan, ein Kli­ma­kil­ler, bläst dort seit 1990 unge­hin­dert aus. 2/3 gehen direkt in die Atmo­sphäre. Wenn man mal von einem Thema gehört hat, kann man sich auch gut ein Bild über wei­tere Infor­ma­tio­nen dazu machen. Aber in unse­ren Medien ist es mei­nes Wis­sens noch nicht auf­ge­taucht. Wird lang­sam Zeit!

Also, neh­men wir uns ein Bei­spiel und las­sen uns die Kos­ten für die Kli­ma­er­wär­mung von Exxon bezah­len. Gibt sicher cle­vere Anwälte dafür.

Written by admin

Juni 30th, 2010 at 9:44 am