Archive for the ‘finanzen’ tag
#Attac: Aktionsgruppe Georg Büchner:aktuell in Frankfurt und Erfurt
Aktionsgruppe Georg Büchner
http://aufstand.blogsport.de
ag_georg.buechner@yahoo.de
Die Aktionsgruppe Georg Büchner wird in ihrem Vorhaben von immer mehr Gruppierungen unterstützt und bereitet sich derzeit auf eine vor Aktionskonferenz vor, die am 21. August im Studierendenhaus der Johann Wolfgang Goethe — Universität, Frankfurt am Main, stattfinden wird. Ziel der Konferenz wird es sein, für eine breit unterstützte und zugleich entschlossene Aktion zivilen Ungehorsams unseren Protest gegen die Verursacher und Profiteure der Krise auf die Straße zu tragen. Angekündigt wird die eintägige Blockade eines der Zentren der Bank– und Wirtschaftsmetropole der Republik: Börse, Deutsche Bank oder Commerzbank.
Zur Aktionskonferenz rufen Attac und das bundesweite Krisenbündnis “Wir zahlen nicht für Eure Krise”, die IG BAU-Jugend Hessen und die DGB-Jugend Südhessen, die Ordensleute für den Frieden und die ChristInnen für den Sozialismus, die Gruppe “Kein Mensch ist illegal” und die Interventionistische Linke, die Antifa KOK Düsseldorf-Neuss und die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt, die Gruppe Dissident Marburg und die MotorradfahrerInnen ohne Grenzen Düsseldorf, die Landesverbände Hessen und NRW der Linksjugend Žsolid, der Deutsche Freidenkerverband und die DIDF, weitere Gliederungen der LINKEN, die DKP und die internationale
sozialistische linke, die Sozialistische Kooperation und der Studierendenverband SDS.DIE LINKE, die Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der LINKEN, das Erwerbslosenforum Deutschland e.V, das Rhein-Main-Bündnis gegen Billiglöhne und Sozialabbau und viele andere, die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig und die Landtagsabgeordneten Bodo Ramelow und Ulrich Wilken, Vertrauensleute, Betriebsräte GewerkschaftssekretärInnen und viele Einzelpersonen auf.
Weitere UnterstützerInnen sind herzlich willkommen und mögen sich bitte so bald wie möglich unter der oben angegebenen Mailadresse der Aktionsgruppe Georg Büchner melden. Die Vorbereitung läuft sehr gut.
Wir halten Euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden — meldet Euch zur Aktionskonferenz an und werbt für unsere Aktion.
Schickt diese Mail weiter!
PRESSEMITTEILUNG der Unterstützungsgruppe Thüringen
Börsenblockade im heißen Herbst
Erfurt, 29.07.2010: Gegner des unsozialen Sparpakets der Bundesregierung planen für den 18. Oktober eine eintägige Blockade der Börse oder einer Bankzentrale in Frankfurt am Main. Regionale Netzwerke treffen sich in diesen Wochen zur Vorbereitung, so auch am 27. Juli 2010 in Erfurt.
35 Vertreter verschiedener Gruppen, Parteien und Gewerkschaften kamen zusammen, um über die für den 18. Oktober geplante Blockade zu beraten und eine Mobilisierung dafür zu verabreden. Angesichts der angekündigten Kürzungen im Sozialbereich finden nun politische Spektren zusammen, die in ihrem Alltag wenig miteinander zu tun haben. Mit dabei waren unter anderem das Jugendwerk der AWO, Jugendverbände linker Parteien, Gewerkschaften, Initiativen, Aktionsnetzwerke und Landtagsabgeordnete.
Das Geld, das den Banken in der von ihnen selbst verschuldeten Finanzkrise gegeben wurde, soll nun bei den kleinen Leuten geholt werden, kritisierten die Teilnehmer des Treffens. Angesichts dieser Tatsache sei es Zeit für eine Aktion des zivilen und sozialen Ungehorsams. Mit einer eintägigen Blockade der Börse oder einer Bankzentrale in Frankfurt soll, neben dem politischen Druck, auch der ökonomische Druck auf die Verursacher der Krise erhöht werden.
Hannes Roth von der Aktionsgruppe Georg Büchner sagt: “Viele Menschen sind
mit der Politik in Sachen Finanzkrise, Sozialabbau und Sparpaket unzufrieden. Aber sie finden keinen Weg, ihren Unmut zu artikulieren und ihrem politischen Willen auch gestalterischen Ausdruck zu verleihen. Gemeinsam wollen wir eine neue und deutlich wahrnehmbare Protestform entwickeln. Den emanzipatorischen Akt des sozialen Ungehorsams am symbolischen Ort Frankfurt selbst zu erleben, ist Anspruch und Aufgabe zugleich.”
Zur Vorbereitung der Blockade findet am 21. August in Frankfurt am Main eine bundesweite Aktionskonferenz statt, an der sich auch die Thüringer Gruppen beteiligen werden.
Bis zur geplanten Einrichtung eines Aktionsbüros in Erfurt können Interessierte Kontakt zu dem Thüringer Netzwerk über die Email-Adresse thueringen@banknapping.com aufnehmen. Erste Informationen über die geplante Blockade finden Sie auf der Internetseite www.aufstand.blogsport.de
Das nächste Treffen, zu dem weitere Interessierte herzlich eingeladen sind, findet am 16. August um 18.30 Uhr im Jugendclub Filler in Erfurt statt.
#Finanzkrise: die Welt ohne Zins
Ja, die Themen sind uralt. Tatsächlich gibt es hinsichtlich des Geldes und seiner Bedeutung als Tauschmittel viele viele Überlegungen. Eine davon wird heute bei Telepolis genauer beleuchtet: der Wörgler Schilling. Geld kostet keinen Zins, sondern verliert an Wert, wenn es nicht gebraucht wird. Und was passiert dann. Lesen!
Ach, und bei all dem Für-und-Wider: hier ein Auszug aus der interessanten Diskussion bei TP:
“5. Juli 2010 14:08
Re: Ich hätte gerne mal eine Erläuterung:
Hallo Subzero,
gut das du dich informieren willst, denn mit deinem Wissen über
Freiwirtschaft kannst du nicht urteilen.
> Wie kann ich bei diesem System, bei dem das Geld systematisch
> abgewertet wird und keine Zinsen erwirtschaften darf,
Das ist schon mal falsch. Du kannst mit Freigeld soviel Zins bekommen
wie der Markt hergibt. Direkt nach einem Krieg - wenn Leistung knapp
ist - kann das auch durchaus zweistellig positiv sein. Nur kann
Freigeld halt auch Null oder negative Zinsen ermöglichen - wenn der
Markt diese benötigt - also Leistung im Überfluss vorhanden ist.
> Kapital
> akkumulieren, um mir etwas zuzulegen, was ich nicht aus der hohlen
> Hand finanzieren kann, weil es bspw mehr als ein Jahreseinkommen
> kostet?
> Brauche ich da dann wirklich 20 Jahre, um ein Haus zu bauen (jeden
> Monat rücken die Bauarbeiter für einen Tag auf der Baustelle ein)?
> Die Idee ist ein Hand->Mund-System.
Du akkumulierst genauso wie heute dein Kapital in dem du sparst und
es zur Bank bringst. Und der Normalbürger dürfte selbst bei Nullzins
wesendlich besser sparen können als heute. Wenn der Zins gegen Null
strebt, strebt auch der Zins in den Produktpreisen gegen Null. Wenn
du heute ein paar hundert Euro Zins für dein Geld auf dem Bankkonto
bekommst, zahlst du ein paar tausend Euro Zins mit Steuern, Mieten,
Produktpreisen. Also kannst du - wenn du nicht zu den oberen 10.000
gehörst, einfacher sparen als heute.
> Es wird versucht, den Geldumlauf
> zu beschleunigen,
Es wird nicht versucht den Geldumlauf zu beschleunigen, sondern den
Geldumlauf zu stabilisieren, damit das Geld nicht regelmäßig vom
Markt verschwindet und dann wieder auf dem Markt flutet.
> um daraus ein Wachstum zu beziehen.
Es dreht sich nicht darum Wachstum zu generieren, sondern eine
Wirtschaft zu haben die auch ohne Wachstum oder sogar mit negativen
Wachstum gut klar kommt. Unser heutiges System braucht Wachstum auf
Teufel komm raus.
> Was ein
> ständiges Wirtschaftswachstum für Folgen für die Resourcen (aka
> Umwelt) hat…Schwamm drüber.
Um so geringer der Zins ist um so mehr lohnt es sich die Umwelt zu
schützen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wert_eines_Goldesels
> Wenn es keine Zinsen gibt, gibt es keine Kredite (Zinsen sind
> Risikoprämie und nicht jeder Kredit wird auch zurückgezahlt).
Wie gesagt. Es gibt weiterhin Zinsen. Nur sind die halt deutlich
positiv, null oder deutlich negativ. So wie der Markt das braucht.
Die Risikoprämie gibt es weiter, nur wird die abhängig vom
Marktzustand manchmal auch vom Kreditgeber bezahlt. Kredite gibt es
weiterhin, weil du lieber dein Geld zur Bank bringst, als es dir von
der Umlaufgebühr wegfressen zu lassen.
Ach ja, die wahren Kreditgeber sind übrigens die (potentiellen)
Leistungserbringer die in einer arbeitsteiligen Gesellschaft für
jemanden Arbeiten ohne eine Gegenleistung zu bekommen. Das Geld ist
nicht der Kredit, sondern die Dokumentation des Kredites. Unser
heutiges System hat das Problem das die Zinsen ab einer gewissen
Marktsättigung nicht mehr Marktgerecht sein können, und damit werden
die potentiellen Kreditgeber in die Arbeitslosigkeit gezwungen und
damit gezwungen 100% ihrer Leistung auf den Müll zu schmeißen. Dann
doch lieber ein Zins der auch Null und negativ werden kann.
> Übrigens sind de Johdn an unserem Wohlstand schuld, sie waren die
> einzigen, die damals Geld gegen Zins verleihen durften und somit erst
> Großinvestitionen ermöglichten. Deswegen hatten die
> Judenvertreibungen im Mittelalter auch schwere wirtschaftliche
> Rückschläge zur Folge.
Ja, zinsloses Geld ist Schwachsinn. Und ja, es verlieh damals keiner
Geld ohne Zins. Wieso sollte ich meine Million auch verleihen, wenn
ich nur ne Million wieder bekomme? Mit Freigeld gibts darauf ne
Antwort. Weil die Umlaufgebühr dir teurer kommt als die Million zu
verleihen. Heute heißt die Antwort darauf Wirtschaftskrise und
Wachstumszwang. Sobald die Wirtschaft zu sehr gesättigt ist und
deshalb zu wenig Wachstum vorhanden ist, rentieren sich die
Investitionen nicht mehr (Million zu verleihen/investieren bringt zu
wenig) und du hast deine Wirtschaftskrise. ”
#Finanzkrise und der Widerstand der Mittelschicht
Auszug aus einem Umlauf der attac Gruppe “Genug für Alle”:
“der Umgang der Regierungen mit der kapitalistischen Krise wird zwar immer absurder, aber die Proteste der Menschen scheinen sich bisher in Grenzen zu halten. Zumindest die Verängstigung und Spaltung der Betroffenen gelingt den Eliten nach wie vor.
Trotzdem tut sich mehr, als man auf den ersten Blick mitbekommt. Nach den nicht besonders großartigen Demonstrationen in Stuttgart und Berlin am 12.6. gab es eine ganze Reihe regionaler und lokaler Aktivitäten, die z.T. recht beachtlich waren:
15.6. Gießen 700 Menschen gegen Bildungsabbau
(<http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildungsstreik-elite-ist-schiete-1.452688>)
16.6. Dresden: über 10.000 Menschen gegen Sparpaket der sächsischen Landesregierung
(<http://www.neues-deutschland.de/artikel/173265.mit-der-schere-an-sachsens-sozialem-netz.html>,<http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/2010/06/Demonstration-gegen-Sparplaene-im-Sozialbereich.html>)
16.6. Kiel: 14.000 Menschen gegen Sparpaket der Landesregierung
(<http://www.hl-1.tv/Vorlage_Freieseite.php?id=4971>)
17.6. Kiel: mehr als 1.500 Menschen gegen Sparpaket der
schleswig-holsteinischem Landesregierung
(<http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article1536738/Gewerkschaftsbund-stellt-Seite-fuer-Sparopfer-ins-Netz.html>)
19.6. Solingen: 500 Menschen gegen Hallenbadschließung
(<http://www.solinger-tageblatt.de/Home/Solingen/Wir-kaempfen-um-das-Hallenbad-e510ac2d-dbae-4064-b32b-9f9220ed68f9-ds>)
22.6. Plauen: 4.000 Menschen gegen drohende Werksschließung von
Philipps; “größte Demo im Vogtland seit der Wende“
(<http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/WIRTSCHAFT/7401226.php>)
23.6. Wolfsburg: 3.500 Menschen
(<http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Wolfsburg/Uebersicht/IG-Metall-Demo-3500-Wolfsburger-zeigen-Schwarz-Gelb-die-rote-Karte>)
26.6. Osnabrück: 2.000 Menschen gegen Sparpaket der Bundesregierung
(<http://weser-ems.business-on.de/gerechtigkeit-osnabruecker-politik-sparpaket-menschen-protestlieder-_id12216.html>,<http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/28-lo-demo-soziale-gerechtigkeit.html>)
Außerdem soll am 19.6. eine Demo in Düsseldorf stattgefunden haben, von der ich allerdings nur Ankündigungen finden konnte:
<http://direkteaktion.over-blog.de/article-19–6-demonstration-in-dusseldorf-gegen-das-cdu-fdp-sparpaket-52169357.html>
Weiß jemand, ob da wirklich was passiert ist?
Nicht jeder Aufruf scheint automatisch ein Erfolg zu sein, wie die SPD
letzten Donnerstag im brandenburgischen Jüterbog festellen musste:
<http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11832657/61939/Verhaltener-Protest-gegen-das-Sparpaket-Ins-Leere-geredet.html>
Weitere geplante Demos und Aktionen:
1.7, Lübeck gegen Uni-Schließung
(<http://www.ln-online.de/artikel/2808713/L%FCbecker_Uni-Rettung%3A_Sternmarsch_und_Podiumsdiskussion_in_St_Petri.htm>)
8.7. Bonn gegen Kürzungen auf kommunaler Ebene
(<http://www.attac-netzwerk.de/bonn/termine/cal/event///tx_cal_phpicalendar//Runder_Tisch_gegen_Kommunalkahlschlag/?tx_cal_controller[year]=2010&tx_cal_controller[month]=07&tx_cal_controller[day]=01&cHash=41e86ad143e8d3320419a89da6ef6831>)
8.7. Remscheid gegen Kürzungen auf kommunaler Ebene:
(http://www.rp-online.de/bergischesland/remscheid/nachrichten/Paritaetischer-ruft-zur-Demo-auf_aid_871089.html)
Außerdem hat der DGB Nord angekündigt, Sozialproteste in Schleswig
Holstein vernetzen zu wollen
(<http://www.nord.dgb.de/article.php?article=1193>). Allerdings ist auf
der dafür ins Netz gestellten Seite bisher noch nicht viel zu sehen
(<http://www.gerecht-und-sozial.de/>).
Obwohl diese Dinge Mut machen, sollten wir selbst noch mehr tun. Ich habe oben die Spaltung der Betroffenen schon angesprochen. Eine der daraus resultierenden Schwierigkeiten scheint mir zu sein, dass vor allem in Deutschland die Krise als ein Problem allein der Armen und Arbeitslosen gesehen wird. Die Mittelschichten bilden sich ein, sie seien davon nicht direkt betroffen oder sie könnten sich doch zumindest ducken und abwarten, bis alles vorüber ist. Und wenn sie dann ihren Job noch haben, wird nach der Krise alles wieder so sein wie vorher.
Dass das nicht stimmt, wissen wir, aber wir sollten es lauter und vor allem verständlicher sagen.”
#Paul Jorion sagt auch nix Neues, lest es trotzdem!
Mc Kinsey, die 70er Jahre, Stock Options, Arbeitgeber, Manager und Lohnempfänger. Trennung von Wertschöpfung durch Produktion und Wertschöpfung durch Aktienkurse.
Aus einem Interview des Deutschlandfunks mit “Paul Jorion:
Vergleicht man die Krise von 1929, die in den USA begann und dann zur Weltwirtschaftskrise wurde, und die Krise, mit der wir es 2007 zu tun bekamen, so ergibt sich eine verblüffende Gemeinsamkeit: die Konzentration des wirtschaftlichen Reichtums in den Händen einer winzigen Minderheit. Dahinter steht ein sehr einfacher ökonomischer Mechanismus. Wenn sich das Geld nicht dort befindet, wo es tatsächlich gebraucht wird, sei es, um in einem Unternehmen etwas zu produzieren, sei es im privaten Haushalt, um langlebige Konsumgüter anzuschaffen oder weil der Lohn nicht zum Leben reicht, weil die Reallöhne stagnieren oder gar sinken, muss man es sich über Kredite beschaffen. Für Kredite aber müssen Zinsen bezahlt werden. Diese Zinsen fließen dem Kapitaleigner zu. Es ist somit ein ebenso unerbittliches wie logisches Gesetz: Die Konzentration des Reichtums ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Wenn das Geld in einem Wirtschaftssystem ungleich verteilt ist, prägt sich diese ungleiche Verteilung im Laufe der Zeit immer mehr aus. Das ist es, was wir erleben. Das Geld ist praktisch niemals dort, wo man es braucht, sei es in der industriellen Produktion, sei es im privaten Konsum. Man muss es immer über Kredite beschaffen. Das Geld und sein Preis haben heute eine alles beherrschende Rolle, die sich ständig verstärkt. Das Finanzsystem besitzt gleichsam göttliche Allgegenwart und schöpft bei jeder Wirtschaftsoperation seinen Profit. Das aber heißt nichts anderes, als dass im Preis aller Produkte, aller Dienstleistungen ein wachsender Anteil an Zinsen enthalten ist.”
und
“Ein auf Kredit aufgebautes Wirtschaftssystem vervielfacht die Risiken. In einem kreditgesteuerten Wirtschaftssystem bilden sich Ketten von Kreditnehmern, A schuldet B schuldet C und so weiter. Fällt ein Kredit aus, purzelt die gesamte Kette wie eine Reihe Dominosteine. Gegen dieses Risiko hat die Finanzindustrie mit ihrem unerschöpflichen Erfindungsreichtum wieder neue Instrumente entwickelt, die berühmt berüchtigten Credit Default Swaps oder CDS, Kreditausfallversicherungen. Aber anstatt, dass man damit die Risiken in den Griff bekommen hätte, erzeugen diese Instrumente nun ihrerseits wieder neue Risiken. Man kann sie nämlich einfach zum Zocken benutzen, man kann zum Beispiel darauf wetten, dass die griechischen Staatsanleihen notleidend werden. Wer sich verzockt, hat Pech gehabt. Beispiel der US-Versicherungskonzern AIG. Verlust für den amerikanischen Steuerzahler 182 Milliarden Dollar und das schließt die Rettungsaktion für Fannie Mae und Freddie Mac noch nicht ein.”
Und wie Jorion in seinem Artikel auch noch verdeutlicht: wie sieht eigentlich unser Staatssystem anhand der realistischen Geldwerte aus? Welche reale Wertschöpfung gibt es; bei uns in Deutschland, in Europa, in China, global?
Was ist der in China hergestellte Schrott wirklich wert, den wir dankbar konsumieren und trotzdem draufzahlen? Wie sähen die Deutschland-Bilanzen aus, wenn die herbeigerechneten Einnahmen der Zukunft sich an der Realität orientierten?
Und: wie sähe es dann mit einem Grundeinkommen für Alle aus? Und: was bedeutete dann “Geld” in diesem Zusammenhang?
Rede von #Gysi vor dem Bundestag vom 21. Mai 2010
Ich weiß, ich weiß: auch mit den Linken ist nicht viel Staat zu machen, aber immerhin enthalten ihre Reden des öfteren ziemlich eindeutige Wahrheiten. Leider interessiert das viel zu Wenige. Über die Nachdenkseiten habe ich diese wunderbare Rede von Gregor Gysi, Die LINKEN, vom 21. Mai 2010 gefunden und ich muss einen Absatz daraus hervorheben (was mir schwer fällt, da es viele derer guter Absätze darin hat). Den ganzen Artikel kann man auf den Nachdenkseiten nachlesen und das will ich unbedingt jedem empfehlen! Zu den Einwänden der ehemaligen Volksparteien sag ich nichts, aber die Kommentare der Grünen enttäuschen mich sehr. Es ist so schade, das es in unserem Land keine einzige wählbare Partei mehr gibt.
“Das erste Opfer in der EU war übrigens gar nicht Griechenland, sondern die ersten Opfer waren Ungarn, Rumänien und Lettland. Sie waren am Ende, und dann gab es Milliarden vom Internationalen Währungsfonds und von der EU.Lettland hat daraufhin genau den Kurs beschritten, den Sie jetzt auch Griechenland, Spanien und Portugal vorschreiben. Dort wurden die Löhne um 25 Prozent gekürzt in der Privatwirtschaft sogar um 30 Prozent , die Mehrwertsteuer erhöht und die Zuschüsse für Krankenhäuser um 43 Prozent gesenkt. Die Folge ist ein Rückgang der Nachfrage im Einzelhandel um 30 Prozent, ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 22 Prozent das ist der höchste Stand in der EU und ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung.”
Finanzzockerei verständlich erklärt
“Eigenkapital mindert den Profit. Profitabel aber ist — wenn man die Risiken nicht bezahlen muss — das Spiel mit fremdem Geld.
So kommen die berüchtigten cds — (credit default swaps), also die Spekulation auf ausfallende Kredite völlig ohne Eigenkapital aus.
Investmentbanking, Hedgefonds und das ebenfalls hochriskante Privat Equity konnten ebenfalls unbehelligt von Eigenkapitalforderungen ihre Geschäfte machen.
Das Instrument des “Kredithebels” (die Arbeit der Großbanken mit hohen Summen von geliehenem Fremdkapital, um damit die Renditen auf ihr Eigenkapital zu vervielfachen) haben verheerende Folgen. Eigentlich sind sie auch gar nicht erlaubt, jedoch Kontrollen gibt es zu wenig. Gleichzeitig vervielfacht diese “Kredithebel-Praxis” auch die Verluste, die dem Steuerzahler aufgebürdet werden.”
Eigentlich ist die Sache ganz deutlich. Warum lassen wir uns immer noch an der Nase rumführen? Warum wehren wir uns nicht endlich, wo doch der Abgrund absehbar ist? Bald fällt Spanien…morgen steigen die Preise für Immobilien. Nächsten Monat für Grundnahrungsmittel und nächstes Jahr tauschen wir unsere Laptops und IPhones (die ohne Strom nicht funktionieren) gegen Hühnereier ein.