Schlagwort-Archiv: ethik

Nato will Mikrowellen gegen Afrikaner einsetzen

Unglaub­lich: weil ihre schwere Waffe auf Schif­fen gut ein­ge­setzt wer­den kann, bie­tet sich die “Pira­ten­pro­ble­ma­tik” ja mal zum aus­pro­bie­ren neuer Waf­fen­tech­no­lo­gie an. Warum geht ihr nicht direkt in die Dör­fer und stellt die Din­ger da auf?

He, wenn ich meine Villa beschüt­zen will, die Poli­tik so wei­ter­macht und in 10 jah­ren der Mob auf der Strasse ums Über­le­ben kämpft und diese Zom­bies dann an mei­nen Bestand wol­len, dann werde ich so eine Waffe auf dem Dach mei­nes Hau­ses in der “töd­li­chen” Vari­ante akti­vie­ren. *kopfschütteln*

Zuerst fan­gen die aber bei den Arbeits– und Sozi­al­äm­tern an. Wenn einer muckt, drückt die Sach­be­ar­bei­te­rin den Knopf und “bruzzel”…

Beitrag zum Wahlkampf

Wahl­kampf. Das bedeu­tet dem Wäh­ler in spe stän­dig die­selbe Mei­nung dar­zu­stel­len. Stän­dige Wie­der­ho­lun­gen, kon­se­quen­tes Igno­rie­ren jeg­li­cher Gegen­ar­gu­mente (oder gar der Beleg der Lüge), Aus­sit­zen medi­en­ak­ti­ver Reak­tio­nen bis zum Wahltag.

Genau sowas erle­ben wir gerade. Wer sich mit der Wahl ernst­haft aus­ein­an­der­setzt, d.h. wer sowohl die klas­si­schen Medien, Zei­tun­gen und Fern­se­hen (Wahl­pla­kate nicht zu ver­ges­sen) beob­ach­tet _und_ sich auch im Netz über die Medi­en­sei­ten und Blog­kom­men­tare infor­miert, dem fällt sehr deut­lich eine Front auf:

Diese Front, ich will sie eben so nen­nen, umfasst zum einen die aktive, andau­ernde Kom­men­tie­rung und Mei­nungs­äu­ße­rung, ja, Auf­klä­rungs­be­mü­hungen der Blog­ger­szene, bzw. der Kom­men­ta­to­ren der klas­si­schen Zei­tun­gen im Netz und zum ande­ren die igno­rant wir­kende, bor­nierte Des­in­for­ma­tion der Wäh­ler­schaft durch die Politik.

Die Poli­tik als Gan­zes ver­fällt in eher aktio­nis­tisch wir­kende Ein­zel­maß­nah­men. Jeder ambi­tio­nierte Poli­ti­ker äußert seine eigene Mei­nung, wird dafür ent­we­der gerüf­felt, gegen­ar­gu­men­tiert oder erhält Zustim­mung. Deut­lich wur­den in den letz­ten Tagen meh­rere: so zum Bei­spiel Frau Zypries, die einen Job in der Wirt­schaft anstrebt, falls es nix mit der poli­ti­schen Kar­riere wird, Herr Tho­mas de Maziere, der will Innen­mi­nis­ter wer­den und Baron von und zu Gut­ten­berg emp­fiehlt sich – sehr medi­en­wirk­sam – sowohl für den Wirt­schafts­mi­nis­ter, für den Fami­li­en­mi­nis­ter als auch für den Finanz­mi­nis­ter­pos­ten. Auf der Rück­bank der Pro­vinz hatte sich ein Bre­mer Grü­ner geäu­ßert, eine Frau Sches­wig wollte Frau von der Leyen kopie­ren und die wie­derum ver­deut­licht am aller­bes­ten, wie igno­rant und ein­ge­schränkt man sein muss, um seine elitär-familiären Bestands­wah­rungs– und Ver­meh­rungs­be­stre­bun­gen auf poli­ti­scher Ebene sicher zu stellen.

Wäh­rend­des­sen heut­zu­tage Leute frist­lose Ent­las­sun­gen erhal­ten, weil sie pri­va­tes Handy am fir­men­ei­ge­nen Strom­netz auf­la­den, blei­ben oder kom­men Per­so­nen in poli­ti­sche Ämter und Funk­tio­nen, deren Vita oder Arbeits­leis­tung krass unver­hält­nis­mä­ßig zu ihrem Anspruch auf das Inne­ha­ben der Macht­po­si­tion ist.

Hier wären zum Bei­spiel die oben genann­ten Poli­ti­ker auf zu füh­ren, eine Minis­te­rin in Nordrhein-Westfalen, deren Unter­ge­be­ner Staats­an­walt „Bal­de­rich“ genannt wird, ein Finanz­mi­nis­ter, der medi­en­wirk­sam die Steu­er­oa­sen tro­cken­le­gen will, wäh­rend des­sen er Kory­phäen wie einen Jörg Asmus­sen in Schlüs­sel­po­si­tio­nen bringt, wo sol­che Leute dann jah­re­lang den Unter­gang des Ban­ken­we­sens vor­be­rei­ten kön­nen. Nicht zu ver­ges­sen, eine Kanz­le­rin, die seit eini­gen Jah­ren die Asse-Problematik kannte, nun aber die Auf­klä­rung bis nach den Wah­len ver­hin­dern will.

Für den infor­mier­ten Leser und Wäh­ler stellt sich die­ses „Thea­ter“ wie ein Ver­such eini­ger dar, um jeden Preis an den Macht­po­si­tio­nen zu bleiben.

Die Art und Weise wie in den Medien The­men auf­be­rei­tet, oder eben nicht auf­be­rei­tet wer­den, erzeu­gen den – nicht neuen – Ein­druck, dass da andere Kräfte am Werk sind.

Die andau­ernde Panik­ma­che der Bevöl­ke­rung für die Imp­fun­gen der Schwei­ne­grippe sind so ein Bei­spiel. Als Bür­ger fühlt man sich mani­pu­liert und belo­gen. Ob das frü­her schon so war, mag sein, ist für die­sen Kom­men­tar aber unin­ter­es­sant, denn „akti­viert“ wurde ich – zu mei­ner eige­nen Schande — erst durch die Dis­kre­pan­zen in der Poli­tik in den letz­ten Monaten.

Nach­dem ich seit Mona­ten mit einem schlech­ten Gewis­sen und ungu­ten Gedan­ken über unsere Zukunft, und vor allem die Zukunft mei­nes klei­nen Soh­nes beschäf­tigt war, nicht wusste ob ich einer Par­tei, einer öko­lo­gi­schen Grup­pie­rung oder einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein bei­tre­ten sollte, hatte ich mein Schlüs­sel­er­leb­nis auf der Heim­fahrt im Zug.

Mir gegen­über saß ein offen­sicht­lich für Attac täti­ger jun­ger Mann, der sich Mate­rial für eine anste­hende Ver­an­stal­tung durch­las. Eine spä­tere Recher­che im Inter­net belegte meine Ein­schät­zung. Gerne hätte ich mit die­sem Mann ein Gespräch ange­fan­gen, hätte jeman­den zum dis­ku­tie­ren, nein bes­ser, zum „tei­len“ gehabt.

Die Nato-Problematik mit Geor­gien, der Ein­fluss des Wes­tens in den Iran, die Ter­ror­an­griffe der Ame­ri­ka­ner auf den Irak, der Frei­brief der Ban­ken, die Ein­flüsse der Wirt­schaft in die Poli­tik (Imp­f­emp­feh­lun­gen bei der Schwei­ne­grippe, Patente auf das Leben durch Mons­anto, Ver­schleie­run­gen der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, usw.), der wach­sende Ein­fluss der Zen­sur auf eigen­stän­dig zu nut­zende Infor­ma­tio­nen wie das Inter­net, das stete Ver­schwei­gen der Kos­ten für Pen­sio­nen der Beam­ten, Angst­ma­che­rei auf Ter­ro­ris­mus und die Ach­sen den Bösen, das Zer­bre­chen des Gesund­heits­sys­tems, Ver­schul­dung künf­ti­ger Gene­ra­tio­nen, Hexen­jag­den wie Schwei­ne­grip­pe­vi­ren und Stopp­schil­der, all diese Dinge – und das sind nur ein Teil – erzeu­gen in mir den Ein­druck der Wehrlosigkeit.

Poli­ti­schen Ein­fluss kann man nur neh­men, wenn man durch Netz­werke (also durch Lob­by­is­mus, fami­liäre Her­kunft oder Pro­tek­tio­nis­mus) an die ent­spre­chen­den Stel­len „gehievt“ wurde.

Das kleine Kreuz inter­es­siert auch nie­man­den, außer man wählt Außen­sei­ter­par­teien. Von denen gibt es – immer­hin – die Pira­ten­par­tei als Alter­na­tive zu den eta­blier­ten Parteien.

Die Linke steckt vol­ler alter SED-Machenschaftler und die Regie­rungs­par­teien haben bewie­sen, dass das alte Stasi­den­ken in das Gesell­schafts­sys­tem naht­los und vor allem – laut­los – auf­ge­nom­men wer­den konnte. Den­noch war die Rede Oskar Lafon­tai­nes für mich aus­schlag­ge­bend über ein Kreuz bei denen nach­zu­den­ken. Ich werde aber wohl aus­schließ­lich die Pira­ten wäh­len. Das ist das ein­zige Zei­chen, was ich machen kann.

Und noch die­ses Blog hier erstellen.

Das Pro­blem der Wahl wird lei­der sein, dass – nach­dem sich die SPD, zu Recht mitt­ler­weile aus dem Ren­nen geschos­sen hat – die CDU mit Sicher­heit Regie­rung sein wird. Dann wer­den Per­so­nen, die in „mei­ner Welt“ sofort keine Macht­po­si­tio­nen mehr inne haben dürf­ten, wie von der Leyen, Schäu­ble, de Maziere, Mer­kel und Kon­sor­ten, Ihre Ideen zu Geset­zen machen, wer­den die Grund­rechte ein­schrän­ken und die Ver­fas­sung schän­den. Und wir wer­den zuschauen müs­sen. Der Weg in die Hölle ist vol­ler guter Vorsätze.

Das Inter­net ist kein rechts­freier Raum. Das Inter­net ist das ein­zige ver­blie­bene freie Infor­ma­ti­ons­me­dium für den selbst­stän­dig den­ken­den Bürger.

Das Inter­net ist aber nicht ein­fach nur zu kon­su­mie­ren. Man muss sich mit den The­men aus­ein­an­der­set­zen, die man recher­chiert. Man darf nicht alles glau­ben. Man lernt zu denken.

Das Inter­net ist eine Gefahr für die beste­hen­den Macht­struk­tu­ren. Die Wirt­schaft beein­flusst die Poli­tik, die Poli­tik und die Wirt­schaft beein­flus­sen die Medien. Immer mehr Men­schen infor­mie­ren sich selbst, wer­den miss­trau­isch, glau­ben nicht mehr alles, was ihnen dar­ge­stellt wird. Immer mehr Men­schen sind mit­ein­an­der ver­bun­den, kön­nen recher­chierte Infor­ma­tio­nen zusam­men­brin­gen, machen sel­ber Mei­nun­gen und beein­flus­sen damit auch die Medien.

Immer mehr Men­schen infor­mie­ren auch die ande­ren Men­schen, die bis­her nur das Zuse­hen und das Kon­su­mie­ren gewohnt sind. Die Macht der Mei­nungs­bil­dung rinnt der Poli­tik aus den Hän­den. Die Horde lässt sich nicht mehr führen.

Irgendwo las ich mal: man braucht nur etwa 7% der Bevöl­ke­rung zu akti­vie­ren, um den Rest, die große Masse, mit zu bewe­gen. Diese 7% sind die „kri­ti­sche Masse“.

Mit­un­ter wurde meine Gene­ra­tion (die C64er?) als „poli­tik­ver­dros­sen“  dar­ge­stellt. Dem kann ich – vor allem seit den letz­ten Wochen – nur entgegenwerfen:

„Ihr wer­det euch noch wün­schen wir wären politikverdrossen.“

PS: Der Leser glaubt nicht, dass er Masse, Menge sein kann? Dann emp­fehle ich ihm ein Buch zu lesen, dass der Vater von Ursula von der Leyen geschrie­ben hat: „Der Staat — Idee und Wirk­lich­keit, Grund­züge einer Staatsphilosophie“.

“Die Volks­herr­schaft, vor allem die unmit­tel­bare, ist wesens­mä­ßig so gear­tet, dass die Ent­schei­dung nicht durch die Ein­sicht der Ein­sich­ti­gen, son­dern durch das durch­schnitt­li­che Maß an Ein­sicht bestimmt wird, das der Mehr­heit eig­net.” Sowieso sei “der Mas­sen­mensch ohne rechte Seins­mitte”, meinte der spä­tere Minis­ter­prä­si­dent erkannt zu haben. “Er erscheint des­halb blass, farb­los, ja im geis­ti­gen Sinne gestaltlos.”

Sel­ten habe ich die Ein­stel­lung der „Elite“ zur allei­ni­gen Befä­hi­gung der rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen und somit der allei­ni­gen Kom­pe­tenz zur Inne­ha­bung der Macht­po­si­tio­nen („Hege­mo­nie“) so klar belegt bekommen.

Macht das Kreuz bei den Piraten.

Tierschützer greifen die Pharmaindustrie an

Warum das Thema in den deut­schen Medien nicht son­der­lich auf­ge­bauscht wird, ist merk­wür­dig. Auch die Blog­ger­szene ist nicht sehr aktiv. Schade!

Eine Gruppe radi­ka­ler Tier­schüt­zer hat sich dazu bekannt, das Feri­en­haus von Novartis-Chef Daniel Vasella in Öster­reich nie­der­ge­brannt zu haben. Auf einer Internet-Seite schil­dert die bis­her unbe­kannte Orga­ni­sa­tion MFAH (Mili­tant Forces Against Hun­ting­ton Life Sci­ence) detail­liert, wo sie die Brand­sätze mit ins­ge­samt 60 Litern Ben­zin platzierte.”

Novar­tis? Hat­ten die nicht auch was mit der Schwei­ne­grippe zu tun? Ja, genau…

Wobei auch Roche mal mit die­sem Labor zu tun hatte. Nach­dem aber die Roche-Erben “unter Druck gesetzt wur­den”, haben die die Zusam­men­ar­beit been­det. Die SHAC macht auch deut­lich, wer gerade ange­sagt ist:

SHAC Screenshot

Immer wie­der erschre­ckend wie die Medien ver­su­chen die wah­ren Ter­ro­ris­ten als Opfer dar­zu­stel­len. Ursa­che und Wirkung…

Inter­es­sant die­ses Blog:

Vasellablog

der unbe­darfte Leser beachte die Wer­bung von Google direkt unter dem Ein­trag. *kopf­schüt­tel* Für die SHAC Seite sollte man sich rich­tig Zeit neh­men, furcht­bar! Nicht das ich grund­sätz­lich gegen Tier­ver­su­che bin, solange die aus medi­zi­ni­schen Grün­den erfor­der­lich sind. Aber für jeden Scheiss, nur des Pro­fits wegen? Ich hasse das!

Die Bundeswehr in bestimmten Situationen in Innern…

Wenigs­tens haut er sich ehr­lich vor der Wahl ins Abseits.

“Spä­tes­tens nach der Bun­des­tags­wahl wolle er die­ses Thema wie­der auf die Tages­ord­nung setz­ten. Diese Dis­kus­sion sei “nicht nur mit Blick auf das Aus­land zu füh­ren, son­dern auch mit Blick auf bestimmte Situa­tio­nen im Innern”.

Heut­zu­tage muss man sol­chen Poli­ti­kern dank­bar sein, die ihre faschis­to­iden Pläne vor den Wah­len offen äußern. Pro­blem ist nur, die CDU wird sicher über 30% kom­men. Und dann haben wir den Salat. Freue mich schon auf 19-jährige Wehr­pflich­tige, die ihr G3 (heisst das mitt­ler­weile G4?) auf Demons­tran­ten rich­ten dür­fen. Spä­tes­tens jetzt sollte die Bun­des­wehr eine Freiwilligen-Armee wer­den. Dann haben die Poli­ti­ker auch die will­fä­hi­ge­ren Söldner.

SPD kopiert von der Leyen, nur jünger

Hab ich´s mir doch gedacht. Nach­dem unklar war, wer Manuela Schwe­sig ist, gibt es jetzt wenigs­tens eine Aus­sage von ihr, so dass wir bewie­sen bekom­men, was wir zuvor sowieso schon ange­nom­men hatten:

Damit unter­stützt Schwe­sig, die im Wahl­kampf­team von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Stein­meier für Fami­li­en­po­li­tik zustän­dig ist, das Vor­ha­ben von Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ursula von der Leyen (CDU)”

Nach­dem sie noch das hier sagt:

Das Hin und Her haben zwei von der Union geführte Minis­te­rien zu ver­ant­wor­ten. Für diese Hän­ge­par­tie habe ich nicht das geringste Ver­ständ­nis. Das hält einen bes­se­ren Kin­der­schutz auf!“

ist klar, dass sie zum einen genauso eine Null­pfanne ist wie UVDL, zum ande­ren jetzt erst aus einem Loch gekro­chen kommt, in dem sie noch nicht­mal mit­be­kom­men hat, dass die eigene Par­tei erkannt hat wie däm­lich diese Idee der Sper­ren ist:

Der SPD-Politiker Björn Böh­ning, der als Internet-Fachmann sei­ner Par­tei gilt, sagte der F.A.Z., die Debatte über Inter­net­sper­ren habe „unse­rer Glaub­wür­dig­keit gescha­det“. Er emp­fahl der SPD, ihre Hal­tung zu dem Gesetz nach der Bun­des­tag­wahl „zügig zu evaluieren“.”

Aber glaubt mal nicht, die tun das aus der Über­zeu­gung an der Sache! Nee, Wahl­kampf.… die vol­len Eure Stim­men, mehr nicht.

Guttenberg de-Obama-isiert sich

Gut, das wir miss­trau­isch sind. Das war´s dann wohl mit unse­rem guten Glau­ben an die Ehr­lich­keit und Kompetenz.

Lin­kla­ters’ Anwälte waren an den größ­ten Deals der Fir­men­welt betei­ligt. Weil die Zeit die­ser Deals vor­bei ist, beschäf­tigt sich die Groß­kanz­lei jetzt mit den Fol­gen die­ser Deals: Jetzt ist sie groß im Insolvenzgeschäft”

Der klas­si­sche Hecht im Karp­fen­teich, Fuchs im Hüh­ner­stall, Wolf im Schafs­pelz, Bock als Gärt­ner, Poli­ti­ker an der Macht. Fefe for­mu­liert das auch sehr zutreffend.

Herrenmenschen und das Elterngeld

Ich muss mich schon fast schä­men, dass auch ich in den Genuss des Eltern­gelds gekom­men bin. Gut, ich fand schon, dass allein das Aus­fül­len der nöti­gen For­mu­la­ren eine gewisse „eli­täre“ Anfor­de­rung hatte – meine Steu­er­be­ra­te­rin (!) meinte, dass wäre doch ganz ein­fach, viel­leicht bin ich auch ein­fach zu Assi um For­mu­lare kor­rekt ver­ste­hen zu können.

Was von der Sache zu hal­ten ist hat Vol­ker Pis­pers wun­der­bar dar­ge­stellt. Der Mann ist übri­gens einer von den letz­ten wirk­lich guten Sati­ri­kern hier im Land.

 

 

Nun gut, aber Ursula von der Leyen lässt mich ein­fach nicht in Ruhe und des­we­gen nutzt der moderne Mensch das Inter­net als Infor­ma­ti­ons­mit­tel Nr. 1 wei­ter und fin­det zum Beispiel:

Einen Hin­weis auf das Welt­sys­tem der Fami­lie Albrecht! Ja, Frau von der Leyen ist ja eine gebo­rene Albrecht. Toch­ter des ehe­ma­li­gen Minis­ter­prä­si­den­ten in Nie­der­sach­sen. Es gibt also genug zu lesen dar­über. Frau von der Leyen hat ihren Job bzw. ihre Berech­ti­gung in der Poli­tik durch sol­che Seil­schaf­ten. Ich bin es leid! Immer wie­der sind Schlüs­sel­po­si­tio­nen mit Netz­werk­lern und halb­ga­ren Nach­kömm­lin­gen besetzt, die im ver­que­ren Glau­ben auf­ge­wach­sen sind, dass an ihrem Wesen die Welt gene­sen solle.:

Ursula von der Leyen ist aber vor allem Christ­de­mo­kra­tin aus vor­neh­mem Hause. Sie hat nicht nur selbst sie­ben Kin­der, son­dern ist auch in einer Fami­lie mit sie­ben Kin­dern groß gewor­den. Ihr Vater ist Ernst Albrecht, von 1976 bis 1990 CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen.

Albrecht ist der Ur-Ur-Enkel des rei­chen Bre­mer Kauf­manns und Unter­neh­mers Lud­wig Knoop. Mitte des 19. Jahr­hun­derts stieg Knoop durch den Auf­bau von Spin­ne­reien, Fär­be­reien und Dru­cke­reien in Russ­land zu einem der reichs­ten nord­deut­schen Indus­tri­el­len auf. 1877 ver­lieh ihm Zar Alex­an­der II. den Titel des Barons. In Kno­ops Land­sitz Schloss Müh­len­tal gin­gen Fürs­ten, Prin­zen und auch der preu­ßi­sche Gene­ral Graf von Moltke ein und aus.

Die­sen Lebens­stil imi­tierte auch Ernst Albrecht. Als Minis­ter­prä­si­dent Nie­der­sach­sens umgab er sich gern mit Prin­zen und Fürs­ten (u. a. Ernst-August Prinz von Han­no­ver, Fürst Phil­ipp Ernst zu Schaumburg-Lippe) sowie Mon­ar­chen aus aller Her­ren Län­der (z. B. König Hus­sein und Köni­gin Nur Al-Hussein aus Jor­da­nien). Auch das Land regierte er wie ein Allein­herr­scher. Die Presse nannte ihn abwech­selnd “abso­lu­ter Herr­scher des Lei­ne­schlos­ses”, “Harun Al Albrecht” und “Phi­lo­soph auf dem Welfenthron”.

Die euphe­mis­ti­sche Bezeich­nung “Phi­lo­soph” ent­springt einem Buch, das Albrecht 1976 im natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Seewald-Verlag publi­zierte, Der Staat — Idee und Wirk­lich­keit, Grund­züge einer Staats­phi­lo­so­phie. Er gibt darin seine Ver­ach­tung für demo­kra­ti­sche Regeln und die breite Masse der Bevöl­ke­rung sowie seine Vor­liebe für alt­tes­ta­men­ta­ri­sche Herr­schafts­for­men zum Besten.

Macht in den Hän­den eines Man­nes von hohem sitt­li­chem Niveau ver­mag unend­li­chen Segen zu stif­ten”, schreibt Albrecht. Denn: “Ein Mann mit Gott ist eine Majo­ri­tät.” Und: “Wenn es gelingt über­durch­schnitt­li­che Men­schen an die Herr­schaft zu brin­gen, so ver­mö­gen Allein­herr­schaft und Weni­gen­herr­schaft eine bes­sere Ord­nung zu errich­ten als die Volksherrschaft.”

“Die Volks­herr­schaft”, schnaubt Albrecht, “vor allem die unmit­tel­bare, ist wesens­mä­ßig so gear­tet, dass die Ent­schei­dung nicht durch die Ein­sicht der Ein­sich­ti­gen, son­dern durch das durch­schnitt­li­che Maß an Ein­sicht bestimmt wird, das der Mehr­heit eig­net.” Sowieso sei “der Mas­sen­mensch ohne rechte Seins­mitte”, meinte der spä­tere Minis­ter­prä­si­dent erkannt zu haben. “Er erscheint des­halb blass, farb­los, ja im geis­ti­gen Sinne gestaltlos.”

Diese Herren-Mentalität paarte sich inner­halb der nie­der­säch­si­schen CDU mit natio­nal­so­zia­lis­ti­schem Gedan­ken­gut. Die nie­der­säch­si­sche CDU hatte nach dem Zwei­ten Welt­krieg erfolg­reich daran gear­bei­tet, die Mit­glie­der der neo­fa­schis­ti­schen Deut­schen Reichs­par­tei und Sozia­lis­ti­schen Reichs­par­tei sowie der national-konservativen Deut­schen Par­tei in die CDU zu integrieren.“

Ich kann bei die­ser Minis­te­rin in ihrem Wir­ken kein demo­kra­ti­sches Grund­ver­ständ­nis mehr erken­nen. Falls es mir über­haupt schon mal auf­ge­fal­len wäre. Hatte mich ja auch mit ande­ren Din­gen beschäf­tigt. Auf jeden Fall gehört sowas abgewählt.

Heidelberger “Denk mal” Schutz

Seit zwei Jah­ren ver­sucht VbI-Geschäftsführer Jörg Schmidt-Rohr die Stadt davon zu über­zeu­gen, dass einer sei­ner Mit­ar­bei­ter ein “Park­platz­ma­nage­ment” über­neh­men könnte. Der würde sich um umge­fal­lene Räder küm­mern, Räder von gehetz­ten Pend­lern ordent­lich par­ken und viel­leicht die eine oder andere Dienst­leis­tung wie Schlauch­fli­cken über­neh­men. …Aber für das Rad­park­platz­ma­nage­ment auf dem Bahn­hofs­vor­platz kann sich die Stadt­ver­wal­tung ein­fach nicht erwär­men. Und es sind kei­nes­falls die Kos­ten, warum schon mehr­mals aus dem Bau­de­zer­nat die Ableh­nung kam. Für den Wäch­ter müsste die Stadt kei­nen Cent zah­len. Es sind ästhe­ti­sche und Denkmalschutzgründe.

Schmidt-Rohr fin­det, dass es für sei­nen Rad­cha­os­be­kämp­fer einen klei­nen Unter­stand, bei­spiels­weise ein Wächt­er­häus­chen, geben müsste. Damit der sich bei Wind und Wet­ter auch schüt­zen kann. Aber da gibt es ein Pro­blem: Der Bahn­hof ist ein “Kul­tur­denk­mal von beson­de­rer Bedeu­tung”, das übri­gens am 5. Mai 1955 von Theo­dor Heuss ein­ge­weiht wurde. Laut diver­ser Schrei­ben von Ex-Baubürgermeister Raban von der Mals­burg, des Bau­rechts­am­tes und des seit einem Jahr amtie­ren­den neuen Bau­bür­ger­meis­ters Bernd Sta­del kann für einen Unter­stand nur dann die Geneh­mi­gung erteilt wer­den, wenn “das Vor­ha­ben das Erschei­nungs­bild des Denk­mals nur uner­heb­lich oder nur vor­über­ge­hend beein­träch­ti­gen würde”.

Aber genau das wäre mit einem Wächt­er­häus­chen der Fall, behaup­tet die Ver­wal­tung. Im Klar­text: Ein Häus­chen in der Größe von zwei auf einen Meter für jeman­den, der für mehr Ord­nung und weni­ger Rad­chaos sor­gen würde, ver­schan­delt in den Augen der Ver­tre­ter des Bau­rechts offen­bar noch viel mehr den Platz, als dies jetzt schon der Fall ist.”

Wer den Bahn­hof Hei­del­berg kennt, der muss sich wun­dern. Was heut­zu­tage so alles Denk­mal­schutz geniesst. Jetzt mal ernst­haft: Leute, das ist doch kein Bahn­hof. Kein Wun­der, dass die ICE Stre­cke in Mann­heim gekno­tet ist.

Der Ver­ein beruf­li­che Inte­gra­tion (VbI) … Es ist ein Pro­jekt für Lang­zeit­ar­beits­lose, die so wie­der den Weg in den Arbeits­markt fin­den sol­len. Die Stadt Hei­del­berg hat das Pro­jekt mit 10000 Euro Anschub­hilfe unterstützt.

Dienst­leis­tun­gen von “Bike im Bahn­hof” sind natür­lich Fahrradreparaturen…Zweites Stand­bein sollte das Park­platz­ma­nage­ment auf dem Bahn­hofs­vor­platz wer­den. Denn zur Zeit arbei­tet das Pro­jekt “Bike im Bahn­hof” leicht defi­zi­tär. Der VbI ist über­zeugt, dass der Neben­ef­fekt eines Park­platz­ma­na­gers mehr Kun­den für die Rad­werk­statt wären.“

So wie ich die Hei­del­ber­ger kenne liegt das Pro­blem im per­sön­li­chen Bereich. Also ent­we­der hat es sich Herr Jörg Schmidt-Rohr irgendwo ver­scherzt, oder sein Kon­zept passt eini­gen nicht in den Kram. Hat viel mit Flücht­li­chen, Arbeits­lo­sen und sol­chem „une­li­tä­ren Gesocks“ zu tun. Paßt ein­fach nicht zu den schö­nen Elite-Partner.de–Pla­ka­ten in Heidelberg.