“… Seit zwei Jahren versucht VbI-Geschäftsführer Jörg Schmidt-Rohr die Stadt davon zu überzeugen, dass einer seiner Mitarbeiter ein “Parkplatzmanagement” übernehmen könnte. Der würde sich um umgefallene Räder kümmern, Räder von gehetzten Pendlern ordentlich parken und vielleicht die eine oder andere Dienstleistung wie Schlauchflicken übernehmen. …Aber für das Radparkplatzmanagement auf dem Bahnhofsvorplatz kann sich die Stadtverwaltung einfach nicht erwärmen. Und es sind keinesfalls die Kosten, warum schon mehrmals aus dem Baudezernat die Ablehnung kam. Für den Wächter müsste die Stadt keinen Cent zahlen. Es sind ästhetische und Denkmalschutzgründe.
Schmidt-Rohr findet, dass es für seinen Radchaosbekämpfer einen kleinen Unterstand, beispielsweise ein Wächterhäuschen, geben müsste. Damit der sich bei Wind und Wetter auch schützen kann. Aber da gibt es ein Problem: Der Bahnhof ist ein “Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung”, das übrigens am 5. Mai 1955 von Theodor Heuss eingeweiht wurde. Laut diverser Schreiben von Ex-Baubürgermeister Raban von der Malsburg, des Baurechtsamtes und des seit einem Jahr amtierenden neuen Baubürgermeisters Bernd Stadel kann für einen Unterstand nur dann die Genehmigung erteilt werden, wenn “das Vorhaben das Erscheinungsbild des Denkmals nur unerheblich oder nur vorübergehend beeinträchtigen würde”.
Aber genau das wäre mit einem Wächterhäuschen der Fall, behauptet die Verwaltung. Im Klartext: Ein Häuschen in der Größe von zwei auf einen Meter für jemanden, der für mehr Ordnung und weniger Radchaos sorgen würde, verschandelt in den Augen der Vertreter des Baurechts offenbar noch viel mehr den Platz, als dies jetzt schon der Fall ist.”
Wer den Bahnhof Heidelberg kennt, der muss sich wundern. Was heutzutage so alles Denkmalschutz geniesst. Jetzt mal ernsthaft: Leute, das ist doch kein Bahnhof. Kein Wunder, dass die ICE Strecke in Mannheim geknotet ist.
„Der Verein berufliche Integration (VbI) … Es ist ein Projekt für Langzeitarbeitslose, die so wieder den Weg in den Arbeitsmarkt finden sollen. Die Stadt Heidelberg hat das Projekt mit 10000 Euro Anschubhilfe unterstützt.
Dienstleistungen von “Bike im Bahnhof” sind natürlich Fahrradreparaturen…Zweites Standbein sollte das Parkplatzmanagement auf dem Bahnhofsvorplatz werden. Denn zur Zeit arbeitet das Projekt “Bike im Bahnhof” leicht defizitär. Der VbI ist überzeugt, dass der Nebeneffekt eines Parkplatzmanagers mehr Kunden für die Radwerkstatt wären.“
So wie ich die Heidelberger kenne liegt das Problem im persönlichen Bereich. Also entweder hat es sich Herr Jörg Schmidt-Rohr irgendwo verscherzt, oder sein Konzept passt einigen nicht in den Kram. Hat viel mit Flüchtlichen, Arbeitslosen und solchem „unelitären Gesocks“ zu tun. Paßt einfach nicht zu den schönen Elite-Partner.de–Plakaten in Heidelberg.