“Entführungsindustrie in Somalia”? Hm…
Da ist viel passiert in den letzten Monaten, was sag’ ich: Jahren.
“Seit dem Sturz der Regierung 1991 wurden die Hoheitsgewässer Somalias kaum mehr überwacht. Seither betreiben ausländische Schiffe in größerem Umfang illegalen Fischfang vor Somalia und überfischen die Gewässer, was die Lebensgrundlagen der somalischen Fischer beeinträchtigt. Die Piraten sind zum Teil frühere Fischer, die ihr Tun damit rechtfertigen, dass die ausländischen Schiffe durch den Fischfang in den Hoheitsgewässern Somalias ihren Lebensunterhalt gefährden. Diese Piraten wollten also zunächst die Fanggründe vor Eindringlingen schützen, manche gingen allerdings dazu über, „Lizenzgebühren“ von den auswärtigen Fangflotten zu erpressen und auch Frachtschiffe und Passagierschiffe zu überfallen. Der kenianische Experte Andrew Mwangura, dessen Seafarers Assistance-Programme in 90 Prozent aller Kaperungen zwischen somalischen Piraten und Reedern vermittelt, nennt illegales Fischen als Wurzel der Piraterie.”
Sowas kann man sich auch ohne Hintergrundwissen denken. Wie würde es für mich sein, wenn ich in einem kaputten Land lebte, wo ich keine Sicherheit hätte, nix zu fressen fände und meine Familie verreckte? Währenddessen gondelten zum einen fette Ersteweltler an meiner Küste vorbei, klauten meinen Fisch, schissen in mein Meer oder sauften Sekt auf einer pervers-degenerierten Kreuzfahrt und schauten mir beim Sterben zu.
Komischerweise verschleudert die erste Welt eine Menge Euro um mit dem Militär dort die “Piraten” im Zaum zu halten. Nee, die Küstenregion versinkt im Warcraft der Familienclans, im Rest des Landes ist Öl zu finden:
“Manche Angehörige des mächtigen, in Mogadischu dominierenden Hawiye-Clans lehnen die Übergangsregierung ab, da ihr Clan ihrer Ansicht nach unterrepräsentiert ist und Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed dem „feindlichen“ Clan der Darod angehört. Yusuf soll auch unerlaubterweise Lizenzen für vermutete Erdölvorkommen in seiner Heimatregion Puntland vergeben haben, zudem gilt er als wesentlich verantwortlich für die unpopuläre äthiopische Truppenpräsenz. ”
Und der Ami hat schon dafür gesorgt, dass die Clans der resourcenreichen Gebiete mit genügend Waffen ausgerüstet wurden. Insgesamt ist in dem Land eine gemeinsame Regierung und Linie nicht so einfach zu realisieren, also ist es einfacher/und billiger, den resourcen– und sprachlosen “Piraten” mit allerlei Militärpräsenz auf den Kopf zu schlagen.