alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

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Vorratsdatenspeicherung: ein Anwendungsbeispiel

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Ein Bei­spiel für die prak­ti­sche Umset­zung der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. http://blog.fefe.de/?ts=b4740b22

Stel­len wir uns vor: wir stim­men beim Grand Prix de Euro­vi­sion für Frank­reich. Am nächs­ten Tag steht die Poli­zei vor der Tür und ver­haf­tet uns wegen “Hochverrats”.

Written by admin

August 19th, 2009 at 4:05 pm

Beitrag zum Wahlkampf

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Wahl­kampf. Das bedeu­tet dem Wäh­ler in spe stän­dig die­selbe Mei­nung dar­zu­stel­len. Stän­dige Wie­der­ho­lun­gen, kon­se­quen­tes Igno­rie­ren jeg­li­cher Gegen­ar­gu­mente (oder gar der Beleg der Lüge), Aus­sit­zen medi­en­ak­ti­ver Reak­tio­nen bis zum Wahltag.

Genau sowas erle­ben wir gerade. Wer sich mit der Wahl ernst­haft aus­ein­an­der­setzt, d.h. wer sowohl die klas­si­schen Medien, Zei­tun­gen und Fern­se­hen (Wahl­pla­kate nicht zu ver­ges­sen) beob­ach­tet _und_ sich auch im Netz über die Medi­en­sei­ten und Blog­kom­men­tare infor­miert, dem fällt sehr deut­lich eine Front auf:

Diese Front, ich will sie eben so nen­nen, umfasst zum einen die aktive, andau­ernde Kom­men­tie­rung und Mei­nungs­äu­ße­rung, ja, Auf­klä­rungs­be­mü­hungen der Blog­ger­szene, bzw. der Kom­men­ta­to­ren der klas­si­schen Zei­tun­gen im Netz und zum ande­ren die igno­rant wir­kende, bor­nierte Des­in­for­ma­tion der Wäh­ler­schaft durch die Politik.

Die Poli­tik als Gan­zes ver­fällt in eher aktio­nis­tisch wir­kende Ein­zel­maß­nah­men. Jeder ambi­tio­nierte Poli­ti­ker äußert seine eigene Mei­nung, wird dafür ent­we­der gerüf­felt, gegen­ar­gu­men­tiert oder erhält Zustim­mung. Deut­lich wur­den in den letz­ten Tagen meh­rere: so zum Bei­spiel Frau Zypries, die einen Job in der Wirt­schaft anstrebt, falls es nix mit der poli­ti­schen Kar­riere wird, Herr Tho­mas de Maziere, der will Innen­mi­nis­ter wer­den und Baron von und zu Gut­ten­berg emp­fiehlt sich – sehr medi­en­wirk­sam – sowohl für den Wirt­schafts­mi­nis­ter, für den Fami­li­en­mi­nis­ter als auch für den Finanz­mi­nis­ter­pos­ten. Auf der Rück­bank der Pro­vinz hatte sich ein Bre­mer Grü­ner geäu­ßert, eine Frau Sches­wig wollte Frau von der Leyen kopie­ren und die wie­derum ver­deut­licht am aller­bes­ten, wie igno­rant und ein­ge­schränkt man sein muss, um seine elitär-familiären Bestands­wah­rungs– und Ver­meh­rungs­be­stre­bun­gen auf poli­ti­scher Ebene sicher zu stellen.

Wäh­rend­des­sen heut­zu­tage Leute frist­lose Ent­las­sun­gen erhal­ten, weil sie pri­va­tes Handy am fir­men­ei­ge­nen Strom­netz auf­la­den, blei­ben oder kom­men Per­so­nen in poli­ti­sche Ämter und Funk­tio­nen, deren Vita oder Arbeits­leis­tung krass unver­hält­nis­mä­ßig zu ihrem Anspruch auf das Inne­ha­ben der Macht­po­si­tion ist.

Hier wären zum Bei­spiel die oben genann­ten Poli­ti­ker auf zu füh­ren, eine Minis­te­rin in Nordrhein-Westfalen, deren Unter­ge­be­ner Staats­an­walt „Bal­de­rich“ genannt wird, ein Finanz­mi­nis­ter, der medi­en­wirk­sam die Steu­er­oa­sen tro­cken­le­gen will, wäh­rend des­sen er Kory­phäen wie einen Jörg Asmus­sen in Schlüs­sel­po­si­tio­nen bringt, wo sol­che Leute dann jah­re­lang den Unter­gang des Ban­ken­we­sens vor­be­rei­ten kön­nen. Nicht zu ver­ges­sen, eine Kanz­le­rin, die seit eini­gen Jah­ren die Asse-Problematik kannte, nun aber die Auf­klä­rung bis nach den Wah­len ver­hin­dern will.

Für den infor­mier­ten Leser und Wäh­ler stellt sich die­ses „Thea­ter“ wie ein Ver­such eini­ger dar, um jeden Preis an den Macht­po­si­tio­nen zu bleiben.

Die Art und Weise wie in den Medien The­men auf­be­rei­tet, oder eben nicht auf­be­rei­tet wer­den, erzeu­gen den – nicht neuen – Ein­druck, dass da andere Kräfte am Werk sind.

Die andau­ernde Panik­ma­che der Bevöl­ke­rung für die Imp­fun­gen der Schwei­ne­grippe sind so ein Bei­spiel. Als Bür­ger fühlt man sich mani­pu­liert und belo­gen. Ob das frü­her schon so war, mag sein, ist für die­sen Kom­men­tar aber unin­ter­es­sant, denn „akti­viert“ wurde ich – zu mei­ner eige­nen Schande — erst durch die Dis­kre­pan­zen in der Poli­tik in den letz­ten Monaten.

Nach­dem ich seit Mona­ten mit einem schlech­ten Gewis­sen und ungu­ten Gedan­ken über unsere Zukunft, und vor allem die Zukunft mei­nes klei­nen Soh­nes beschäf­tigt war, nicht wusste ob ich einer Par­tei, einer ökolo­gi­schen Grup­pie­rung oder einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein bei­tre­ten sollte, hatte ich mein Schlüs­sel­er­leb­nis auf der Heim­fahrt im Zug.

Mir gegen­über saß ein offen­sicht­lich für Attac täti­ger jun­ger Mann, der sich Mate­rial für eine anste­hende Ver­an­stal­tung durch­las. Eine spä­tere Recher­che im Inter­net belegte meine Ein­schät­zung. Gerne hätte ich mit die­sem Mann ein Gespräch ange­fan­gen, hätte jeman­den zum dis­ku­tie­ren, nein bes­ser, zum „tei­len“ gehabt.

Die Nato-Problematik mit Geor­gien, der Ein­fluss des Wes­tens in den Iran, die Ter­ror­an­griffe der Ame­ri­ka­ner auf den Irak, der Frei­brief der Ban­ken, die Ein­flüsse der Wirt­schaft in die Poli­tik (Imp­f­emp­feh­lun­gen bei der Schwei­ne­grippe, Patente auf das Leben durch Mons­anto, Ver­schleie­run­gen der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, usw.), der wach­sende Ein­fluss der Zen­sur auf eigen­stän­dig zu nut­zende Infor­ma­tio­nen wie das Inter­net, das stete Ver­schwei­gen der Kos­ten für Pen­sio­nen der Beam­ten, Angst­ma­che­rei auf Ter­ro­ris­mus und die Ach­sen den Bösen, das Zer­bre­chen des Gesund­heits­sys­tems, Ver­schul­dung künf­ti­ger Gene­ra­tio­nen, Hexen­jag­den wie Schwei­ne­grip­pe­vi­ren und Stopp­schil­der, all diese Dinge – und das sind nur ein Teil – erzeu­gen in mir den Ein­druck der Wehrlosigkeit.

Poli­ti­schen Ein­fluss kann man nur neh­men, wenn man durch Netz­werke (also durch Lob­by­is­mus, fami­liäre Her­kunft oder Pro­tek­tio­nis­mus) an die ent­spre­chen­den Stel­len „gehievt“ wurde.

Das kleine Kreuz inter­es­siert auch nie­man­den, außer man wählt Außen­sei­ter­par­teien. Von denen gibt es – immer­hin – die Pira­ten­par­tei als Alter­na­tive zu den eta­blier­ten Parteien.

Die Linke steckt vol­ler alter SED-Machenschaftler und die Regie­rungs­par­teien haben bewie­sen, dass das alte Stasi­den­ken in das Gesell­schafts­sys­tem naht­los und vor allem – laut­los – auf­ge­nom­men wer­den konnte. Den­noch war die Rede Oskar Lafon­tai­nes für mich aus­schlag­ge­bend über ein Kreuz bei denen nach­zu­den­ken. Ich werde aber wohl aus­schließ­lich die Pira­ten wäh­len. Das ist das ein­zige Zei­chen, was ich machen kann.

Und noch die­ses Blog hier erstellen.

Das Pro­blem der Wahl wird lei­der sein, dass – nach­dem sich die SPD, zu Recht mitt­ler­weile aus dem Ren­nen geschos­sen hat – die CDU mit Sicher­heit Regie­rung sein wird. Dann wer­den Per­so­nen, die in „mei­ner Welt“ sofort keine Macht­po­si­tio­nen mehr inne haben dürf­ten, wie von der Leyen, Schäu­ble, de Maziere, Mer­kel und Kon­sor­ten, Ihre Ideen zu Geset­zen machen, wer­den die Grund­rechte ein­schrän­ken und die Ver­fas­sung schän­den. Und wir wer­den zuschauen müs­sen. Der Weg in die Hölle ist vol­ler guter Vorsätze.

Das Inter­net ist kein rechts­freier Raum. Das Inter­net ist das ein­zige ver­blie­bene freie Infor­ma­ti­ons­me­dium für den selbst­stän­dig den­ken­den Bürger.

Das Inter­net ist aber nicht ein­fach nur zu kon­su­mie­ren. Man muss sich mit den The­men aus­ein­an­der­set­zen, die man recher­chiert. Man darf nicht alles glau­ben. Man lernt zu denken.

Das Inter­net ist eine Gefahr für die beste­hen­den Macht­struk­tu­ren. Die Wirt­schaft beein­flusst die Poli­tik, die Poli­tik und die Wirt­schaft beein­flus­sen die Medien. Immer mehr Men­schen infor­mie­ren sich selbst, wer­den miss­trau­isch, glau­ben nicht mehr alles, was ihnen dar­ge­stellt wird. Immer mehr Men­schen sind mit­ein­an­der ver­bun­den, kön­nen recher­chierte Infor­ma­tio­nen zusam­men­brin­gen, machen sel­ber Mei­nun­gen und beein­flus­sen damit auch die Medien.

Immer mehr Men­schen infor­mie­ren auch die ande­ren Men­schen, die bis­her nur das Zuse­hen und das Kon­su­mie­ren gewohnt sind. Die Macht der Mei­nungs­bil­dung rinnt der Poli­tik aus den Hän­den. Die Horde lässt sich nicht mehr führen.

Irgendwo las ich mal: man braucht nur etwa 7% der Bevöl­ke­rung zu akti­vie­ren, um den Rest, die große Masse, mit zu bewe­gen. Diese 7% sind die „kri­ti­sche Masse“.

Mit­un­ter wurde meine Gene­ra­tion (die C64er?) als „poli­tik­ver­dros­sen“  dar­ge­stellt. Dem kann ich – vor allem seit den letz­ten Wochen – nur entgegenwerfen:

„Ihr wer­det euch noch wün­schen wir wären politikverdrossen.“

PS: Der Leser glaubt nicht, dass er Masse, Menge sein kann? Dann emp­fehle ich ihm ein Buch zu lesen, dass der Vater von Ursula von der Leyen geschrie­ben hat: „Der Staat — Idee und Wirk­lich­keit, Grund­züge einer Staatsphilosophie“.

“Die Volks­herr­schaft, vor allem die unmit­tel­bare, ist wesens­mä­ßig so gear­tet, dass die Ent­schei­dung nicht durch die Ein­sicht der Ein­sich­ti­gen, son­dern durch das durch­schnitt­li­che Maß an Ein­sicht bestimmt wird, das der Mehr­heit eig­net.” Sowieso sei “der Mas­sen­mensch ohne rechte Seins­mitte”, meinte der spä­tere Minis­ter­prä­si­dent erkannt zu haben. “Er erscheint des­halb blass, farb­los, ja im geis­ti­gen Sinne gestaltlos.”

Sel­ten habe ich die Ein­stel­lung der „Elite“ zur allei­ni­gen Befä­hi­gung der rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen und somit der allei­ni­gen Kom­pe­tenz zur Inne­ha­bung der Macht­po­si­tio­nen („Hege­mo­nie“) so klar belegt bekommen.

Macht das Kreuz bei den Piraten.

Written by admin

August 11th, 2009 at 4:00 pm

Bananenrepublik Deutschland

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Zum Glück sind wir doch nicht allein auf der Welt. Gut das das nicht nur der Blog­ger­szene auf­ge­fal­len ist:

Die umstrit­tene Nicht­zu­las­sung klei­ne­rer Par­teien zur Bun­des­tags­wahl wird ein Fall für die OSZE: Wahl­be­ob­ach­ter der Orga­ni­sa­tion für Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit in Europa (OSZE) wol­len die Ent­schei­dung des Bun­des­wahl­aus­schus­ses prüfen.”

Lus­tig finde ich auch, wie die Schwei­zer Nach­bar­schaft das Thema angeht. Nicht ohne Häme zwi­schen den Zei­len. *rotfl*

Gabriele Pauli, die Vor­sit­zende der Freien Union ist, hat die Ent­schei­dung der OSZE begrüsst, Wahl­be­ob­ach­ter in die Bun­des­re­pu­blik zu schi­cken. «Es gibt bestimmt viel zu tun für die OSZE in Deutsch­land», sagte die frü­here Poli­ti­ke­rin von CSU und Freien Wäh­lern gemäss dem Bericht von «Spie­gel Online».”

Über AFP wird zwar schon abge­wie­gelt, aber aus­ge­rech­net Ita­lien als Bei­spiel zu nen­nen? *lol*

Über­ra­schung: der Spre­cher des OSZE-Büros für demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen und Men­schen­rechte Jens-Hagen Eschen­bä­cher hat mit mir Abi gemacht. Jens-Hagen hatte wohl in den ers­ten Berich­ten die Wahl­lei­ter­pro­ble­ma­tik ange­spro­chen. Jetzt wie­gelt ein Herr Tho­mas Rymer ab. Von dem ist laut Süd­deut­scher Zei­tung Jens-Hagen der Vor­ge­setzte? Na, Jens-Hagen, lass Dich nicht unter­krie­gen! *Dau­men hoch*

Written by admin

August 10th, 2009 at 4:05 pm