Die Bürger Baden-Württembergs haben gewählt. Wir können froh sein, immerhin gab es nur eine klitzekleine Randale am Stuttgarter Bahnhof, was da wohl los gewesen wäre, wenn Mappus noch ein paar Stimmen mehr bekommen hätte. Ich will ja gern an ein vor Japan noch angedachtes Schwarz-Rot im Ländle glauben, aber das scheint nun alles vorbei zu sein. Feynsinn hat es gut erklärt:
Mein Pustefix reicht aus für eine mehrstündige Rede und zwei Dutzend Interviews. Fragen Sie, was Sie wollen, wir haben immer recht, wir haben immer Erfolg, und wenn sich der politische Konkurs so gar nicht mehr verschleppen lässt, sind die widrigen Umstände daran schuld. Wir wissen alle, dass die anderen auch nicht besser sind und warten einfach ab, bis die Wähler von den anderen so angeekelt sind, dass sie wieder uns wählen. Bis dahin halten wir obszön dotierte Vorträge und sammeln Parteispenden. In der bittersten Not schmeckt der teure alte Wein auch ohne Regierungsamt oder Abgeordnetenstatus.
Zwischenzeitlich ist der Multiplikator Gandolf Stocker zurückgetreten, die Wahlkampfpropaganda der Grünen wird medial auf einmal auch thematisiert, und der Bundesverkehrsminister bietet schonmal eine elegante Steilvorlage für den neuen MP Kretschmann an: zum einen dürfen die Grünen jetzt Gas geben, weil sonst die ganze Kohle weg ist, zum andern dürfen sie sich — um bei Feynsinns Worten zu bleiben — mit den “widrigen Umständen” der Vorgänger herauslavieren. Read the rest of this entry »