Einhunderttausend Unterschriften für die Verschärfung der Waffengesetze, aber die Politiker machen nix? Auch Christian Wulff, ein Evangelikaler und möglicher nächster Bundespräsident beteiligte sich am Aufweichen der ursprünglichen Regelungen?
“Dabei ist die Gefährlichkeit des Waffenbesitzes von Sportschützen leicht nachweisbar. Seit 1994 töteten Mitglieder von Schützenvereinen 63 Menschen. Und wozu benötigen Sportschützen großkalibrige und schnell feuernde Gewehre oder Pistolen? Mit ihnen wurde der Winnender Amokläufer Tim K. auf Treffgenauigkeit trainiert. Zielgenau brachte er später Schüler und Lehrer ums Leben – vorwiegend durch Kopfschüsse mit einer Beretta 92-Pistole. Deren Projektile haben eine Reichweite von zwei Kilometern und durchschlagen Ziegelwände, oder, wie man es etwa im Waffensachkundebuch nachlesen kann, Autotüren und Felgen.
Dafür, dass Schützenverbände Schießwerkzeuge solchen Formats benutzen, gebe es keinerlei rationale Begründung, meint Schober. Um auf Zielscheiben in Sichtweite zu schießen, benötige man schließlich kein kriegstaugliches Gerät. Außerdem ist der frühere Finanzberater davon überzeugt, dass viele der Schützen neben ihren legal zugelassenen Waffen auch noch über unangemeldetes Schießgerät verfügen. Es wäre kein Wunder: Der Sprecher des Forums Waffenrecht, Joachim Streitberger, nimmt an, dass hierzulande 20 bis 40 Millionen illegale Waffen im Umlauf sind.”
Gerade bei dem Thema ist die Heuchlereiquote fast unübertroffen:
“Auch viele Jugendliche sind unter den Besuchern. Auf einem großen Plakat wirbt eine Firma mit einem jungen Mädchen, das ein Gewehr im Anschlag hält. Darunter steht: „Lichtschießen – ein variationsreiches Schießen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. So macht Schießen Spaß.“ Wenige Schritte weiter steht ein Junge von etwa 15 Jahren vor einem Übungsstand und feuert am „Air Shoot Simulator“ auf vier Zielscheiben. Dreimal trifft er ins Schwarze. Auf ein ähnliches Gerät soll Tim K. im Keller seines Hauses geschossen haben.”
Waffen sind genauso Schwanzlängenersatz für gehirnamputierte Vollhonks wie Hummers, andere Spritschlucker oder kaputt gemachte Hunde.
Ich hab kein Problem mit Jägern und Leuten die Waffen aus “professionellen Gründen” benutzen müssen. Aber es ist nunmal Fakt, dass die Computerspieleindustrie noch keine Lobby wie die Waffenindustrie aufgebaut hat. In der Waffenindustrie stecken keine Arbeitsplätze drin, das ist ganz einfach ein Business, dass immer gute Nachfrage hat.
Das die Computerindustrie noch keine Lobby hat finde ich eigentlich auch gut so. Denn ich habe auch keinen Bock drauf in Zukunft keinen Einfluß mehr auf die Softwareauswahl für mein Kind zu haben, wenn die Blizzard Bonzen mal kapiert haben, die Schmiergeldköfferchen bei den Politikern abzugeben und Scheisse wie “Americas Army” zu produzieren und zu pushen, einem kostenlosen Egoshooter der US Regierung, wo der dämliche Prekariats-US-Bürger per Videospiel auf die Army geil gemacht werden und dann für die Kohle der Eliten seinen dummen Arsch hinhalten soll.