Die Süddeutsche macht eine Umfrage. Die Ergebnisse sind selbsterklärend. Der bekannteste von den “nicht ganz so schlecht bewerteten” ist ausgerechnet Thomas de Maziere. Und Röttgen mit den meisten Stimmen am schlechtesten. *g*
Archive for Juli, 2010
Layoutversuche
falls sich ein paar wundern: ich bastle am Layout rum. Dieses hier ist vom Metronaut
inspiriert. Ich finds ganz hübsch. Leider sind die ganzen Bilder und Filme bei Einzelansicht zu breit…
#CCC und seine #Netzthesen: Forderungen für ein lebenswertes Netz
Da sprechen endlich mal die Leute, die sich mit “Netzpolitik” auskennen. Die Netzthesen des Chaos Computer Club.
Wir haben daher in klare Worte gefaßt, welche Errungenschaften erhalten und welche aktuellen Mißstände unserer Meinung nach angepackt werden müssen, welche Risiken für die Zukunft einer wettbewerbs– und lebensfähigen Gesellschaft im Netz wir sehen und wohin die Reise gehen soll.
Wir sehen es als Problem, wenn das Netz nur als Quell ewigen Übels wahrgenommen wird, welches streng reguliert und möglichst mehrwert-gerecht präsentiert werden muß. Als Abbild des Lebens hat der Markt im Netz seinen Platz – genau wie die Politik, aber keiner der Spieler darf zum übermächtigen Kontrolleur werden. Dazu muß der Staat mit gutem Beispiel vorangehen, darf sich nicht weiter in IT-Großprojekten über den Tisch ziehen lassen, muß die digitale Intimsphäre seine Bürger achten und selbst mit angemessener Transparenz für alle nachvollziehbar, am besten gar maschinenlesbar werden. Und wer Mißstände, Korruption und Datenskandale aufdeckt, muß belohnt, nicht geächtet und bestraft werden.
Dabei sollen die Netzbürger nicht bloß als statistische (Stör-)Größe in ausufernd wachsenden Datenbanken verbucht und verarbeitet werden. Im Gegenteil: Sie sind der Souverän und müssen im selbstbestimmten Umgang mit ihrem Netz ausgebildet werden. Dazu gehört, den Wert von Privatsphäre zu erkennen und mit den intimsten Geheimnissen achtsam umzugehen. Das Netz ist unsere gemeinsame Infrastruktur; unser Staat sollte sie aufbauen, hegen und pflegen, anstatt sich auf das Kleinhalten und Reglementieren zu konzentrieren.
Wir müssen Sorge tragen, daß Bedarfsträger und Verwertungsindustrie nicht mehr Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs und Sündenböcke vor den Karren spannen können. Gleichzeitig müssen die seit langem konkret bekannten Fehlentwicklungen bei Fragen der Softwarepatente und des Urheberrechts korrigiert werden. Ohne neue Grundregeln für das Immaterialgüterrecht und eine Orientierung am Gemeinwohl statt an den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wird sich die Kluft zwischen Politikern und Internetgemeinde nur noch vertiefen.
Der Text ist Balsam für meine geschundene Seele. *g* “Lebenswertes Netz”…ich hab richtig Tränen in den Augen…
…weil ich leider auch so einen Bullshit hier lesen muss. Der Metronaut meint dazu völlig zurecht:
Ihr meint das vermutlich ganz anders mit dem Schengen, mehr so im Frontex–Stil, so mit dicken Mauern außenrum. Intra-Internet, aber europäisch. Die Bösen müssen draußenbleiben. Internierungslager für illegale Websites in Lybien und Marokko. Grenzzäune und Sperren für Pornowebsites, effektive Drittstaatenregelungen, Wärmebildkamera an den Außengrenzen des Internets. Die Bösen sollen draußen bleiben – oder halt im Mittelmeer auf digitalen Nußschalen ersaufen. The Great Schengen Wall of the Junge Union Berlin. Mit Checkpoint Charly im BKA. Na denn, Prost, ihr Flachpfeifen!
#Heidelberg: #Abzocke oder #Betrug im Baugebiet Bieth (ja, das ohne Telekomkabel)?
Ui…da hab ich aber einen Kommentar erhalten, der es in sich hat. Und weil der “Anonyme” Kommentator mich bat darüber zu berichten um andere Interessenten zu warnen (bei Erschließungskosten von 165 Euro pro Quadratmeter ohne Telekomkabel und ohne ausreichende Transparenz im Vorfeld der Vertragsverhandlungen, soweit der Kommentator, halte ich das für angemessen). Hier also nochmal als einzelner Beitrag, die Hervorhebungen sind von mir:
“Betrug an jungen Familien im Neubaugebiet „Im Bieth“ in Heidelberg –Kirchheim !!!
Die große Überraschung nach dem Erwerb eines Grundstückes: astronomische Erschließungskosten und fehlende Anschlüsse
Hallo,
ich möchte noch über ein paar interessante Details zu der Horrorplanung im Neubaugebiet „im Bieth” in Heidelberg informieren und von meiner tiefen Enttäuschung über die Baupolitik der Stadt Heidelberg berichten.Seit einiger Zeit schieben sich Telekom und die Stadt Heidelberg gegenseitig die Schuld für die nicht verlegten Telefonanschlüsse zu. Ich möchte nicht darüber urteilen, wer hier die Schuld dafür trägt. Fakt ist aus meiner Sicht, dass die Stadt Heidelberg die Bürger in großem Maße betrogen hat.
In Heidelberg Kirchheim wurde 2009 das Neubaugebiet “Im Bieth” erschlossen. Es sollte laut Aussage auf der offiziellen Homepage der Stadt Heidelberg “Raum für Familien” bieten. Ende letzten Jahres erwarb ich dort ein Grundstück, um mir mit meiner Familie eine Zukunft in meiner Heimatstadt Heidelberg aufzubauen. Ein eigenes Grundstück und später ein Haus…eine einmalige Investition im Leben.
Wie bei fast jedem Grundstückskauf eines neu erschlossenen Gebietes, orientierte ich mich bezüglich der Erschließungskosten an gültigen Richtwerten und den Kosten umliegender und zuletzt erschlossener Neubaugebiete, so beispielsweise Heidelberg Kirchheim „am Dorf” (ca. 80 Euro pro Quadratmeter). Aufgrund der nachhaltigen umweltbewussten Planung und umfangreicher Recherche meinerseits wurde mir von öffentlichen Stellen der Stadt Heidelberg wie auch von einigen Immobilienmaklern angeraten, mit einem höheren Betrag von maximal 110 Euro pro Quadratmeter zu rechnen– ein Betrag, der mir ebenfalls von anderen Betroffenen, oder sollte ich eher Opfern sagen, bestätigt wurde. Sie bekamen allesamt ähnliche Richtwerte genannt.
Doch dann der erste Schock: Nachdem sich die Stadt nun monatelang zum Thema Erschließungkosten in Schweigen hüllte und ich immer noch keine Rechnung erhielt, musst ich in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 6. Mai lesen, dass die Erschließungskosten „Im Bieth” laut Bernd Stadel sich auf 165 Euro pro Quadratmeter belaufen. Ich war völlig schockiert. Das entbehrt jedem Vergleich. Noch nie waren mir Anschlusspreise in dieser Größenordnung bekannt und ich habe sehr lange diesbezüglich recherchiert. Für diesen Betrag erhält man ja in umliegenden Gebieten das Grundstück inklusive der Erschließungskosten.
Daraufhin richtete ich mich mit einem Brief an den Oberbürgermeister und wurde an den Baubürgermeister Bernd Stadel verwiesen. Dieser antwortete mir in einem langen Brief, der unterm Strich keine konkrete Aussage enthielt, sonder nur eine formale Erklärung über die allgemeine Zusammenstellung von Erschließungskosten überhaupt.Von dem Betrag „165 Euro pro Quadratmeter” wisse man nichts und man verwieß mich an eine andere Stelle, an der ich mich bzgl. der konkreten Erschließungskosten „im Bieth” informieren könne. Nach dem ich dort angerufen hatte, bekam ich per Email ein Auskunft mit 4 groben Beträgen und der Aussage: “…im weiteren Sinne 155 Euro”??? Na ja, das ist nicht gerade viel weniger. Für was denn Bitteschön dieser hohe Betrag?? Für die wahnsinnig tolle Erschließung, bei der die Bürger nicht einmal mit einem Telefonanschluss versorgt wurden? Wie kann ein solcher Betrag gerechtfertigt werden? Man könnte meinen, die Straßen seien vergoldet worden.
Ich habe ein Grundstück erworben und bin nun dazu verpflichtet Erschließungskosten zu zahlen, die jede Dimension sprengen. Habe ich etwa die Katze im Sack gekauft? Anscheinend wurde hier von der Stadt Heidelberg wahllos investiert und das Geld junger Familien mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen.
Genau dies war ja auch der Grund für die Telekom ihren Anschluss eben nicht in die wahsinnig überteuerten Gräben der Stadt Heidelberg zu legen. Das von der Stadt Heidelberg beauftragte Generalunternehmen veranschlagte laut Telekom einen viel zu hohen Betrag für die Kabelverlegung. Bei diesen überirdischen Erschließungskosten wurden wohl so einige Beträge viel zu hoch veranschlagt. Die Stadt Heidelberg wäscht ihre Hände natürlich in Unschuld…..das gibt es doch nicht!! Selbst die Telekom wundert sich über die Stadt, denn immerhin ist seit zwei Jahren klar, dass dort keine Leitungen verlegt sind.
Hier wurden von jungen Familien Grundstücke erworben und diese Menschen werden jetzt ohne schlechtes Gewissen zur Kasse gebeten, nur weil wahrscheinlich komplett fehlinvestiert und fehlfinanziert wurde. An anderer Stelle steckt die Stadt Heidelberg Millionen in sinnlose Stadthallenerweiterung und Tunnelunterführung.
Ich weiß wirklich nicht wie ich Erschließungskosten in galaktischer Höhe, die mir nun von der Stadt Heidelberg aufgebrummt werden, finanzieren soll, da dies mit Abstand den Rahmen jeder Erwartung sprengen würde. Wie soll man in so einem Fall das Vertrauen in die Stadt Heidelberg nicht verlieren? Wie sollen sich junge Familien eine Zukunft aufbauen können, wenn sie dermaßen abgezockt werden? Ich fühle mich als Bürger von der Stadt Heidelberg betrogen und über den Tisch gezogen.
Vielleicht können sie ja darüber berichten, alleine schon um andere junge Familien zu warnen, vorsichtig zu investieren, denn anscheinend kann man der Stadt Heidelberg nicht vertrauen, auch wenn diese nun versucht, die Schuld auf die Telekom zu schieben.
Fazit ist, dass Erschließungskosten, die einzigartig hoch sind, von Familien getragen werden müssen, die nicht einmal mit Telefonanschlüssen versorgt wurden. Also nicht nur dass die Telefonleitungen vergessen wurden ist bundesweit wirklich einzigartig…auch Erschließungskosten, die plötzlich in astronimische Höhen schießen, nachdem die Grundstücke guten Gewissens von Familien gekauft wurden, ist meiner Meinung nach einzigartig und eine bodenlose Frechheit.”
Also, das ist stark. Dem Laien hier eine Erläuterung; das hier ist die Anforderung an eine “Kosten– und Finanzierungsübersicht (KuF) gem. § 149 Baugesetzbuch (BauGB):
(1) Die Gemeinde hat nach dem Stand der Planung eine Kosten– und Finanzierungsübersicht aufzustellen. Die Übersicht ist mit den Kosten– und Finanzierungsvorstellungen anderer Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich durch die Sanierung berührt wird, abzustimmen und der höheren Verwaltungsbehörde vorzulegen.
(2) In der Kostenübersicht hat die Gemeinde die Kosten der Gesamtmaßnahme darzustellen, die ihr voraussichtlich entstehen. Die Kosten anderer Träger öffentlicher Belange für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung sollen nachrichtlich angegeben werden.
(3) In der Finanzierungsübersicht hat die Gemeinde ihre Vorstellungen über die Deckung der Kosten der Gesamtmaßnahme darzulegen. Finanzierungs– und Förderungsmittel auf anderer gesetzlicher Grundlage sowie die Finanzierungsvorstellungen anderer Träger öffentlicher Belange sollen nachrichtlich angegeben werden.
(4) Die Kosten– und Finanzierungsübersicht kann mit Zustimmung der nach Landesrecht zuständigen Behörde auf den Zeitraum der mehrjährigen Finanzplanung der Gemeinde beschränkt werden. Das Erfordernis, die städtebauliche Sanierungsmaßnahme innerhalb eines absehbaren Zeitraums durchzuführen, bleibt unberührt.
(5) Die Gemeinde und die höhere Verwaltungsbehörde können von anderen Trägern öffentlicher Belange Auskunft über deren eigene Absichten im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet und ihre Kosten– und Finanzierungsvorstellungen verlangen.
(6) Die höhere Verwaltungsbehörde kann von der Gemeinde Ergänzungen oder Änderungen der Kosten– und Finanzierungsübersicht verlangen. Sie hat für ein wirtschaftlich sinnvolles Zusammenwirken der Gemeinde und der anderen Träger öffentlicher Belange bei der Durchführung ihrer Maßnahmen zu sorgen und die Gemeinde bei der Beschaffung von Förderungsmitteln aus öffentlichen Haushalten zu unterstützen.
Wenn dem Kommentator von Seiten der Stadt tatsächlich eine “KuF” mit 4 (vier!!) pauschalen Einzelpositionen als Vertragsgrundlage für den Grundstückskauf gegeben wurde, dann hat das ein “Gschmäckle”, wie die Schwaben sagen. Ich erinnere mich an unsere KuF‘s. Dort waren ca. 30–50 Einzelpositionen aufgeführt, aufgeschlüsselt nach der Gemeindesatzung, damit die Erschließungsbeiträge an die entsprechenden Kontenstellen direkt umgerechnet werden konnten (Abwasser, Straßen, Beleuchtung, Versorger, usw. usf.). Und ein weiterer Vergleich (ich habe die Kosten der Erschließung hier bereits mal hausnummermässig überschlagen, und bin — so wie der Kommentator berichtet — von einem realistischen Beitrag von 110 Euro pro Quadratmeter ausgegangen):
Mal von der fehlenden Plausibilität der in der Presse angegebenen 17 Mio Euro auf 21,5 Hektar (das ergäbe ca. 80 Euro/qm) und den abgerechneten 165 Euro/qm abgesehen, ich erinnere mich an ein Projekt in Stuttgart, in dem die — tatsächlich durch die Topologie des Ortes nicht vermeidbare — technische Umsetzung eines neuen Baugebietes zu etwa 120 Euro führten. Dieser Betrag war von Seiten der Stadt _nicht politisch vermittelbar_! Und dann erdreisten sich die Heidelberger in Kirchheim 165 Euro zu akzeptieren? Kann ich überhaupt nicht verstehen! Das soll alles durch die hohen Preise eines “Generalunternehmers” verursacht worden sein?
Hierzu meine Meinung:
Ein Baugebiet wird per KuF und fähigem Planer und Erschließungsträger weit vor dem ersten Baggerbiss finanziell aufgebaut. Es gibt zu keinem Zeitpunkt der Planung kostenmässige Unklarheiten (außer man geht in einen unbekannten Untergrund). Mit den festgelegten Kostengrenzen wird dann die Maßnahme öffentlich ausgeschrieben (VOB/A). Der Vorteil für eine Kommune eine Erschließungsmaßnahme durch einen privatwirtschaftlichen Erschließungsträger durchführen zu lassen ist unter anderem, dass dieser einfacher die Ausschreibung aufheben kann, wenn die Angebote die Kostengrenzen überschreiten. Ich weiss nicht wie es Heidelberg gemacht hat. Bei Kosten von 17 Mio Euro hätte aber eine europaweite Ausschreibung stattfinden müssen. Außerdem — und mir kann niemand das Gegenteil beweisen — kennen sich die Pappenheimer. D.h. die zum Zuge kommenden Unternehmen werden so oder so zumindest informativ ins Boot geholt. Hat man gute Firmen, die es nicht übertreiben, kommt es auch nicht zu “bösen Überraschungen”. Hat man es sich verdorben (d.h. die guten geben gar nicht mehr ab und übrig bleiben nur die gewieften, die sich ihres Monopols bewusst sind), steht man am Ende da und hat nur ein Angebot und eine gnadenlos überzogene Kostengrenze. Was dann? Dann ist der Fachmann gefragt. Ich weiss aber, dass sowas in Heidelberg sicher böhmische Dörfer sind: man kann so ziemlich alles jedem in seiner Kalkulation so nachweisen, dass er aus dem Rennen ist. Dazu gehört eben Fachwissen und die entsprechend geschickte Ausschreibung.
Und überhaupt: wieso lese ich immer “einen Generalunternehmer”? Ich könnte jetzt lang und breit ausholen was ich bei solch simplen Maßnahmen von Generalunternehmervergaben halte (die braucht es m.A.n. nur bei zu unklaren Leistungsbeschreibungen, aber eine Erschließung? Das sind Rohre, Gräben, Straßenbeläge, Leuchten, Versorgungsleitungen, Straßenschilder, Buswartehäuschen…sowas kauft man Samstags mit nem Zettel bei Obi ein!).
Es kann gar nicht angehen, dass solche Erschließungen nur ein Unternehmer ausführt. Kein Wunder, wenn die Kosten hoch sind. 21.5 Hektar schlüsselt man in sinnvolle Lose und Bauabschnitte auf und vergibt alle getrennt. Gewährleistungsproblematik? Was soll der Mist? Dafür schreibt man einen schlauen Vertrag. Die Kosten hierfür sind bei weitem übersichtlicher als bei der Sache hier…ich könnte mich aufregen!
Tja, was rate ich nun dem Kommentator: nehme er sich einen Anwalt der sich mit dem Baugesetzbuch und der Finanzierung von Erschließungsmaßnahmen auskennt und gehe er gegen die Intransparenz der Maßnahme vor. Vielleicht hat er Erfolg. Von meiner Seite: ich drücke die Daumen!
#CDU Rücktritte, was ist denn da los?
Nun geht auch Ole von Beust, der Hamburger Bürgermeister.
“Der CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, sind innerhalb eines knappen Jahres sechs Ministerpräsidenten und ein Bundespräsident abhandengekommen: Dieter Althaus (Thüringen), Günther Oettinger (Baden-Württemberg), Roland Koch (Hessen), Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen), Christian Wulff (Niedersachsen), und jetzt ist auch Ole von Beust (Hamburg).”
Das sind schon auffallend viele, scheint systemisch zu sein. Nun woran kann es liegen? Ist es eine Anreihung zufälliger Gegebenheiten, oder steckt mehr dahinter, so wie hier angenommen?
Nun manche argumentieren hier mit einem “normalen Generationswechsel”, aber schaut Euch doch auch mal diese Meldung an. Auch da taucht der Begriff “Amtsmüdigkeit” auf. Ach, und nicht zu vergessen, in der Kirche sind ja auch zwei Rücktritte passiert.
Allen gemein scheint zu sein, dass “die Zeiten sich geändert” haben. Zum einen der mediale Druck wie bei Käßmann, vielleicht die besseren demokratischen Möglichkeiten, wie Bürgerentscheide bei von Beust, vielleicht fehlende Karriereperspektiven bei manchen Netzwerken, wie bei Koch. Der ist zwar weit oben gewesen, scheint sich seinen Weg aber vielleicht doch anders vorgestellt zu haben. Seine Kumpels sind ja teilweise mit ihm gegangen. Die Tatsache, dass mit Mappus (dessen ständige Beteuerungen für Merkel eher den Eindruck des Gegenteils erzeugen), dem Nachfolger von Öttinger und Ahlhaus, dem potentiellen Nachfolger von von Beust sogenannte Hardliner nachdrücken, zeigt auch eine Tendenz. Dauert sicher nicht mehr lange, bis das Verschwörungsnetzwerk neue Ergebnisse ausspuckt. Bisher wird das mit Merkel argumentiert, die sich durchgesetzt hat, nun aber die ganze Leibwache verliert.
#Heidelberg: #Campact Aktion Atom-Alarm
Am kommenden Montag, 26.07.2010 ab 15.00 Uhr findet eine Campact Aktion in Heidelberg statt: alle hingehen!
“bis Ende September will die Bundesregierung über die Zukunft der Atomkraft entscheiden. Doch unter den Bundestagsabgeordneten von Union und FDP wächst die Sorge, dass ihnen längere Laufzeiten daheim im Wahlkreis ordentlich auf die Füße fallen. Am kommenden Montag wollen wir auch in Heidelberg den CDU-Abgeordneten für Heidelberg und Mannheim, Dr. Egon Jüttner und Dr. Karl A. Lamers, klar machen, dass die Menschen in ihren Wahlkreisen möglichst rasch aus der Atomkraft aussteigen wollen!
Vor dem gemeinsamen Wahlkreisbüro schlagen wir unüberhörbar Alarm — mit Trommeln, Töpfen, Rasseln und Pfeifen. Außerdem wollen wir Dr. Egon Jüttner und Dr. Karl A. Lamers eine Erklärung gegen Atomkraft überreichen, die bereits über 150.000 Menschen unterzeichnet haben. Zeitgleich finden bundesweit vor rund 50 Wahlkreisbüros weitere Alarm-Aktionen statt.
Kommen Sie vorbei und unterstützen Sie die Aktion!
> Ort: CDU Regionalgeschäftsstelle, Adlerstraße 1/5, 69123 Heidelberg
> Zeit: Montag, 26. Juli, 15.00 bis 15.30 Uhr
> Weitere Infos: http://www.campact.de/atom2/sommer/heidelberg-mannheimDer Atom-Alarm ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Aktionen in den Wahlkreisen der Parlamentarier. Unser Ziel: Dass am Ende eines “heißen Sommers” möglichst viele Abgeordnete nach Berlin zurückkehren und Kanzlerin Merkel mitteilen: “Längere Laufzeiten? Die fliegen mir daheim im Wahlkreis gehörig um die Ohren — das kann ich nicht mittragen!”
Können Sie mit dabei sein? Bringen Sie doch möglichst etwas mit, mit dem Sie lautstark Alarm schlagen können, gerne auch bunt gestaltet. Leiten Sie diese Mail auch gerne an Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen weiter.
Wir freuen uns auch, wenn Sie unsere Aktionen in den Wahlkreisen der Abgeordneten mit einer Spende unterstützen: https://www.campact.de/atom2/spenden/donate4
Mit herzlichen Grüßen
Susanne Jacoby”
Wundert mich schon, dass da sowenig in dieser Hinsicht los ist. Sind doch sonst so auf Naturschutz bedacht die Heidelberger.
#Heidelberg: Telekom, die Stadt und der Hammer der Woche im ZDF
Die dumme Sache mit den fehlenden Telefonleitungen in Heidelberg hat es jetzt bis ins ZDF, den Länderspiegel geschafft. Es war tatsächlich der Hammer der Woche. Nach Stuttgart auch. Bwaha! Mit einem Grinsen, Heidelberg, mit einem Grinsen.
Update: ach so ja, wenn man bei Google “Heidelberg Telekom Baugebiet” eingibt, kommt folgendes raus (zumindest heute *g*):
#Heidelberg: Architektur, die akademisierte Sicht der Dinge
aber leider am Thema vorbei. Auf einer (subjektiv bemerkt) gut gemachten Website zur Stadt Heidelberg findet sich ein intellektueller Erguss eines Architekten über das Thema Architektur in Heidelberg. Anhand des dort gezeigten Bildes der Stadthalle, gehe ich davon aus, dass der Autor auch diese als Motivation für seine Analyse verwendet hat. Obwohl dieser Begriff nicht passt, denn es ist ja keine Analyse sondern ein Klagen eines Architekten aus Heidelberg, der sich darüber beschwert, dass es eine öffentliche Diskussion über Architektur gibt, also von Leuten die sich mit dem Thema, seiner objektiven Meinung nach wohl nicht auskennen und besser schweigen sollte. Naja…ich meine, schriebe dieser Architekt diese subjektive Meinung in seinem privaten Blog, so hätte ich geschwiegen, aber bei der Website, die doch eher den Eindruck eines “Sprachorgans” der Stadt Heidelberg macht, da kann ich nicht meine Klappe halten, hier also mein (noch nicht freigegebener Leserbrief):
“Objektiver Geschmack setzt daher auf Wissen, auf Kenntnisse, also auf Unterscheidungsmerkmale. Erst wenn ich mich informiert habe, kann ich objektiven Geschmack ausbilden und bin urteilsfähig.”
Es gibt meines subjektiven Wissens nach keinen “objektiven Geschmack” (s. z.B. Wiki); außerdem ist dieser Satz ein Totschlägerargument, denn wer entscheidet, wer urteilsfähig ist und wer nicht? Und können Sie behaupten widerlegen (Anm. das konnte ich leider nicht mehr ändern *g*), dass die “Ausbildung” in einem gestalterischen Fachgebiet (wie Kunstkritik oder Architektur) tatsächlich der gestalterischen Flexibilität und Kreativität eher kontraproduktiv gegenüberstehen? Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Nur, was soll uns jetzt dieser subjektiv hochgestochen, verkopfte und akademisierte Text nun mitteilen? “Ängstliche, an ihrem kleinbürgerlichen Geschmack hängende Intellektuelle” “mit einer” schlechten “Allgemein– und Geschmacksbildung” sind in Heidelberg die einflußreichste Bevölkerungsgruppe. Wollen Sie das damit sagen und
bemängeln? Nun, da muss ich Ihnen absolut und subjektiv Recht geben.
Allerdings sollte man die Thematik Architektur insbesondere in Heidelberg nicht am “Geschmack”, also am Entwurf festmachen. Insofern man die Diskussion verfolgt scheinen dazu entgegen gerichtete Argumente wie Wirtschaftlichkeit, Alternativstandorte und den Umgang der Kommune mit den harten Fakten das Hauptproblem der Entscheidungsfindung zu sein.
Übrigens: “Träger öffentlicher Belange” gibt es seit Revision des BauGB seit ein paar Jährchen auch nicht mehr. Die heissen jetzt “Behörden”, insofern ich mich noch auf meine “historischen Kenntnisse” verlassen kann.” (Anm. ok, das war nur ne plumpe Klugscheisserei, aber wenn schon, denn schon)
Nein! Obwohl ich als Bauingenieur der vermeintlich öffentlichen Meinungsmache nach der klassische kategorische Feind des Architekten bin, muss ich hier ganz eindeutig klarstellen, dass das bei mir nicht der Fall ist!
Das gilt insbesondere für den Autor dieses Artikels, den ich ja auch gar nicht kenne. Nur die Art und Weise des Textes veranlasst mich dazu. Ich habe sehr gute Architekten kennengelernt und mit sehr guten Architekten wirtschaftliche und gestalterisch anspruchsvolle (ach so…dazu habe ich ja keine Ausbildung..also gut, ich halte mich raus) Bauwerke erstellt. Teilweise mitten in großen und größeren (zumeist schwäbischen) “Metropolen”. Leider musste ich auch Podiumsdiskussionen von “Architekten” bzw. Künstlern, und Leute die sich dafür halten, akustisch und kognitiv mitverarbeiten: wie angedeutet, eine schmerzhafte Angelegenheit.
Womit ich ein grundsätzliches Problem habe ist diese schräge Art der “Elitegruppenbildung” bei “Kunstbewanderten” wie u.a. auch vielen Architekten.
Da wird bei fast jedem zweiten Gebäude, sei es nun ein ödes Verwaltungsgebäude in deprimierenden Stadtgebieten, oder die Gewerbeimmobilie eines IT-Mittelständlers auf der ehemaligen freien Wiese vom “Genius Loci” und ähnlichem Gehirnbullshit gesprochen, da werden historische Zitate von Adorno und Konsorten bemüht, die den zum Dazugehören-Wollen-tendierenden Leser ein befriedendes Lächeln auf die — vielleicht schon gelifteten und gebotoxten– Lippen zaubern. Der schwarze Rollkragenpulli und die Jogi-Löw Big Jeff-Frisur (selten grau) gehören bei “den Gefährdeten” zum Schubladen-Klischee-Standard-Repertoire und über die ganz krassen Typen mit Schlapphut, Zwirbelbart und 100 Kilo Übergewicht (Schal nicht zu vergessen) sag ich jetzt mal nichts mehr.
Ich hab mit (Teilen von) denen ein Problem, weil ich — “aus meiner historischen Erfahrung” und somit zur intellektuellen Erkenntnis (frei nach dem Schwulst des Heidelberger Architekten) freigegeben — so oft kaputte Projekte reparieren und verzweifelte Bauherren aufpäppeln musste, weil diese charmanten Weltoffenen es nicht für nötig hielten, irgendwann mal zu berechnen, was der ganze Spass kosten soll. Oder warum Regeldetails geplant wurden, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprachen (und das der Bauherr auch nicht erfahren sollte). Oder das es eben nicht reicht, die Kosten aus ungenauen Tabellenwerten herzuleiten, ohne die Besonderheiten des Gebäudes und des Standorts zu beachten. Oder das es unklar war, welche Leistungen überhaupt von wem und wann und wie beschrieben, beplant und beauftragt werden sollten. Oder…oder…oder…
Nein, ich hab nix gegen Architekten…es gibt ja auch …ein paar…Gute. Nein und über Gebäudetechnikplaner will ich heute nichts schreiben.
#Bahnbashing Bullshit
Ok, ok, ich weiss ja wie beschissen es sein kann, wenn man in einem ICE sitzt bei dem die Heizung im Sommer läuft oder eben die Klimaanlage ausfällt. Ja und ich finde auch, dass man Leute, die behaupten, das hätte alles was mit der Klimaerwärmung zu tun, ganz schnell in die Politik hochloben sollte oder so. Es ist also eine Menge Berechtigung am ganzen Ärger den man als Kunde mit der Bahn in diesem Fall haben kann. Es scheint mir aber so, als gäbe es zur Zeit auch ein regelrechtes Bahnbashing, jeder Depp motzt und meckert und salbadert seine eigene Meinung — egal wie doof und dämlich — in alle Welt hinaus. So zum Beispiel, erschütternderweise auch hier bei Telepolis:
“Außerdem, so der Vize-Pressechef, seien im Hochgeschwindigkeitsverkehr ausschließlich Fahrzeuge zugelassen, deren Fenster sich nicht öffnen lassen. Wolle man in ICE-Zügen Fenstern zum Öffnen, müssten diese “anders konstruiert” sein als die bisherigen. Das wirft freilich die Frage auf, ob man aus Kostengründen Fenster verbaut hat, die sich nicht öffnen lassen.”
Ahem…WTF, das ist ja soo doof…da fällt mir nix zu ein, außer einer Empfehlung an den Autor, das nächste Mal, wenn er mit seiner AMG S-Klasse klimatisiert und mit geschlossenen Fenstern auf der A5 bei Bruchsal mit 300 Stundenkilometern unterwegs ist, einfach mal das Fenster zu öffnen. Den Tipp, vorher alles rumliegende wegzupacken, seine Krawatte fest wegzustecken und direkt danach einen Friseurtermin vereinbart zu haben, bekommt er von mir gratis dazu.
Ach so…was ich zur Klimatechnik zu sagen habe: Man dimensioniert Klimaanlagen (zumindest bei Gebäuden, wie ich es kenne) anhand von statistischen Temperaturangaben und Normen. Danach lässt man, innerhalb der Kostenvorgaben, vom “Besteller” entscheiden, wo er seine Schwerpunkte setzt. Klimatechnik so zu verbauen, dass sie auf 35 Grad ausgelegt war, halte ich gar nicht mal für so unverständlich. Was ich nicht verstehe, ist, warum die Klimaanlagen bei zu hohen Außentemperaturen ihre Maximalleistung nicht über eine Redundanz wenigstens mit einem geringeren Delta sicherstellen können. Das die Bahn jetzt Klimaanlagen auf 45 Grad dimensioniert ist zwar gut, aber wahrscheinlich ist damit das eigentliche technische Problem — das zu lösen vielleicht günstiger wäre — nicht aus der Welt geräumt.
Update: ah, ich erfahre aus “gut informierten Kreisen soeben mehr”: die ICE 2 wurden, nachdem die Milliarde Kilometer und somit die ehemals vorgesehene Endlaufzeit erreicht wurde, als noch ausreichend angenommen und zum erneuten Einsatz neu eingerichtet/modernisiert. Warum dabei die Klimatisierung nicht beachtet wurde…keine Ahnung.
Vollbeschäftigung? Was ist denn mit der #Zeit los?
Also so langsam zweifle ich am Geisteszustand der bei der Zeit arbeitenden “Journalisten”, immerhin veröffentlichen die so offensichtlich falsche und geschönte Statistiken unverhohlen:
“Die deutsche Arbeitslosenquote könnte in den kommenden Jahren auf Werte fallen, wie sie früher in Westdeutschland üblich waren. Das geht aus Prognosen des Forschungsinstituts Kiel Economics hervor, die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegen.”
Wer sind den Kiel Economics?
“Kiel Economics gehört zum Kreis der Forschungseinrichtungen, die für die Regierung die Gemeinschaftsdiagnose erstellen.”
Naja, andere Blogs untersuchen das Problem ja schon:
“Kiel Economics zählt wie Blogleser wissen inzwischen zu dem von Minister Brüderle auserkorenen elitären Clubmitgliedern welche die Frühjahres-/Herbstgutachten für die Bundesregierung erstellen. Man darf also vorsichtig formuliert nichts sonderlich progressives von dort erwarten.”
Ja, so sieht unabhängige Meinungsmache aus.



