alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

Archive for the ‘Blöde Idee’ Category

Der neue Personalausweis

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Wie schrieb der Jour­na­lis­tik­pro­fes­sor und Blog­ger Jeff Jar­vis kürz­lich nach einer Ver­an­stal­tung mit einem deut­schen Daten­schüt­zer in Ber­lin? “Oh, diese Deut­schen.” Sie fürch­te­ten Google, hät­ten aber kein Pro­blem, sich mit einem Aus­weis im Inter­net zu iden­ti­fi­zie­ren, ja sie for­der­ten das sogar aus Grün­den der Daten­si­cher­heit. “Und mich schau­dert es schon ein wenig, dass nie­mand zu bemer­ken scheint, wel­cher Geist allein in dem Wort ‘Aus­weis’ steckt.” Immer wür­den ihn die Deut­schen an ihre dunkle Ver­gan­gen­heit erin­nern, wenn es um Pri­vat­sphäre gehe, schreibt Jar­vis. “Den­noch instal­liert ihre Regie­rung eine Iden­ti­täts­karte mit Tech­no­lo­gie, die jeden Ame­ri­ka­ner ver­rückt wer­den lässt, wenn sie nur anonym an Hosen hängt.”

Jar­vis meint den berüh­rungs­los aus­les­ba­ren Chip mit RFID-Technologie. Zitat CCC: Wer sich bis Okto­ber kei­nen alten Aus­weis besorge, habe nur noch die Chance, “den Chip im Aus­weis zu deak­ti­vie­ren”. Das bleibe fol­gen­los. “Denn recht­lich und fak­tisch ist das Aus­weis­do­ku­ment auch ohne funk­tio­nie­ren­den Chip voll­wer­tig gültig.”

Seit eini­gen Tagen ist das Thema des neuen Per­so­nal­aus­wei­ses in aller Munde. Ges­tern hat unser Innen­mi­nis­ter Lothar de Maziere im ZDF tat­säch­lich gesagt: „irgend­wel­che Hacker wer­den immer irgend­was hacken können.…aber der neue Per­son­aus­weis ist sicher!“

Erschre­ckend und skan­da­lös mit wel­cher bor­nier­ten Igno­ranz diese „Fach­leute“ für Fach­be­rei­che „ver­ant­wort­lich“ und außer­or­dent­lich untaug­lich für den Job sind. Das gilt natür­lich schon seit lan­gem für den Herrn Maziere (ich erin­nere nur an die The­ma­tik Inter­net­zen­sur und Ursel von der Leyen). Also in die­sem Falle meint er sinngemäß:

  • irgend­wel­che Amok­läu­fer wer­den immer irgendwo amok­lau­fen. Unsere Waf­fen­ge­setze sind sicher!“ oder
  • irgend­wel­che Atom­end­la­ger wer­den immer irgendwo undicht sein. Unsere Atom­end­la­ger sind sicher!“, glei­ches gilt für Atomkraftwerke.“

In Bezug auf das ein­gangs erwähnte Zitat von Jeff Jar­vis kann man erken­nen, für wie däm­lich die Poli­tik die Bevöl­ke­rung hält und was in den Mainstream-Medien stän­dig erfolg­reich pro­pa­giert wird. Neben­kriegs­schau­plätze wie Google Street View wer­den allent­hal­ben in den Medien und in der poli­ti­schen Dis­kus­sion auf­recht erhal­ten, wäh­rend des­sen die wirk­li­chen Pro­bleme und Gefah­ren, wie hier eben der digi­tale Per­so­nal­aus­weis unver­hoh­len als „funk­tio­nie­rende Lösung“ ange­prie­sen wird.

Unver­hoh­len ist auch unser Innen­mi­nis­ter, beweist er doch durch seine dum­men Kom­men­tare, wie sehr ihn diese „äuße­ren Mei­nun­gen“ im Plan der Poli­tik stö­ren. Es kann sei­ner Auf­fas­sung von Macht und Volk ganz ein­fach gar nicht sein, dass die Gedan­ken­gänge und Pro­jekte der Regie­rung von außen als untaug­lich, dumm und völ­lig dil­le­tan­tisch offen gelegt wer­den. Dumm und untaug­lich? Nein, warum denn auch? Die Regie­rung will RFID, denn so las­sen sich die Leute noch bes­ser kontrollieren.

Inso­fern man den Per­so­nal­aus­weis bekom­men muss (viel­leicht weil man ver­ges­sen hat, den alten recht­zei­tig zu bestel­len), so ist es – bis­her zuwei­len – erlaubt den Chip auf der Karte untaug­lich zu machen.

Die Dis­kus­sion über RFID ist schon alt und wie groß war der Auf­schrei und die Empö­rung über etwaige Anwen­dun­gen die­ser Tech­nik. Allein schon die Ver­wen­dung im Kauf­haus hat zu Dis­kus­sio­nen geführt. Und nun soll jeder so ein Ding bei sich tra­gen? Was ist los mit Euch?

Der ein­zige “Vor­teil” der RFID-Technik ist es hier, dass inter­es­sierte Kreise (Poli­zei, Geheim­dienste, Ein­bre­cher) unbe­merkt und auf Dis­tanz pro­blem­los die gesam­ten Aus­weise selbst in grö­ße­ren Men­schen­mas­sen pro­blem­los und schnell erfas­sen kön­nen. Egal, ob der Ein­bre­cher mit dem Anten­ne­kof­fer unauf­fäl­lig die Schlange am Flughafen-Checkin nach Adres­sen von Häu­sern abklap­pert, in denen er unge­stört ein­stei­gen kann, oder ob die Poli­zei nun pro­blem­los alle Per­so­na­lien von Leu­ten erfas­sen kann, die an einer Demons­tra­tion teil­neh­men (oder auch nur zufäl­lig im Emp­fangs­be­reich sind).

Die Vor­teile der RFID-Technologie sind in ers­ter Linie inter­es­sant für Ille­gale oder noch nicht lega­li­sierte Nut­zungs­ar­ten. Und das macht mir Sorgen…“

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September 23rd, 2010 at 9:23 am

Das ZDF und die Propaganda

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Die FAZ ana­ly­siert auf unty­pi­sche Weise eine Sen­dung des ZDF mit der Frau Gut­ten­berg und Peter Hahne (“dem per­so­ni­fi­zier­ten Miß­brauch der GEZ Gebüh­ren; wit­zi­ger­weise fand ich den Typen sym­pha­tisch *lol*).

Die ganze Sen­dung zum Thema Kin­des­miss­brauch, die er am heu­ti­gen Sonn­tag aus­strahlte, war geprägt von dem Ver­such, jede auf Argu­mente oder Tat­sa­chen gestützte Aus­ein­an­der­set­zung zu ver­mei­den und allein an das Gefühl der Zuschauer zu appel­lie­ren, dass da Kin­der miss­braucht wer­den, und kei­ner tut was.

Von der ers­ten Sekunde an sprach er die Zuschauer allein auf die­ser Ebene an. Müh­sam unter­drückte er sein übli­ches Grin­sen, wäh­rend er in die Kamera fragte:

Geht es Ihnen auch so, dass Sie erschüt­tert sind, wenn Kin­der tot auf­ge­fun­den und miss­braucht wor­den sind?

Nein, rufen wir da natür­lich alle im Chor, uns lässt das völ­lig kalt.

Der Satz ist schein­bar sinn­los und unnö­tig, in Wahr­heit aber setzte Hahne mit ihm schon die Grund­lage für die Logik der gan­zen Sen­dung: Wer auch erschüt­tert ist, muss seine bild­li­che Mist­ga­bel aus dem Schup­pen holen und fäus­te­schüt­telnd die Poli­tik auf­for­dern, irgend­et­was, nein: alles Mög­li­che, nein: alles zu tun.

und wie es in den Kom­men­ta­ren des Arti­kels wei­ter steht: “meine Mut­ter sieht sich sowas an und glaubt das dann!”

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September 22nd, 2010 at 8:01 am

Peer Steinbrück: bitte nicht vergessen, wer hier versagt hat

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Die Nach­denk­sei­ten hal­ten ihre Infor­ma­ti­ons­pflicht bei uns auf­recht. Auch wenn Stern und Kon­sor­ten ihren poli­ti­schen Netz­werk­ver­pflich­tun­gen zur Volks­ver­dum­mung und Geschichts­fäl­schung nach­kom­men: der Herr Stein­brück hat uns maß­geb­lich die Scheisse mit den Ban­ken eingebrockt:

  1. Stein­brück ist zusam­men mit der Bun­des­kanz­le­rin ver­ant­wort­lich dafür, dass wir mit Hun­der­ten von Mil­li­ar­den belas­tet wer­den, mit denen die Wett­schul­den der Spie­ler im Finanz­ka­sino begli­chen werden.

    Als Stein­brück für die För­de­rung des Finanz­plat­zes Deutsch­land, für eine lasche Kon­trolle und für „Pro­dukt­in­no­va­tio­nen“ warb, war schon bekannt, dass deut­sche Ban­ken in Schwie­rig­kei­ten sind. Im Februar 2003 tra­fen sich Bun­des­kanz­ler, Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter mit den Spit­zen der Ban­ken und Ver­si­che­run­gen zu einem Kri­sen­ge­spräch mit dem Ziel der Grün­dung einer Bad Bank. Das kam nicht zu Stande, weil das Tref­fen vom Han­dels­blatt bekannt gemacht wurde. Aber die Aus­la­ge­rung fau­ler For­de­run­gen in Zweck­ge­sell­schaf­ten und ähnli­che Bad Banks fand statt. So bei der Indus­trie­kre­dit­bank IKB, so bei der Ende Sep­tem­ber 2003 gegrün­de­ten HRE. (In der Anlage zu die­sem Bei­trag ist der Arti­kel im Han­dels­blatt vom 24.2.2003 wie­der­ge­ge­ben. Immer noch lesens­wert – vor allem für Men­schen, die immer noch glau­ben, die Finanz­krise habe mit dem Zusam­men­bruch von Leh­man Bro­thers begonnen)

    Das alles wusste Peer Stein­brück. Und den­noch hat er behaup­tet, die Finanz­krise sei aus den USA über uns gekom­men und sie habe ihn wie ein Spring­ins­feld­teu­fel ange­sprun­gen. (Siehe hier und aus­führ­lich in unse­ren Jahr­bü­chern)

    Peer Stein­brück ist neben Angela Mer­kel ver­ant­wort­lich dafür, dass wir mit Hin­weis auf die angeb­li­che Sys­tem­re­le­vanz aller Ban­ken sowohl die Indus­trie­kre­dit­bank (IKB) als auch die HRE geret­tet haben. Der hohe Ein­satz von min­des­tens 8 Mil­li­ar­den bei der IKB und 142 Mil­li­ar­den Garan­tien und dar­un­ter Zig-milliarden fäl­lig wer­den­der Zah­lun­gen für die HRE ist aus mei­ner Sicht nicht nötig gewe­sen. Der Zusam­men­bruch von Leh­man Bro­thers hat keine Kata­stro­phe aus­ge­löst. Ähnlich wäre es mit den bei­den ande­ren Insti­tu­ten gewe­sen. Bei uns aber wurde die Mög­lich­keit einer geplan­ten Insol­venz die­ser Insti­tute gar nicht geprüft. Dafür ist Peer Stein­brück haupt­ver­ant­wort­lich. Er und seine Arbeit kos­ten uns und unsere Kin­der Milliarden.

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September 20th, 2010 at 4:48 pm

Thilo Sarrazin: sein Werk, seine Prognosen und der eigentliche Skandal

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So wie man hier in der FAZ nach­le­sen kann, hat der gute Herr Sar­ra­zin selbst dafür gesorgt, dass seine Pro­gno­sen wahr werden:

” Statt­des­sen hat die vor­ge­zo­gene Ein­schu­lung allem Anschein nach einen hohen Tri­but gefor­dert. Allein im Schul­jahr 2008/2009 muss­ten in Ber­lin 4300 Kin­der die zweite Klasse wie­der­ho­len, das ist fast jeder sechste Schü­ler eines Jahrgangs.”

Ich hab über Sar­ra­zin ja schon­mal was geschrie­ben und ihn in einen Topf mit unse­rer Fami­li­en­mi­nis­te­rin Schröder/Köhler gewor­fen, das mag der Dame nicht gerecht zu wer­den, aber ist ja auch wurscht.

Ich geh jetzt auch nicht auf wei­te­ren Schrott an, den die­ser Faschist in sei­nem Pam­phlet ver­fasst hat, wie z.B /Zitat aus der FAZ).:

Sar­ra­zin schwebt dabei auch eine weit­ge­hende Ver­staat­li­chung des elter­li­chen Erzie­hungs­auf­trags vor: „Letzt­lich muss jedes Kind in jedem Alter wäh­rend der nor­ma­len Arbeits­zeit an Werk­ta­gen betreut wer­den“, schreibt er. „Wenn diese Zeit für eine ver­nünf­tige Erzie­hung, Bil­dungs­an­ge­bote und kon­krete Anfor­de­run­gen an die Kin­der genützt wird, ist dies der beste Bei­trag zur Chan­cen­gleich­heit für die Kin­der aus den unte­ren Schichten.“

Über Sar­ra­zin gibt es ja die unter­schied­lichs­ten Infor­ma­tio­nen; lus­tig bei Fefe, der sich mal mit sei­ner Frau beschäf­tigt hat. Ein beson­ders guter Arti­kel bei der Zeit ver­deut­licht aber das eigent­li­che Problem:

ZEIT ONLINE: In Deutsch­land tei­len einige Ihre Hal­tung. Aller­dings hieß es über Sar­ra­zin auch: End­lich sagt das mal jemand.



Wel­zer: Dass man Applaus bekommt, wenn man eine sol­che Mei­nung arti­ku­liert, ist bedenk­lich, und man muss sich damit beschäf­ti­gen. Der Fall Sar­ra­zin aber ist kein harm­lo­ser “Tabu­bruch”. Spä­tes­tens als das jüdi­sche Gen ins Spiel kam, war das Buch für mich nicht mehr dis­ku­ta­bel.  Man kann gerne über Migra­tion oder fehl­ge­lei­tete Inte­gra­ti­ons­po­li­tik dis­ku­tie­ren, sollte man auch, aber nicht anhand die­ses Akteurs und die­ses Buches. Das ist so, als dis­ku­tiere man plötz­lich mit Holo­caust­leug­nern oder Klimaskeptikern.


Genau das ist es! Lest den Arti­kel ganz durch. Ich meine, nächs­tes Jahr kommt die nächste unbe­zahl­bare Finanz­krise und damit der Pöbel sich nicht gegen die Ban­ken und Poli­ti­ker erhebt, wer­den jetzt schon ent­spre­chende Sün­den­bö­cke für das dumme Volk aus­ge­macht. Ich ver­su­che da mit ande­ren Leu­ten zu dis­ku­tie­ren, aber das wan­dert immer in eine Migra­ti­ons­de­batte ab und “das end­lich mal jemand dar­über spricht”. Ganz ehr­lich: das Thema emp­finde ich als “bespro­chen” seit vie­len Jah­ren und Jahr­zehn­ten. Ich weiss gar nicht, warum das sonst kei­ner mit­be­kom­men hat. Das ist doch nix Neues. Und da wird mei­ner Ansicht nach auch nichts ver­heim­licht oder nicht dis­ku­tiert. War immer Thema, ist immer Thema. Scheint aber eher so zu sein, dass — ähnlich den Bashings bei der Bahn — da auf einen Zug auf­ge­sprun­gen wird, die Leute kein Ver­trauen mehr in die Poli­tik haben und ihren Zorn an “Stell­ver­tre­tern” ablassen.

Ich befürchte, dass der Mob sich bald auch gewalt­sam gegen die Mus­lime erhebt. Der Sün­den­bock ist aus­ge­macht und wird nun wei­ter­kon­stru­iert. Gabs frü­her schon. Das klappt ja schon seit Jahrhunderten.

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September 14th, 2010 at 5:49 pm

#Alkoholverbote, Menschsein und Leistung: Neoliberalismus

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…nennt man sowas. Der Metro­naut fin­det hierzu def­tige Worte, denen ich mich voll anschlie­ßen möchte, Anlaß sind die immer wei­ter fort­schrei­ten­den Ver­bote in unse­rer Gesell­schaft, als neu­este Sau wird das Alko­hol­ver­bot durchs Dorf getrieben:

Ich will in so einer Gesell­schaft nicht leben. Denn diese Ideo­lo­gie ist para­dox. Einer­seits sol­len wir für uns voll­kom­men selbst ver­ant­wort­lich sein – und auf der ande­ren Seite wer­den uns zuneh­mend Dinge ver­bo­ten. Das hat mit Selbst­be­stim­mung und Selbst­ver­ant­wor­tung wenig zu tun. Wäh­rend wir unsern eige­nen Kör­per betref­fend eine angeb­li­che Ver­ant­wor­tung gegen­über Wirt­schaft und Gesell­schaft haben sol­len, näm­lich Pro­duk­ti­vi­tät und Leis­tungs­fä­hig­keit durch Gesund­heit, sehen sich eben jene uns gegen­über gar nicht in der Pflicht. Das zeigt nicht nur der Abbau des Sozi­al­staa­tes der letz­ten Jahre, son­dern auch eine stets geför­derte Unkul­tur des Gegen­ein­an­ders und der Konkurrenz.

Schöne neue Welt: In Zukunft mache ich mich straf­bar, wenn ich inner­halb von Knei­pen rau­che und außer­halb von ihnen Alko­hol trinke.
Aber, wenn ich krank bin, dann soll ich Kom­bi­prä­pa­rate schlu­cken, die meine Krank­heit über­tün­chen und meine Arbeits­fä­hig­keit vor­rü­ber­ge­hend wie­der­her­stel­len. Kein Bier mehr also beim Son­nen­un­ter­gang im Park, aber zuge­pumpt und leis­tungs­fä­hig auf der Arbeit. Und am Wochen­ende die ver­schleppte Krank­heit auskurieren.

Mir fällt dazu nicht mehr ein als: Ver­flei­ßigte Voll­kas­ko­ge­sell­schaft. Kapi­ta­lis­ti­sche Kackscheisse.

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August 11th, 2010 at 2:41 pm

#Googlebashing, #Street View: Hexenjagd und die Politik freut sich

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Oooh, jetzt regen sich wie­der alle mög­li­chen und unmög­li­chen Spackos auf. Wie in die­sem Bei­trag damals schon­mal zum Thema Goog­le­ba­shing beschrieben, ufert dies­mal die som­mer­loch­schwan­gere Medi­en­hetze gegen ein völ­lig unin­ter­es­san­tes und unver­hält­nis­mäs­si­ges Thema aus: da wer­den dann in “gut­bür­ger­li­chen” Stadt­vier­teln auch mal eben die Fah­rer der Google­wa­gen aus dem­sel­ben gezerrt und mit Alko­hol “beru­higt”, die Autos mit Mol­lies bewor­fen und angezündet:

Der PKW wurde ein­ge­kreist und ver­ein­zelt mit Stei­nen bewor­fen. Fah­rer und Kame­ra­mann wur­den her­aus­ge­zerrt und in einem nahe­ge­le­ge­nen Lokal mit Alko­ho­lika betäubt. Anschlie­ßend brannte das Auto aus. Unklar ist bis zur Stunde, warum das Fahr­zeug sich in unmit­tel­ba­rer Nähe der Pro­teste auf­ge­hal­ten hat. Der Säch­si­sche Daten­schutz­be­auf­tragte Andreas Schu­rig äußerte die Ver­mu­tung, dass das US-Unternehmen die Pro­tes­tie­ren­den hatte fil­men wol­len, um eine Störer-Datei anzu­le­gen. „Das ist schlim­mer als bei der Stasi“, sagte Schu­rig pro­vo­kant. Von der „Volks­in­itia­tive“, einer der Auf­ru­fer der Google-Proteste, wurde in einer Pres­se­er­klä­rung spe­ku­liert, dass Google „durch pro­vo­kan­tes Her­um­fah­ren Kra­walle pro­vo­zie­ren“ wolle.

Äh, wie bitte? Eine “Stö­rer Datei”? Ich könnte mich auf­re­gen. Da het­zen die Medien über ein Thema, was eigent­lich keine Sau inter­es­siert und die däm­li­chen Poli­ti­ker­büt­tel sal­ba­dern und freuen sich das Feind­bild “böses Inter­net” bis zu einer _hier wohl sehr ein­deu­tig damit vergleichbar_ Hexen­jagd zu pro­vo­zie­ren. Da wer­den wie­der dum­merte Infor­ma­tio­nen wie nutz­lose Wlan-Daten und der Begriff “Daten­krake” her­vor­ge­holt und

stän­dig,

stän­dig,

stän­dig

wie­der­holt, solange bis es auch der dümmste Voll­pfos­ten in sein tro­cke­nes Bröt­chen­hirn ver­pflanzt hat:

Google=Internet=mächtig Böse.

Zwi­schen­zeit­lich wer­den hin­ge­rich­tete schwan­gere afgha­ni­sche Frauen und arme umge­brachte afgha­ni­sche Kin­der durch die Medien gehetzt und die Som­mer­pause mit wei­te­ren Volks­ver­dum­mungs­pa­ro­len voll­ges­ab­belt, nur damit unsere Herr­scher­klasse mit ihrem Mist unver­hoh­len wei­ter­ma­chen darf und das däm­li­che Volk stürzt sich auf den zur Zeit pro­pa­gier­ten Volks­feind Google. Leute, seid ihr selbst­den­kende mün­dige Bür­ger oder was seid Ihr? Ein Glück, das die Kli­ma­an­la­gen bei der Bahn grade noch funktionieren.

Ach ja, in den Kom­men­ta­ren zum Elsäs­ser Blog hat jemand eine Begrün­dung gegen die Street­view Sache, Achtung:

Mir hat jemand gezwit­schert, dass Rating­agen­tu­ren Street­view nut­zen, um Daten­ban­ken über Wohn­ge­gen­den anzu­le­gen und diese an Dar­le­hens­ge­ber zu ver­kau­fen.
Da muss man nicht mal das Gerede über die vie­len leer ste­hen­den Grund­stü­cke in Ber­lin und woan­ders bemü­hen, oder, anders gesagt, das bekommt so neuen Auf­wind, kommt aus der Schmud­del­ecke raus.

Ach, das ist ja mal inter­es­sant: Natür­lich, ich kann mir den­ken, dass der Tou­rist Hei­del­berg nicht mehr besucht, wenn ihm klar wird, dass 95% die­ser Stadt stink­lang­wei­lig und genauso dröge aus­se­hen, wie der Rest in unse­rem Land. Aber mal ehr­lich: Dar­le­hens­ge­ber? Hallo? Wer sich mit sol­chen The­men befasst (also Kre­dite oder Immo­bi­li­en­werte), der braucht kein Google Street­view um zu ahnen, was sein Gegen­über für “Sol­ven­zen” besitzt. Meine Fresse ist das weit her­ge­holt. Und natür­lich hat dem jemand etwas “gezwit­schert”. Klar. Unser Insi­der hier kennt sich mit Twit­ter aus, also kennt er Web 2.0, aja, das ist doch das Ding, wo sich eine Rot­haarb­lo­gnase aus Ber­lin per Kauf­ver­trag mal eine Netz­ab­fuhr geholt hat. Dann muss das ja stim­men! Wobei ich dazu sagen muss, dass Lobos Widerspruch-Widerspruch ne lus­tige Sache ist. Dem werd ich mal grund­sätz­lich voll­kom­men zustimmen.

Trotz­dem: das ist ne miese Hexen­jagd und so lang­sam wird es pein­lich. Habt Ihr nix bes­se­res zu tun, woge­gen sich zu kämp­fen lohnt? Rente mit 70? Hartz IV Wohn­flä­chen redu­zie­ren? Koran­schrif­ten ver­bren­nen? Mit­tel­stand ver­nich­ten? Freie Mei­nungs­äu­ße­rung demon­tie­ren? Grund­rechte ein­schrän­ken? Oder sich über CDU Eich­be­amte die Bröt­chen klauen, erbösen?

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August 11th, 2010 at 2:12 pm

#Schweinegrippe: WHO erklärt die Pandemie für beendet

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Es ist ein arger Krampf: über den Kampf der Phar­ma­lobby inner­halb der kor­rup­ten WHO habe nicht nur ich ja letz­tes Jahr aus­führ­lich berich­tet, nun erklä­ren diese Leute die Schwei­ne­grippe als Pan­de­mie für been­det. In den Nach­rich­ten wur­den wie­der inter­pre­ta­tive Des­in­for­ma­tio­nen wie 18 Tau­send Tote usw. usf. an den kon­su­mie­ren­den Wunsch­bür­ger wei­ter­ge­ge­ben. Und so sieht es aus, wenn die Poli­tik meint sich auf ihre alt­ge­wohn­ten Pro­pa­gan­da­me­dien ver­las­sen zu kön­nen: das Impf­zeugs müs­sen nun die Län­der bezah­len und nicht die Kran­ken­kas­sen:

Doch was pas­siert jetzt mit den über­schüs­si­gen Impf­stoff­do­sen, die in den Lagern der deut­schen Bun­des­län­der auf ihren Ein­satz war­ten? Weil sich nur ein Bruch­teil der Bevöl­ke­rung imp­fen ließ (siehe Tabelle unten) dürf­ten noch rund 30 Mil­lio­nen Dosen übrig sein — auch wenn genaue Zah­len der­zeit schwer zu beschaf­fen sind.

Die Bun­des­län­der haben den Impf­stoff gekauft und befürch­ten, auf den Mil­lio­nen­kos­ten sit­zen zu blei­ben — weil die Kran­ken­kas­sen nur für tat­säch­lich geleis­tete Imp­fun­gen zahlen.
Na, ich sehe schon: künf­tig wer­den die Kran­ken­kas­sen eben ver­pflich­tet, auch für nicht ver­wen­dete Pharm­a­pro­dukte zu löh­nen. Das Gesund­heits­sys­tem ist sowieso kom­plett kaputt, was macht es da noch aus? War­ten wirs mal ab. Das würde aber pas­sen wie Arsch auf Eimer.

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August 11th, 2010 at 1:01 pm

#Zensursula, die #CDU und die #Freikirchen

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auf Tele­po­lis ist ein guter Arti­kel über die Ver­net­zung der Poli­tik mit der wach­sen­den Macht der Evan­ge­li­ka­len. Ein sehr ame­ri­ka­ni­scher Trend und mehr als bedenk­lich. Natür­lich sind diese Leute keine Ver­fas­sungs­feinde. Naja…

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August 3rd, 2010 at 9:38 am

#Kachelmann: Befangenheit im Spiel?

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Über das Law­blog kam ich zu die­sem Blog in dem sehr aus­führ­lich ein gewis­ser per­so­nel­ler und fami­liä­rer Zusam­men­hang des Rich­ters im Kachel­mann Pro­zeß, des Schwet­zin­ger Ober­bür­ger­meis­ters, der Freun­din von Kachel­mann und deren Ver­qui­ckun­gen berich­tet wird. Auch ent­spre­chende Fotos sind ver­linkt. Das ist äußerst inter­es­sant und wirft ein — für mich — völ­lig unbe­kann­tes Bild auf die Situa­tion. Ahnen konnte der unin­ter­es­sierte Nach­rich­ten­kon­su­ment das ja schon ein wenig. Jetzt war­ten wir ab, wie sich das wei­ter ent­wi­ckeln wird. Auf jeden Fall kann ich mir nun viel bes­ser erklä­ren, warum jemand Kachel­mann medial und wirt­schaft­lich kom­plett zer­stö­ren würde. Da haben sich sicher­lich einige Moti­va­to­ren gegen­sei­tig hoch­ge­schau­kelt: medi­en­geile Exfreun­din­nen, gran­diose Ver­wal­tungs­be­amte, kar­rie­re­süch­tige Staats­an­wälte, usw. usf. So was wird dann irgend­wann ein Selbst­läu­fer und die waren der Mei­nung, sie stün­den über dem Gesetz. Das per­fide war ja, dass die Medien Kachel­mann eben genau so dar­ge­stellt hat­ten: wie jemand der soo Groß war, das er sich wie­derum für über jedes Gesetz erha­ben gese­hen hat.

Um es, wie Rita Eva Nee­ser im oben genann­ten Blog zu sagen:

Da wer­den Wei­ber zu Hyä­nen Und trei­ben mit Ent­set­zen Scherz, Noch zuckend, mit des Pan­thers Zäh­nen, Zer­rei­ßen sie des Fein­des Herz. …

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Juli 29th, 2010 at 5:30 pm

#Loveparade: Protokoll des Wahnsinns

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An einem Punkt könnte sich das Mega-Event zum Tanz auf dem Draht­seil ent­wi­ckeln: In Duis­burg wer­den deut­lich mehr Raver erwar­tet, als auf das Güter­bahn­hofs­ge­lände pas­sen. Wäh­rend Sicher­heits­de­zer­nent Wolf­gang Rabe auf DerWesten-Anfrage von „eini­gen hun­dert­tau­send Men­schen“ spricht, die auf dem Gelände Platz haben, wird Kers­ten Satt­ler vom Ver­an­stal­ter Lopa­vent etwas kon­kre­ter: „400.000 bis 500.000 Men­schen“ könn­ten sich zeit­gleich auf der abge­sperr­ten Party-Fläche mit 230.000 Qua­drat­me­tern auf­hal­ten. Die kon­krete Zahl aus der Geneh­mi­gung der Stadt für die Love­pa­rade wollte Rabe aus ein­satz­tak­ti­schen Grün­den nicht nennen.

was hier bei die­sem Arti­kel zu Anfang eines lan­gen “Pro­to­kolls” beginnt, bei Kom­men­ta­ren wie diesen

Das schlimme an die­ser Geschichte ist doch, daß man anschlie­ßend diese orga­ni­sa­to­ri­schen Voll­idio­ten noch nicht­mals zur Ver­ant­wor­tung wird zie­hen kön­nen.
Was die da machen, ist höchst­gra­dig kri­mi­nell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Aus­deh­nung. Wohin soll sich diese Masse an Men­schen aus­deh­nen, wenn was schief geht, und Panik aus­bricht?
Gruß

#7 von volt­ago , am 20.07.2010 um 19:36
bereits vier (!) Tage vor dem Unglück deut­lich wird, endet dann, nach 91 Kom­men­ta­ren hiermit:

10 men­schen tot schon ojeeee ojeee

#91 von HIFI , am 24.07.2010 um 18:04
Lest Euch den Arti­kel mit allen Kom­men­ta­ren gut durch. Wer danach meint, es gäbe nur einen Schul­di­gen, näm­lich den Ver­an­stal­ter, dem ist auch nicht mehr zu hel­fen. Und mein Bauch sagt mir, dass der oben bereits zitierte Satz des Sicher­heits­ver­ant­wort­li­chen Rabe:
Die kon­krete Zahl aus der Geneh­mi­gung der Stadt für die Love­pa­rade wollte Rabe aus ein­satz­tak­ti­schen Grün­den nicht nennen.
nur ver­tu­schen soll, dass die erst kurz vor dem Event aus­ge­stellte Geneh­mi­gung von maxi­mal 250 Tau­send Besu­chern aus­ging! Selbst­ver­ständ­lich liegt die Ver­ant­wor­tung auch bei den Stadt.



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Juli 29th, 2010 at 11:28 am