Wie der Herr so´s G´scherr. Der “Evolutionär” da oben ist übrigens Vater vom “Bahnhofsexperten”-Grünen (*lauter Lacher*) Boris Palmer.
eigentlich war ich immer unpolitisch
Wie der Herr so´s G´scherr. Der “Evolutionär” da oben ist übrigens Vater vom “Bahnhofsexperten”-Grünen (*lauter Lacher*) Boris Palmer.
Ausgerechnet Guttenberg, der bislang nur für Vorstöße zur Einschränkung der Netzfreiheit zu haben war, und auch das augenscheinlich nicht aufgrund von Sachkompetenz, sondern von Opportunismus, soll nun qualifiziert sein, sich für das Netz als Freiheitswerkzeug in Unterdrücker-Regimes einzusetzen? Kommissarin Kroes erklärte fast entschuldigend, sie brauche ja “Talente, keine Heiligen”.
Bleibt die Frage: Talent wozu?
Absurdität hat eine neue Dimension erreicht. Nicht nur, dass man KTFVUZG damals per “Schwarmintelligenz” völlig demontiert hat, nein, er hat sich durch seine “starke Hand”-Äußerung und sein — nun auch aussenwirksames — unsympathisches Auftreten (damals war es nur Schmiere im Haar, heute wirkt der ganze Kerl “gefallen”) — für mich — soweit ins rechte Lager versetzt, dass mir schon fast Angst und Bange wird bei all dem “Wahrnehmungswirksamen” Auftreten und dem damit zusammenhängenden öffentlichen Eindruck und Erfolg.
Es sollte mittlerweile eindeutig sein, dass Guttenberg, nachdem er Mist als Wirtschaftsminister (Externe Fachleute bewerten Inhalte ministeriumsfremder Sachverhalte), als Verteidigungsminister (Bild-Skandal der Gorch-Fock, Bombenangriff auf Zivilisten) und vor allem aus seinem privaten Umfeld (geklaute Doktorarbeit), egal für was, inkompetent ist. Das Dumme ist nur, dass währenddessen sich dieser Typ nun in der Bundespolitik nicht mehr blicken lassen kann, er es geschafft hat über die Europaschiene wieder reinzukommen. Das Erschreckende ist: da hat er noch mehr Machteinfluß!
Begonnen hat die ganze Sache “Cause Guttenberg” damals ja mit seinen Anfechtungen der Netzgemeinde gegen die Zensurgesetze (suche hier im Blog oder im oben verlinkten FAZ-Artikel). Da verhöhnte er schon — wahrnehmungskonform — den Unsinn der Zensurgesetze GEGEN Kinderpornographie mit dem Vorwurf ausgerechnet diese Leute würden den “Sachverhalt Kinderpornographie” VERHINDERN, bzw. GUTHEISSEN!
Das tat er wohl wissend, dass er eine Lüge verbreitete.
Ich frage mich: was ist denn nun, wenn ausgerechnet solch ein “Hundsfott” im Themenbereich “Internetfreiheit” schalmeien darf? Da hat man doch mutwillig den Bock zum Gärtner gemacht! Das ist doch eine offene Kriegserklärung an die Netzgemeinde! Das ist so unglaublich absurd!
Edit: Die Dame, die sich öffentlich für Guttenberg als “Talent” einsetzt, hat ein Blog. Liest sich inkl. der Kommentare ganz interessant.
Die Bürger Baden-Württembergs haben gewählt. Wir können froh sein, immerhin gab es nur eine klitzekleine Randale am Stuttgarter Bahnhof, was da wohl los gewesen wäre, wenn Mappus noch ein paar Stimmen mehr bekommen hätte. Ich will ja gern an ein vor Japan noch angedachtes Schwarz-Rot im Ländle glauben, aber das scheint nun alles vorbei zu sein. Feynsinn hat es gut erklärt:
Mein Pustefix reicht aus für eine mehrstündige Rede und zwei Dutzend Interviews. Fragen Sie, was Sie wollen, wir haben immer recht, wir haben immer Erfolg, und wenn sich der politische Konkurs so gar nicht mehr verschleppen lässt, sind die widrigen Umstände daran schuld. Wir wissen alle, dass die anderen auch nicht besser sind und warten einfach ab, bis die Wähler von den anderen so angeekelt sind, dass sie wieder uns wählen. Bis dahin halten wir obszön dotierte Vorträge und sammeln Parteispenden. In der bittersten Not schmeckt der teure alte Wein auch ohne Regierungsamt oder Abgeordnetenstatus.
Zwischenzeitlich ist der Multiplikator Gandolf Stocker zurückgetreten, die Wahlkampfpropaganda der Grünen wird medial auf einmal auch thematisiert, und der Bundesverkehrsminister bietet schonmal eine elegante Steilvorlage für den neuen MP Kretschmann an: zum einen dürfen die Grünen jetzt Gas geben, weil sonst die ganze Kohle weg ist, zum andern dürfen sie sich — um bei Feynsinns Worten zu bleiben — mit den “widrigen Umständen” der Vorgänger herauslavieren. Read the rest of this entry »
Ich habe mich kaputtgelacht. Einfach wunderbar! Nachzulesen hier, ich hoffe die FAZ nimmt es mir nicht übel. Harald Schmidt äußert sich in einem Interview mit der FAZ auf seine unachahmliche Art und Weise über den Süden, bzw. Baden-Württemberg, dem Wesen Stuttgarts und der Schwaben. Niemals verliert er den Blick auf die harte Realität und dem Umgang der Menschen damit. Seien es nun Kuchen mit Sahne essende Wutbürger vor oder nach der Demonstration, oder der Abgleich eines glücklichen Günter Oettinger mit einem tragischen Stefan Mappus.
Demut vor den Realitäten und trotzdem oder gerade deswegen Spass und Humor kultivieren. Von dem Mann können sich viele bärbeissige Spaßbremsen mal eine dicke Scheibe abschneiden.
Wenn ich mir in Stuttgart die sozialen Brennpunkte anschaue — das ist in Köln oberer Mittelstand.
[…]
Wenn uns da der Ruhrpottarbeiter geschildert wurde, in der Schule, im Drittweltunterricht oder so, da wusste man gar nicht, was damit gemeint ist. Denn man fuhr ja Benz, man hatte zwei Häuser, man hatte Grundstücke. Man musste auch am Wochenende 400 Kirschbäume abernten, sinnlos, aber die hatte man halt. Übrigens häufige Todesursache in der Ecke: vom Kirschbaum gfalla.
Gestern bekam ich eine sogenannte Kettenbrief-Email. Da ging es mal wieder um die Benzinkosten und wie man die “Ölmultis” dazu zwingen könnte die Preise runterzufahren. Ich hab die Email natürlich nicht weitergeleitet, aber mir ist irgendwie eine Parallelität zur aktuellen “Causa-Guttenberg”-Debatte — vornehmlich im Internet und mal kurz im Bundestag aufgefallen:
Jetzt hat der Spiegelfechter, Jens Berger, in einem aktuellen Artikel dargestellt, dass es — mal wieder — ein Skandal sei, dass das Verteidigungsministerium über BILD und Bild am Sonntag (aka Springer-Verlag) Werbeanzeigen für die Bundeswehr schalten wolle. Jens Berger — und mittlerweile die Welle der Netzempörung — betrachten dies — wie vieles andere — als erneuten skandalösen Beweis für
Unredlichkeiten, Korruptionen, Berlusconisierungen,
und was nicht alles. Diesmal muss…es…doch…einfach…klappen…mit…dem…Skandal! Read the rest of this entry »
Während sich alle Welt noch über die unwichtigen Dinge des Lebens aufregt, fällt ganz nebenbei eine Meldung auf, die es in sich hat:
Kairo hat offenbar der Durchfahrt zweier iranischer Kriegsschiffe durch den Suezkanal Richtung Mittelmeer zugestimmt. Ein entsprechender Antrag Irans sei genehmigt worden, verlautete am Freitag aus Armeekreisen.
Was das bedeutet kann man sich denken:
Aus israelischen Sicherheitskreisen heißt es: “Israel wird wissen, damit umzugehen”.
Die Finanzmärkte reagieren — ganz überraschend für den verständigen Weltbürger der noch dem blaugeblütgem Adel wütend entgegenschwelgt — bereits auf dieses Thema: der Erdölpreis steigt.
Mich beunruhigt, dass ein agyptisches Militär gegenüber Israel nach Mubaraks Rücktritt die Chuzpe hat und tatsächlich dem Iran dort die Durchfahrt gewährt. Ich kenne mich da nicht aus, aber ich kann mir vorstellen, dass Israel aus Sicherheitsgründen nicht lange fackeln wird um einen stabilen Status Quo wiederherzustellen.
Das benachbarte Libyen wird nicht demokratisch werden. Das glaube ich nicht, weil Ghaddafi mit Mubarak und Libyen mit Ägypten nicht zu vergleichen sind.
Mubarak war stets Dienstleister der westlichen Mächte, ein klassischer nützlicher Diktator, während dessen Ghaddafi es geschafft hat die Gunst des Bildes vom Islamismus seit dem 11. September 2001 für sich zu nutzen. Er hat sich nie mehr so geöffnet wie noch in den 70er Jahren (als ich dort zur Schule ging), aber er hat zumindest den Anschein erweckt, ein dem Westen wenigstens lauschendes System zu sein.
Ghaddafi bot kreative Möglichkeiten für beide, einmal für Islamisten, ein andern mal für die Amerikaner und ihre Gesinnungsgenossen. Mubaraks Nachteil war die strategische Lage seines Landes, der Nähe zu Israel und dem Suezkanal. Ghaddafis Libyen bot Erdölquellen und den einen oder anderen Milliardenauftrag für die westliche (ja deutsche) Wirtschaft.
Es stellen sich nun zwei wichtige Fragen:
Den Menschen in Libyen “geht es gut”, um es mal “vorsichtig” und völlig politisch unkorrekt auszudrücken. Warum sollte das Volk in seiner Mehrzahl darauf bestehen sich in der Reihe der armen arbeitslosen ausgebeuteten Nachbarn anzustellen und in absehbarer Zeit auf Lampedusa anzukommen?
Hoffentlich gibt es einen schnellen Frieden. Solange wir von dort noch Ressourcen benötigen, wird dieser Standort immer durch den Westen kontrolliert werden.
Tja, was ist das eigentlich? So eine Doktorarbeit? Wenn man mal den interessanten Teil aus der Wiki anschaut:
Für Gliederung, Zitate anderer Arbeiten und den formalen Nachweis der Selbständigkeit sind gewisse Formen üblich oder in der Promotionsordnung der Fakultät bzw. des Fachbereichs vorgeschrieben. Betrug (etwa durch Hinzuziehung eines Ghostwriters), ein nachgewiesenes Plagiat oder die auszugsweise Übernahme fremder Texte ohne Quellenangabe kann auch noch im Nachhinein zur Aberkennung des Doktorgrades und ggf. zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.
wird klar worum es mal grundsätzlich geht:
“(1) Die Dissertation muß eine selbständige wissenschaftliche Leistung darstellen und zur
Lösung wissenschaftlicher Fragen beitragen. Sie soll zu neuen wissenschaftlichen
Erkenntnissen führen. Die Arbeit wird in der Regel von einer prüfungsberechtigten Person
betreut (Doktoranden– Verhältnis).”“Die benutzte Literatur und sonstige Hilfsquellen sind vollständig anzugeben; wörtlich oder nahezu wörtlich dem Schrifttum entnommene Stellen sind kenntlich zu machen.”
Bisher noch ohne Nachweis, aber interessant folgender Hinweis in diesem Forum:
Da er offenbar alle Texte im Literaturverzeichnis angegeben hat, wird das vermutlich als Ungenauigkeit durchgehen,
Aktuell wird unser Verteidigungsminister hämisch gebasht weil er wohl eine ganze Menge Text von anderen Verfassern verwendet haben soll, ohne diese als solche zu zitieren.
Während dessen die heulende Horde sich noch echauffiert, dass er “abgeschrieben” hat, haben zumindest einige soviel Restverstand, dass sie auf den kleinen Umstand “ohne zu zitieren” noch ein wenig hinweisen.
Man sollte also erst mal ein wenig heiße Luft aus der Hysterie herausnehmen und einfach mal verstehen, dass in Doktor– und Diplomarbeiten selbstverständlich abgeschrieben wird und das nicht mal allzu knapp. Bei manchen Doktorvätern steht und fällt die Note nämlich auch mit der Anzahl der Quellen die zitiert werden. Je weniger Quellmaterial der Doktorand verwendet, je weniger umfangreich war sein “Weg durch die wissenschaftliche Literatur”. Read the rest of this entry »
…Ägypter? Von 40 auf 80 Millionen in einer Generation gewachsen und schon lange enttäuscht von der eigenen Zukunft und Gegenwart. Die Tunesier haben es vorgemacht und wandern nun zu hunderten nach Lampedusa aus.
Ich bin gespannt auf die Finanzierung dieser Leute, die uns den Suezkanal für unser Erdöl freihalten sollen und auch nicht gegen Israel anstinken dürfen. Da ist die westliche Politik wirklich in der Bredouille aber ich vertraue auf die kapitalistische Kreativität.
Denn wenn denen nicht gelingt, die da unten bei der Stange zu halten, kommen die Radikalislamisten und ernten ab. Oder vielleicht ändert sich ja grundsätzlich mal was.
Der Artikel hier klingt ein wenig nach Satire. Soll er auch.
Bei sowas hier bekomme ich reflexartige Misstrauensschübe. Warum? Weil mir ein Jens Berger vom Spiegelfechter, eine Nachdenkseite oder sonst noch einer des “Eingeschränkten Bieterkreises” nicht weismachen können, dass es ihnen nicht hauptsächlich nur um ihre eigene Kohle geht.
Ich finde es nicht verwerflich, wenn das einer von denen wegen eigener finanzieller Möglichkeiten machen muss, aber ich finde es zum kotzen unglaubwürdig, wenn eine moralische Verantwortung als Begründung vorgeschoben wird.
Nur weil sich der moralisch-virtuell-mehrheitliche Zeitgeist dort wiederfindet und er auch entsprechend bedient wird, erkenne ich noch lange keine Eigeninteressen die über Einfluß, Macht und Kohle hinausgehen.
Blogs sind ein großes Thema zur Zeit und der scheinbare Niedergang der Medien verführt den einen oder anderen dazu, anzunehmen, dass vielgelesene Blogs eine Alternative währen, die an der Gesellschaft was ändern würden.
Die Gesellschaft ändert sich auch wegen und mit den Blogs, aber nicht ursächlich weil da ein paar schlaue Heilsbringer ihre kreativen Arme ausstrecken um das arme suchende Volk ins Paradies zu führen. Da strecken ein paar schlaue Heilsbringer ihre Arme nach ganz anderen, schnöden, handfesten Dingen aus.
Dass die dann ausgerechnet eine Huffington Post als leuchtendes Beispiel vortragen, macht deren offenbare Bewunderung der Kohle, die man mit “sowas” verdienen kann noch ein wenig deutlicher. Das bei SF genannte, als neue Erfindung erscheinende “huch, wir könnten uns ja gegenseitig” Verlinken ist ein weiteres schlechtes Beispiel, wie Glaubwürdigkeit nach hinten losgehen kann: es ist ja mitunter die Natur des Blogs bzw. der Kommentatoren durch schnödes querverlinken Umleitungen auf die eigenen Seiten zu erzeugen — wohl in der Hoffnung, den eigenen Traffic zu erhöhen. Das im Internet Blogs durch Hörensagen empfohlen werden wäre mir sehr neu.
Es ist noch gar nicht so lange her, da schufen ein paar Alphas ein “Internet Manifest” und da schau her, wie schnell war die Blogosphäre aufgescheucht, dass ein paar Auserwählte sich erlaubten den fetten virtuellen Kuchen im Namen aller selbst einzustecken. Der virtuellen Aufmerksamkeit hat es nicht geschadet und (nur ein Beispiel) ein rotschopfiger Sascha Lobo mag sich bei so manchen bis zum jüngsten Tag komplett unglaubwürdig gemacht zu haben, aber er schreibt derweilen nette Büchlein auf unmodernem Papier und wird alle naslang pekuniär untermauert zum einen oder anderen Interview gebeten. Auch so etwas wie die Netzpolitik.org ist mittlerweile — ganz unzeitgemäß — “etabliert” wie man so schön sagt und während ich dort noch Glaubwürdigkeit erkenne, ganz einfach weil es eine hochspezielle Sparte ist, fallen andere Blogkollegen, die sich der “politischen” Themenfindung verschrieben haben bei gleichem Anspruch durchs Netz der Anerkennung.
Da ist mir ein ehrlicher Spendenaufruf noch allemal am liebsten.
Mein Zitat aus diesem Blogeintrag gilt heute übrigens überhaupt nicht mehr:
Lasst uns – verdammt noch mal – wenigstens jetzt – zusammenhalten. Hört auf Euch/uns gegenseitig zu schwächen und uns „für die“ lächerlich zu machen. Gebt „denen“ nicht den ernüchternden Einblick „denen geht es auch nur ums Geld“. (…)…gerade jetzt ein ganz schlechter Zeitpunkt. Und wenn Eure Motivation Dinge zu schreiben und zu offenbaren zu sehr mit dem Zwang damit Geld zu verdienen zusammenhängt, dann lasst es besser bleiben, denn dann korrumpiert Ihr die Idee und die Kraft die hinter diesem Weg in die Öffentlichkeit treten zu können steckt.
Warum? Weil der Mensch nur Brot und Spiele braucht. Und mehr wohl auch gar nicht will. Zumindest nicht der “relevante” Anteil der Bevölkerung. Aber solange “relevante” Blogger (ja noch nichtmal in ausreichender Tiefenschärfe) dröge meckern, kotzen, klagen und Häme über andere ergiessen und Sammelbecken der Enttäuschten (von der Welt oder von den eigenen Fähigkeiten) sind und das nur dazu führt, dass Google-Ads den einen oder anderen Euro bei besagtem Blogger klingeln lässt oder er künftig im ZDF als “Experte” für frische Einschaltquote sorgt, solange können die mich alle mal an meinem virtuellen Arsch lecken.