alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

#Heidelberg: Wohnen ohne Telefon, die Fortsetzung

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Ges­tern schrieb ich über die lus­tige Epicfail-Maßnahme in einem Hei­del­ber­ger Bau­ge­biet, das bei 103 (!) Bau­grund­stü­cken und 23 Gewer­be­grund­stü­cken (!!) ohne Tele­kom­lei­tun­gen fer­tig­ge­stellt wurde.

Heute steht eine Fort­set­zung in der Zei­tung, die nur neben­bei äußert, dass die Tele­kom sich über die Stadt wun­dert, denn immer­hin sei seit zwei Jah­ren klar, dass dort keine Lei­tun­gen ver­legt wären.

Es scheint, meine Worst-Case-Annahme stimmt: das hat die Stadt ver­geigt. Ich frage mich: wie konn­ten das die Ver­ant­wort­li­chen ent­schei­den und dabei die poli­ti­schen Kon­se­quen­zen über­se­hen. Ist das noch eine Lei­che im Kel­ler des ehe­ma­li­gen Baubürgermeisters?

Update: Ach, ich sollte mir ange­wöh­nen auch den Mann­hei­mer Mor­gen zu recher­chie­ren, die sind wie immer deut­lich aus­sa­ge­fä­hi­ger als die RNZ Leute:

…“Die Tele­kom wollte das Neu­bau­ge­biet ‚Im Bieth’ wie üblich mit Tele­fon­an­schlüs­sen ver­sor­gen”, sagt Pres­se­spre­che­rin Cor­de­lia Hil­ler. “Jedoch konn­ten wir uns lei­der mit dem Erschlie­ßungs­un­ter­neh­men nicht eini­gen.” Würz­ner ver­mu­tet dage­gen als Grund, dass die Tele­kom die Kos­ten scheut, die das Kabel zie­hen ver­ur­sa­chen würde: “Man zögert die Inves­ti­tion so lange wie mög­lich hin­aus.” Denn jeder Anwoh­ner, der neu hin­zu­kommt, und bei der Tele­kom einen Ver­trag unter­schreibt, macht den Anschluss für den Kon­zern profitabler.”

Ent­schul­di­gung, aber das glaube ich nicht! Die Kos­ten für die Tele­kom­lei­tun­gen sind sicher Bestand­teil der Erschlie­ßungs­maß­nahme, die von allen Grund­stücks­ei­gen­tü­mern, die die Maß­nahme letzt­end­lich bis auf jeden Pfen­nig bezah­len, per Ver­trag akzep­tiert wer­den muss. Des­we­gen ist es auch schnurz ob da spä­ter tat­säch­lich jemand einen Anschluß bekom­men will. Die Kabel wer­den gelegt und bezahlt. Punkt!

Wahr­schein­lich sind die Kos­ten der Erschlie­ßung aber zu hoch und somit poli­tisch bei den Betrof­fe­nen nicht rea­li­sier­bar gewe­sen. Betrach­tet man mal die Zah­len (21,5 Hektar) so sind, inso­fern die Anga­ben aus dem mor­gen­web stim­men, von der Stadt ca. 80 Euro pro Qua­drat­me­ter inves­tiert wor­den (falls der ganze Grund der Stadt gehört haben sollte, was ich nicht weiß). Ich glaube nicht, dass sol­che Kos­ten in Hei­del­berg rea­li­sier­bar sind. Ich schätze eher mal min­des­tens 100–115 Euro pro Qua­drat­me­ter (das wären zumin­dest schwä­bi­sche Zah­len des Jah­res 2008). Hier ist also schon­mal eine wahr­schein­lich poli­tisch oder tat­säch­lich amts­in­tern moti­vierte — Unter­kal­ku­la­tion inter­pre­tier­bar. Und wenn in der Kos­ten– und Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung des Erschlie­ßungs­trä­gers mit den Eigen­tü­mern zu wenig, oder keine Kos­ten für Tele­kom­lei­tun­gen auf­ge­nom­men wur­den, dann ist das ein Feh­ler der Leute, die diese Zah­len durch­ge­wun­ken haben. Erst recht, wenn die damals “ange­nom­men haben”, die Tele­kom lie­fere die Lei­tun­gen — aus wel­chem juris­ti­schen Umstand auch immer — umsonst und “jemand” hat ver­säumt hierzu etwas in den Erschlie­ßungs­trä­ger­ver­trag zu schreiben.

Und falls die Tele­kom­the­ma­tik tat­säch­lich im Erschlie­ßungs­ver­trag bedacht, mit den Betei­lig­ten koor­di­niert und fest­ge­legt wurde und die Tele­kom und der Erschlie­ßungs­trä­ger den Sta­tus Quo (“Keine Kabel zum Bau­ende”) durch Frei­gabe der Schluß­ab­rech­nung der Maß­nahme (durch den Erschlie­ßungs­trä­ger und das Tief­bau­amt) fest­ge­legt haben, ist es den­noch die Schuld des Bau­her­ren (der Stadt)! Und dann soll­ten die jetzt nicht empört tun, son­dern offen sagen “Ja! Wir haben das Ding fer­tig­ge­stellt und die Tele­kom wollte nicht! Und wir wuss­ten das, als wir Euch die Grund­stü­cke ver­kauft haben!“

Written by admin

Juli 13th, 2010 at 10:28 am

2 Responses to '#Heidelberg: Wohnen ohne Telefon, die Fortsetzung'

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  1. Betrug an jun­gen Fami­lien im Neu­bau­ge­biet „Im Bieth“ in Hei­del­berg –Kirch­heim !!!
    Die große Über­ra­schung nach dem Erwerb eines Grund­stü­ckes: astro­no­mi­sche Erschlie­ßungs­kos­ten und feh­lende Anschlüsse

    Hallo,
    ich möchte noch über ein paar inter­es­sante Details zu der Hor­ror­pla­nung im Neu­bau­ge­biet „im Bieth” in Hei­del­berg infor­mie­ren und von mei­ner tie­fen Ent­täu­schung über die Bau­po­li­tik der Stadt Hei­del­berg berichten.

    Seit eini­ger Zeit schie­ben sich Tele­kom und die Stadt Hei­del­berg gegen­sei­tig die Schuld für die nicht ver­leg­ten Tele­fon­an­schlüsse zu. Ich möchte nicht dar­über urtei­len, wer hier die Schuld dafür trägt. Fakt ist aus mei­ner Sicht, dass die Stadt Hei­del­berg die Bür­ger in gro­ßem Maße betro­gen hat.

    In Hei­del­berg Kirch­heim wurde 2009 das Neu­bau­ge­biet “Im Bieth” erschlos­sen. Es sollte laut Aus­sage auf der offi­zi­el­len Home­page der Stadt Hei­del­berg “Raum für Fami­lien” bie­ten. Ende letz­ten Jah­res erwarb ich dort ein Grund­stück, um mir mit mei­ner Fami­lie eine Zukunft in mei­ner Hei­mat­stadt Hei­del­berg auf­zu­bauen. Ein eige­nes Grund­stück und spä­ter ein Haus…eine ein­ma­lige Inves­ti­tion im Leben.

    Wie bei fast jedem Grund­stücks­kauf eines neu erschlos­se­nen Gebie­tes, ori­en­tierte ich mich bezüg­lich der Erschlie­ßungs­kos­ten an gül­ti­gen Richt­wer­ten und den Kos­ten umlie­gen­der und zuletzt erschlos­se­ner Neu­bau­ge­biete, so bei­spiels­weise Hei­del­berg Kirch­heim „am Dorf” (ca. 80 Euro pro Qua­drat­me­ter). Auf­grund der nach­hal­ti­gen umwelt­be­wuss­ten Pla­nung und umfang­rei­cher Recher­che mei­ner­seits wurde mir von öffent­li­chen Stel­len der Stadt Hei­del­berg wie auch von eini­gen Immo­bi­li­en­mak­lern ange­ra­ten, mit einem höhe­ren Betrag von maxi­mal 110 Euro pro Qua­drat­me­ter zu rech­nen– ein Betrag, der mir eben­falls von ande­ren Betrof­fe­nen, oder sollte ich eher Opfern sagen, bestä­tigt wurde. Sie beka­men alle­samt ähnli­che Richt­werte genannt.

    Doch dann der erste Schock: Nach­dem sich die Stadt nun mona­te­lang zum Thema Erschlie­ßung­kos­ten in Schwei­gen hüllte und ich immer noch keine Rech­nung erhielt, musst ich in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 6. Mai lesen, dass die Erschlie­ßungs­kos­ten „Im Bieth” laut Bernd Sta­del sich auf 165 Euro pro Qua­drat­me­ter belau­fen. Ich war völ­lig scho­ckiert. Das ent­behrt jedem Ver­gleich. Noch nie waren mir Anschluss­preise in die­ser Grö­ßen­ord­nung bekannt und ich habe sehr lange dies­be­züg­lich recher­chiert. Für die­sen Betrag erhält man ja in umlie­gen­den Gebie­ten das Grund­stück inklu­sive der Erschließungskosten.

    Dar­auf­hin rich­tete ich mich mit einem Brief an den Ober­bür­ger­meis­ter und wurde an den Bau­bür­ger­meis­ter Bernd Sta­del ver­wie­sen. Die­ser ant­wor­tete mir in einem lan­gen Brief, der unterm Strich keine kon­krete Aus­sage ent­hielt, son­der nur eine for­male Erklä­rung über die all­ge­meine Zusam­men­stel­lung von Erschlie­ßungs­kos­ten überhaupt.Von dem Betrag „165 Euro pro Qua­drat­me­ter” wisse man nichts und man ver­wieß mich an eine andere Stelle, an der ich mich bzgl. der kon­kre­ten Erschlie­ßungs­kos­ten „im Bieth” infor­mie­ren könne. Nach dem ich dort ange­ru­fen hatte, bekam ich per Email ein Aus­kunft mit 4 gro­ben Beträ­gen und der Aus­sage: “…im wei­te­ren Sinne 155 Euro”??? Na ja, das ist nicht gerade viel weni­ger. Für was denn Bit­te­schön die­ser hohe Betrag?? Für die wahn­sin­nig tolle Erschlie­ßung, bei der die Bür­ger nicht ein­mal mit einem Tele­fon­an­schluss ver­sorgt wur­den? Wie kann ein sol­cher Betrag gerecht­fer­tigt wer­den? Man könnte mei­nen, die Stra­ßen seien ver­gol­det worden.

    Ich habe ein Grund­stück erwor­ben und bin nun dazu ver­pflich­tet Erschlie­ßungs­kos­ten zu zah­len, die jede Dimen­sion spren­gen. Habe ich etwa die Katze im Sack gekauft? Anschei­nend wurde hier von der Stadt Hei­del­berg wahl­los inves­tiert und das Geld jun­ger Fami­lien mit vol­len Hän­den zum Fens­ter rausgeworfen.

    Genau dies war ja auch der Grund für die Tele­kom ihren Anschluss eben nicht in die wahsin­nig über­teu­er­ten Grä­ben der Stadt Hei­del­berg zu legen. Das von der Stadt Hei­del­berg beauf­tragte Gene­ral­un­ter­neh­men ver­an­schlagte laut Tele­kom einen viel zu hohen Betrag für die Kabel­ver­le­gung. Bei die­sen über­ir­di­schen Erschlie­ßungs­kos­ten wur­den wohl so einige Beträge viel zu hoch ver­an­schlagt. Die Stadt Hei­del­berg wäscht ihre Hände natür­lich in Unschuld.….das gibt es doch nicht!! Selbst die Tele­kom wun­dert sich über die Stadt, denn immer­hin ist seit zwei Jah­ren klar, dass dort keine Lei­tun­gen ver­legt sind.

    Hier wur­den von jun­gen Fami­lien Grund­stü­cke erwor­ben und diese Men­schen wer­den jetzt ohne schlech­tes Gewis­sen zur Kasse gebe­ten, nur weil wahr­schein­lich kom­plett fehl­in­ves­tiert und fehl­fi­nan­ziert wurde. An ande­rer Stelle steckt die Stadt Hei­del­berg Mil­lio­nen in sinn­lose Stadt­hal­len­er­wei­te­rung und Tunnelunterführung.

    Ich weiß wirk­lich nicht wie ich Erschlie­ßungs­kos­ten in galak­ti­scher Höhe, die mir nun von der Stadt Hei­del­berg auf­ge­brummt wer­den, finan­zie­ren soll, da dies mit Abstand den Rah­men jeder Erwar­tung spren­gen würde. Wie soll man in so einem Fall das Ver­trauen in die Stadt Hei­del­berg nicht ver­lie­ren? Wie sol­len sich junge Fami­lien eine Zukunft auf­bauen kön­nen, wenn sie der­ma­ßen abge­zockt wer­den? Ich fühle mich als Bür­ger von der Stadt Hei­del­berg betro­gen und über den Tisch gezogen.

    Viel­leicht kön­nen sie ja dar­über berich­ten, alleine schon um andere junge Fami­lien zu war­nen, vor­sich­tig zu inves­tie­ren, denn anschei­nend kann man der Stadt Hei­del­berg nicht ver­trauen, auch wenn diese nun ver­sucht, die Schuld auf die Tele­kom zu schieben.

    Fazit ist, dass Erschlie­ßungs­kos­ten, die ein­zig­ar­tig hoch sind, von Fami­lien getra­gen wer­den müs­sen, die nicht ein­mal mit Tele­fon­an­schlüs­sen ver­sorgt wur­den. Also nicht nur dass die Tele­fon­lei­tun­gen ver­ges­sen wur­den ist bun­des­weit wirk­lich einzigartig…auch Erschlie­ßungs­kos­ten, die plötz­lich in astroni­mi­sche Höhen schie­ßen, nach­dem die Grund­stü­cke guten Gewis­sens von Fami­lien gekauft wur­den, ist mei­ner Mei­nung nach ein­zig­ar­tig und eine boden­lose Frechheit.

    anonym

    19 Jul 10 at 20:23

  2. Wann wachen die Regie­run­gen end­lich auf? Jedes Jahr kom­men die Hoch­was­ser, die extre­men Stürme, etc. In was für eine Welt haben wir unsere Kin­der gesetzt? Wacht end­lich auf und tut was gegen die Umwelt­ver­schmut­zung — und zwar richtig.

    Erich Bussani

    10 Aug 10 at 09:22

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