Soo…na, Blizzard, das Unternehmen das mit World of Warcraft seit Jahren Millionen von Spielern in seinen Bann zieht (mich selbstverständlich nicht, ich bin gänzlich ohne jegliche Spielerfahrung “groß geworden”…BWAHA!) hat ja schon immer eine eher lässige Philosophie mit dem Datenschutz gehabt. Da wurde zum Beispiel mal die Einsehbarkeit des heimischen Computers in Frage gestellt.
Nun aktuell will Blizzard es den Spielern ermöglichen, die öffentlichen Foren nicht nur mit den Chars der Spieler freizuschalten, sondern auch mit den Realnames, also den echten Namen der Spieler dahinter. Lustig wird das dann, wenn man sich der relativ neuen Funktion des Arsenals bedient, einem RSS-Feed-fähigen Aktivitätslog.
Dann ist´s aus mit dem Krankenstand am blauen Montag, wenn der Chef mit einem Klick sehen kann, dass sein Mitarbeiter bis morgens um vier gedaddelt hat. Interessant ist die Funktion natürlich um, ähnlich wie gute Listen bei Twitter, herauszufinden welches Mitglied des Bundestages grade welche Sitzung in Berlin themenspezifisch sausen lässt und statt dessen gegen den Lichkönig zu Felde zieht.
Na gut..zurück zum Thema Realnames bei Blizzard: ein ganz schlauer Mitarbeiter von denen hat sich im Forum hier der Einfachheit halber mit seinem Realnamen gemeldet. Wär ja alles nix dabei, meinte Mr. Whipple. Nachdem dann schnell klar war, dass er noch bei Mama wohnt, sollte es den Machern des erfolgreichsten Multiplayer-Online-Roleplaying-Games klar sein: echte Namen sind ne Scheiss-Idee!
In den deutschen Foren kam es durch Blizzard zu mehreren Zensurversuchen von zahlenden Mitgliedern, die sich über diesen Plan empört haben. In einem dieser Threads beginnt eine Diskussion darüber, was passierte wenn echte Namen mit den weiteren Daten von Blizz frei verfügbar würden.
“Naja, “Rosilein”
, weisst Du ich glaube nicht, dass Emailadresse, Geburtstage (alles Gute nachträglich, auch wenns ein paar Wochen her ist
ebenso wie die profilierte Spielzeit unter anderem der Chars Solean Yoran Kyrethil so problematisch für Dich wären. Immerhin studierst Du ja noch und arbeitest nur nebenher an der Tankstelle
. Das gleiche gilt für Interessengebiete wie “f…isttoll” und Deine Katze *lacht*
Allerdings zählst Du ja auch zu den “modernen” Social Network Nutzern, deswegen ist das Web voll von Daten über Dich. Das liegt eben daran, dass Du Deinerseits ne Menge preisgibst. Auffällig ist auch, dass Du noch nicht allzu lange “so aktiv” internetaffin bist. Naja, für eine persönliche Einordnung in Sachen Beziehung und Arbeitsplatz reicht es aus
Immerhin rauchst Du nicht, da freut sich die Lebensversicherung
Durch die Realnamenfreigabe wird allerdings der “Öffentlichkeitsraum” der Wow-Spieler exponentiell erweitert. Blitzschnell hat man die Leute kategorisiert und kann diese Profile entsprechend weitervermarkten: Social User, Einsame Wow-Daddler mit Hang zum @@%uellen RP, Rückkopplungen über Webservices wie Steam inkl. dem Schwerpunkt der Nutzer zu sog. Killerspielen und auch da der Nutzungszeitraum.
Es lässt sich so — ohne Einfluss des Spielers — _AUTOMATISIERT (und darum geht es!) ein ziemlich ausführliches psychologisches Profil erstellen (z.B. Aggressionskategorisierung) und somit ein System, dass Nutzer des Internets (an sich) sowohl im politischen, im gesellschaftlichen, gesundheitlichen, arbeitstechnischen und im beziehungstechnischen Verhalten einstuft.
Interesse daran haben: der Staat, das BKA, im Falle von “Ärger” den man mal haben kann, die gegnerischen Anwälte, die Versicherungen und Krankenkassen (die für mich “zum Staat” gehören), Personalportale die diese Informationen zusammenführen und Arbeitgebern weiterleiten, der Einzelhandel, die Werbeindustrie, deine Dir nicht wohlwollend eingestellten Bekannten.”
Das Ausmaß ist riesig und sicher sehr wertvoll für eine Vielzahl von nur darauf wartenden Informationssammlern. Tatsächlich konnte ein Spieler den bisher noch nicht bekannten Realnamen durch entsprechende Recherche — wohl noch manuell — weitestgehend zusammensuchen. Aber er bewies, dass eine Verbindung mit einer realen Person endgültig nicht möglich war. Die neue Funktion der Realnamen von Blizzard würde viele Puzzleteile ins Informationsspiel bringen die zu einer weitreichenden Profilerstellung einer realen Person nutzbar wären.
Dazu kommt noch die offene Datenleitung zu den Blizzard-Servern, etwaige Schnüffelbots auf dem hauseigenen Rechner und der Deal mit dem Innenminister kann losgehen. Ach, und während ich mich mit dem Thema befasse, fällt mir in diesem Blog einer bekannten Rollenspielerin ein Link zu dem typischen Blödsinn der Medien in Sachen Killerspielen auf.
Es ist gut der Masse der Bevölkerung diese Spieler als gefährliche Menschen darzustellen, umso weniger Probleme werden die dann haben, wenn sich die Meldungen über Festnahmen von potentiellen Amokläufern häufen werden. Mag weit hergeholt sein, ich weiss. Aber wer glaubt da mittlerweile nicht mehr dran, mal ehrlich?
edit: es ist erschreckend, wie undeutlich zweideutig ich den letzten Absatz formuliert habe.
Das Video ist episch, nicht wahr?
Früher habeich Galileo gerne geguckt, weil es noch einigermassen sinnvoll war, aber das da, das ist Parodie pur. Idiotie pur.
Ich konnte nur noch schief grinsen, und mir an den Kopf fassen.
Lg,
das Rosilein
achja, ich will einen Trackback
Solean
9 Jul 10 at 13:42
Hallöchen Rosilein
anscheinend schein Dein Blog.de keine automatischen Trackbacks anzunehmen. Ich hab jetzt den Beitrag manuell ergänzt, ich hoffe es klappt?
LG,
Ollie
Oliver Mark
9 Jul 10 at 13:54