http://www.netzeitung.de/kultur/1459019.html
Irgendein “Experte” hat ausgerechnet China zum Gastland der Buchmesse gemacht. Das sowas Ärger bereitet könnte, sollte wohl auch einem Leyen klar sein. Und den Ärger gibt es jetzt: damit die Sache nicht komplett den Bach runtergeht, wurden tatsächlich ein paar “unerwünschte” Autoren von denen ausgeladen.
“Der Skandal um die Ausladung zweier chinesischer Autoren im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse mit China als Gastland hat nun auch eine innenpolitische Debatte ausgelöst.
Der Vorsitzende des Bundestagskulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), sprach am Donnerstag von einem «Armutszeugnis für die Verantwortlichen der Messe». Schon am Vortag hatte Günter Nooke, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, eine klare Haltung von der Buchmesse angemahnt.”
Nee, bei uns ist grad Wahlkampf. Da poltert die Opposition schön laut über “wir lassen uns doch nicht zensieren!” Bin gespannt, ob einer von den Regierungsparteien dazu was sagt. Dürften die eigentlich nicht, denn China ist da ja großes Vorbild.
Aber so bigott und heuchlerisch wie die alle sind, werden die sicher auch — vor den Wahlen — ins gleiche Horn blasen. Wenn man sich den Satz von Otto mal genau anschaut, könnte er ja auch meinen: “Armutszeugnis für die Verantwortlichen der Messe, warum habt Ihr Deppen ausgerechnet China ausgewählt?” und Nooke meint wohl eher “eine klare Haltung von der Buchmesse hinsichtlich wahlkampfkritischer Themen vor den Wahlen. Jetzt zwingt uns die Buchmesse dazu, die Wähler vor den Wahlen nochmals belügen zu müssen.”
“Meinungsfreiheit an erster Stelle: Er wies Vorwürfe zurück, die Buchmesse unterwerfe sich beim Symposium der chinesischen Zensur. Die Meinungsfreiheit stehe für die Buchmesse an erster Stelle. Auf der Messe im Oktober könnten alle Autoren zu Wort kommen. «Die Frankfurter Buchmesse ist inhaltlich nicht kontrollierbar», sagte Boos. ”
Stimmt: die Buchmesse ist inhaltlich nicht kontrollierbar und außerdem ein rechtsfreier Raum. Stellt die Stoppschilder auf!
“Die Einladung an Chinas als Gastland war nach Ansicht von Pen-Genersekretär Wiesner «vielleicht etwas voreilig». «Möglicherweise ist China als Ehrengast der Buchmesse noch nicht reif für die Weltöffentlichkeit», sagte er der dpa. Wichtig sei es, sich von China nicht «erpressen» zu lassen.”
Nun, wenn die Entwicklung auf unserer Welt so weitergeht, werden wir in 20 Jahren sowieso Chinesisch als Hauptsprache lernen und alle in blauen Overalls rumlaufen. Die Kultur haben uns die Ossis in der Regierung ja stückchenweise draufgeschafft. Viel fehlt ja dazu nicht mehr. Ihr parlamentarischen Demokraten: was denkt Ihr eigentlich: wenn 70% der Weltöffentlichkeit China ist, wer ist dann die Weltöffentlichkeit?
Hier gibts darüber auch noch was zu lesen: http://www.netzeitung.de/kultur/1457259.html