“So funktioniert das Spiel: Wenn institutionelle Anleger wie Investmentfonds oder Pensionskassen einen größeren Kaufauftrag planen, teilen sie ihn in der Regel in kleinere Pakete auf. Erteilten sie den Auftrag auf einen Schlag, würde die geballte Nachfrage den Kurs nach oben treiben – und dadurch würden sie mehr für ihre Aktien zahlen müssen. Um das zu vermeiden und ihre Absicht zu verschleiern, teilen die Fonds in der Regel die Order in kleinere Pakete und über eine gewisse Kursspanne.Die HFT-Händler wiederum versuchen, mithilfe ihrer Programmen diese Pakete zu orten und die wahre Größenordnung des Auftrags herauszufinden. Unter anderem erreichen sie das, indem sie für kurze Zeit einen eigenen Verkaufsauftrag ausgeben, nur um ihn Sekunden später wieder zu löschen. In der Regel hat der Großanleger inzwischen schon angebissen, die Spekulanten wissen, das Interesse besteht. Das so erworbene Wissen um den bevorstehenden Auftrag nutzen sie aus: In Höchstgeschwindigkeit decken sie sich mit der Aktie ein, treiben so den Kurs in die Höhe und verkaufen zum höheren Kurs an den Investmenfonds oder die Pensionskasse zu verkaufen. Die Differenz ist ihr Gewinn. An der Wall Street werden sie auch scalper genannt. ”