Ein deutscher Offizier befiehlt den Abschuss zweier Tanklaster durch US-Luftwaffe in Afghanistan. Ja, da ist immer noch kein Krieg, wie manche gerne formulieren (um z.B. Genfer Konventionen außer Kraft zu setzen).
“In Afghanistan hat die internationale Truppe genug schlechte Erfahrung gesammelt mit diesem Phänomen, und dennoch hat es viele Jahre gedauert, bis die neue Luftschlag-Doktrin des Kommandeurs erlassen wurde. Sie gibt klar vor, dass im Zweifel nicht aus der Luft bombardiert werden soll, und dass der Schutz der Zivilisten Vorrang hat. Warum der deutsche Befehlshaber in Kundus dennoch den Beschuss zweier Tanklastzüge befahl, bleibt so lange ein Rätsel, bis es genügend Informationen gibt.”
„Franz-Josef Jung hat in dieser Hinsicht bisher viel Glück gehabt. Weder tote deutsche Soldaten in Afghanistan noch Bundeswehr-Unteroffiziere, die mit Totenschädeln Schindluder treiben, oder verunglückte Auftritte auf internationalem Parkett haben dem Verteidigungsminister etwas anhaben können, ein Rücktritt oder gar ein Rauswurf war kein Thema. Auch das Desaster von Kundus dürfte Jung vermutlich nicht den politischen Kopf kosten. Drei Wochen vor der Bundestagswahl ist in Merkels Kabinett Schadensbegrenzung angesagt, nicht Radikalkur. Und dies, obwohl das Krisenmanagement des Verteidigungsministeriums nach diesem bisher folgenschwersten Vorfall im deutschen Verantwortungsbereich in Nord-Afghanistan katastrophal war und ist.“
Hoffen wir mal, dass die Sache nicht dafür eingefädelt wurde, um hier in Deutschland fingierte Terroranschläge als echte zu motivieren. Dann würde das – unzweifelhaft stark übertrieben klingende – Gerücht eines möglichen Anschlags in Deutschland vor der Wahl zur Absicherung der Regierung durch Kriegsgesetze immer plausibler klingen.
Gut, dass wir bald in Urlaub sind…
Mich interessiert, wann ein Politiker mal endlich den wahren Grund für unsere Beteiligung an dem Krieg da unten benennt. Sind es Pipelines, soll es eine dauerhaft-chaotisch destabilisierte Zone bleiben, damit z.B. der Russe dort nicht Fuß fassen kann, ist es der Drogenanbau, ist es die Waffenlobby, oder wirklich die – unglaubwürdige – Begründung einer „Entwicklungshilfe“?