alles Unsinn…ich bin müde

eigentlich war ich immer unpolitisch

Herrenmenschen und das Elterngeld

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Ich muss mich schon fast schä­men, dass auch ich in den Genuss des Eltern­gelds gekom­men bin. Gut, ich fand schon, dass allein das Aus­fül­len der nöti­gen For­mu­la­ren eine gewisse „eli­täre“ Anfor­de­rung hatte – meine Steu­er­be­ra­te­rin (!) meinte, dass wäre doch ganz ein­fach, viel­leicht bin ich auch ein­fach zu Assi um For­mu­lare kor­rekt ver­ste­hen zu können.

Was von der Sache zu hal­ten ist hat Vol­ker Pis­pers wun­der­bar dar­ge­stellt. Der Mann ist übri­gens einer von den letz­ten wirk­lich guten Sati­ri­kern hier im Land.

 

 

Nun gut, aber Ursula von der Leyen lässt mich ein­fach nicht in Ruhe und des­we­gen nutzt der moderne Mensch das Inter­net als Infor­ma­ti­ons­mit­tel Nr. 1 wei­ter und fin­det zum Beispiel:

Einen Hin­weis auf das Welt­sys­tem der Fami­lie Albrecht! Ja, Frau von der Leyen ist ja eine gebo­rene Albrecht. Toch­ter des ehe­ma­li­gen Minis­ter­prä­si­den­ten in Nie­der­sach­sen. Es gibt also genug zu lesen dar­über. Frau von der Leyen hat ihren Job bzw. ihre Berech­ti­gung in der Poli­tik durch sol­che Seil­schaf­ten. Ich bin es leid! Immer wie­der sind Schlüs­sel­po­si­tio­nen mit Netz­werk­lern und halb­ga­ren Nach­kömm­lin­gen besetzt, die im ver­que­ren Glau­ben auf­ge­wach­sen sind, dass an ihrem Wesen die Welt gene­sen solle.:

Ursula von der Leyen ist aber vor allem Christ­de­mo­kra­tin aus vor­neh­mem Hause. Sie hat nicht nur selbst sie­ben Kin­der, son­dern ist auch in einer Fami­lie mit sie­ben Kin­dern groß gewor­den. Ihr Vater ist Ernst Albrecht, von 1976 bis 1990 CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen.

Albrecht ist der Ur-Ur-Enkel des rei­chen Bre­mer Kauf­manns und Unter­neh­mers Lud­wig Knoop. Mitte des 19. Jahr­hun­derts stieg Knoop durch den Auf­bau von Spin­ne­reien, Fär­be­reien und Dru­cke­reien in Russ­land zu einem der reichs­ten nord­deut­schen Indus­tri­el­len auf. 1877 ver­lieh ihm Zar Alex­an­der II. den Titel des Barons. In Kno­ops Land­sitz Schloss Müh­len­tal gin­gen Fürs­ten, Prin­zen und auch der preu­ßi­sche Gene­ral Graf von Moltke ein und aus.

Die­sen Lebens­stil imi­tierte auch Ernst Albrecht. Als Minis­ter­prä­si­dent Nie­der­sach­sens umgab er sich gern mit Prin­zen und Fürs­ten (u. a. Ernst-August Prinz von Han­no­ver, Fürst Phil­ipp Ernst zu Schaumburg-Lippe) sowie Mon­ar­chen aus aller Her­ren Län­der (z. B. König Hus­sein und Köni­gin Nur Al-Hussein aus Jor­da­nien). Auch das Land regierte er wie ein Allein­herr­scher. Die Presse nannte ihn abwech­selnd “abso­lu­ter Herr­scher des Lei­ne­schlos­ses”, “Harun Al Albrecht” und “Phi­lo­soph auf dem Welfenthron”.

Die euphe­mis­ti­sche Bezeich­nung “Phi­lo­soph” ent­springt einem Buch, das Albrecht 1976 im natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Seewald-Verlag publi­zierte, Der Staat — Idee und Wirk­lich­keit, Grund­züge einer Staats­phi­lo­so­phie. Er gibt darin seine Ver­ach­tung für demo­kra­ti­sche Regeln und die breite Masse der Bevöl­ke­rung sowie seine Vor­liebe für alt­tes­ta­men­ta­ri­sche Herr­schafts­for­men zum Besten.

Macht in den Hän­den eines Man­nes von hohem sitt­li­chem Niveau ver­mag unend­li­chen Segen zu stif­ten”, schreibt Albrecht. Denn: “Ein Mann mit Gott ist eine Majo­ri­tät.” Und: “Wenn es gelingt über­durch­schnitt­li­che Men­schen an die Herr­schaft zu brin­gen, so ver­mö­gen Allein­herr­schaft und Weni­gen­herr­schaft eine bes­sere Ord­nung zu errich­ten als die Volksherrschaft.”

“Die Volks­herr­schaft”, schnaubt Albrecht, “vor allem die unmit­tel­bare, ist wesens­mä­ßig so gear­tet, dass die Ent­schei­dung nicht durch die Ein­sicht der Ein­sich­ti­gen, son­dern durch das durch­schnitt­li­che Maß an Ein­sicht bestimmt wird, das der Mehr­heit eig­net.” Sowieso sei “der Mas­sen­mensch ohne rechte Seins­mitte”, meinte der spä­tere Minis­ter­prä­si­dent erkannt zu haben. “Er erscheint des­halb blass, farb­los, ja im geis­ti­gen Sinne gestaltlos.”

Diese Herren-Mentalität paarte sich inner­halb der nie­der­säch­si­schen CDU mit natio­nal­so­zia­lis­ti­schem Gedan­ken­gut. Die nie­der­säch­si­sche CDU hatte nach dem Zwei­ten Welt­krieg erfolg­reich daran gear­bei­tet, die Mit­glie­der der neo­fa­schis­ti­schen Deut­schen Reichs­par­tei und Sozia­lis­ti­schen Reichs­par­tei sowie der national-konservativen Deut­schen Par­tei in die CDU zu integrieren.“

Ich kann bei die­ser Minis­te­rin in ihrem Wir­ken kein demo­kra­ti­sches Grund­ver­ständ­nis mehr erken­nen. Falls es mir über­haupt schon mal auf­ge­fal­len wäre. Hatte mich ja auch mit ande­ren Din­gen beschäf­tigt. Auf jeden Fall gehört sowas abgewählt.

Written by admin

August 7th, 2009 at 4:17 pm

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