Mich nervt diese eingeschränkte Argumentation, die “Unruhe” im Netz hätte irgendwas mit “der Jugend” zu tun.
„Wer redet denn immer von “der Jugend”? Leute: ich bin Jahrgang 69, werd 40, hab seitdem ich 12 bin mit Computern zu tun: das sind fast 30 (!) Jahre! Das Problem nur als Generationenkonflikt zu bezeichnen reicht noch lange nicht aus:
Es ist eher so, dass ein Teil der Bevölkerung, der bisher passiv gewesen ist beginnt aktiv zu werden. Das Internet ist die Quelle der Aufklärung: die öffentliche Meinung macht sie sich über dieses Medium selbst. Die Politik verliert den Einfluss zur Beeinflussung zu verlieren. Und das ist die größte Angst der Politik. Und da gehören alle etablierten Parteien dazu.
Bisher habe ich alles über mich ergehen lassen. Über die Aufregung der Volkszählung der 80er Jahre habe ich mich gewundert, aber der Einfluss des Volkes auf die Politik hat mich beruhigt und im Glauben an eine funktionierende Demokratie bestärkt.
Seit geraumer Zeit aber läuft der Film wohl ohne das Volk ab: jeden Tag erlebt man, wie man in seiner Meinung beeinflusst werden soll; wie Dinge vertuscht werden, wie geschwiegen wird, wenn es so sein soll, wie übertrieben wird, wenn es so sein soll, wie gelogen wird, wie angst gemacht wird, wie entmündigt wird, usw:
Banken, Atomkraft, Endlager, Kriegstreiben, Terrorismusängste schüren, Subventionen, zweifelhafte Politiker mit zweifelhaften Lebensläufen und zweifelhaften Weltphilosophien (UvdL, Silvana Koch-Mehrin, Schweinegrippen-Lobbyismus, Iraneinmischungen, Somalia-Piraten-Perversionen, usw.usf..)
Nicht der Generationenkonflikt ist das Problem: die Politik macht hauptsächlich Mist und versucht uns für Dumm zu verkaufen.“